1. Ausbildung + Studium

Jobmessen - der Weg zum Wunsch-Arbeitgeber

Über 200 Jobmessen werden jedes Jahr in Deutschland veranstaltet. An ihren Messeständen stellen sich die Unternehmen vor und informieren über Karrieremöglichkeiten.

Generell wird dabei zwischen Recruiting-Messen und Informations-Messen unterschieden. Auf Recruiting-Messen wählen die Arbeitgeber aus den Bewerbern gezielt ihre Kandidaten für die zu besetzenden Stellen aus. Die Informationsmessen dienen eher dazu, Bewerber für das eigene Unternehmen zu interessieren und erste Kontakte zu knüpfen. Eine klare Grenze zwischen Recruiting- und Informationsmessen ist in der Praxis allerdings nicht immer zu ziehen. Oft vermischen sich beide Formen, wobei die Gewichtung von Messe zu Messe unterschiedlich ist. Organisiert werden diese Veranstaltungen in der Regel von professionellen Personalvermittlern, Studentenorganisationen oder Verlagen.

Effiziente Suche nach Job, Praktikum oder Diplomarbeitsthemen

Die Veranstaltungen haben für Jobsuchende handfeste ökonomische Vorteile. "Sinn von Jobmessen ist es, auf einen Punkt viele potenzielle Arbeitgeber kennen zulernen", sagt Ulrike Wilhelm vom Studentenmarketing der Hobson GmbH. Das Unternehmen veranstaltet in Köln und Zürich den "Absolventenkongress", nach eigenen Angaben Europas größte Jobmesse für Studenten, Absolventen und Young Professionals. In der Regel richten sich Jobmessen an Studenten im Hauptstudium und Akademiker mit einem frischen Hochschulabschluss, erläutert Expertin Wilhelm. Bewerber können sich dabei auch ohne direktes Ziel über Firmen informieren oder gleich Bewerbungen auf konkrete Stellenangebote abgeben. Wilhelm zufolge bieten Jobmessen auch für Studenten Gelegenheiten, sich nach Praktikumsstellen umzuschauen oder die Möglichkeiten von Diplomarbeitsthemen bei Unternehmen auszuloten. Der große Vorteil von Jobmessen sei, nach einem Gespräch gleich einen konkreten Ansprechpartner zu haben, mit dem man später bei Bewerbungen oder Anfragen direkt in Kontakt treten kann. Wichtig dabei: Man sollte sich immer eine Visitenkarte geben lassen und diese gegebenenfalls mit einem Vermerk über Datum und Inhalt des Gesprächs gut aufbewahren.

Gezielt vorgehen

Die Expertin rät Besuchern von Jobmessen sich konkret auf die Veranstaltung vorzubereiten. Angesichts der Vielzahl der Unternehmen - alleine auf dem "Absolventenkongress" stellen sich 250 Firmen vor - sollten die potenziellen Arbeitgeber im Vorfeld gefiltert werden. Grundsätzlich sollten dabei die Fragen geklärt werden: Was ist überhaupt interessant für mich? Und: Wer sucht mich mit meinen Qualifikationen? Einen Überblick geben die Internetseiten der Veranstalter, auf denen in der Regel eine Ausstellerliste und weiterführende Informationen zu den ausstellenden Firmen zu finden sind.

Zeit richtig einplanen

Bei der Vorauswahl der potenziellen Firmen sollten Interessenten beachten, dass an einem Messetag nur ein begrenzter Zeitrahmen zur Verfügung steht. Messebesucher sollten sich daher einen realistischen Zeitplan für den Tag anfertigen. Als Faustregel gilt: Für ein ausführliches Gespräch mit einem Mitarbeiter der Personalabteilung sind rund 30 Minuten plus zehn Minuten Wartezeit einzuplanen. Expertin Wilhelm rät bei zweitägigen Jobmessen auch beide Tage zu nutzen. So können sich Bewerber beispielsweise am ersten Tag einen Überblick über das Geschehen und die Abläufe machen und am zweiten Tag dann in konkrete Gespräche einsteigen.

Vorbereitung ist wichtig

Für die Gespräche mit den Vertretern der Unternehmen ist eine gründliche Vorbereitung wichtig und wird von den potenziellen Arbeitgebern vorausgesetzt. "Die Unternehmen wissen, dass man kommt", sagt Wilhelm und empfiehlt, sich vorab mit den Firmen zu befassen und konkrete und zielgenaue Fragen vorzubereiten. Ein Bewerber sollte die Grundfakten des Unternehmens kennen. Dazu gehören Tätigkeitsfelder, wirtschaftliche Kennzahlen und die Zahl der Mitarbeiter. Die meisten Unternehmen bieten diese Informationen auf ihren Firmenwebsites an oder verschicken auf Anfrage entsprechende Broschüren. Die Expertin rät, sich eine Liste mit den so genannten Hardfacts zu den einzelnen Unternehmen als eine Art Spickzettel auf die Messe mitzunehmen. Zur Grundausstattung für einen Besuch auf einer Jobmesse gehört zudem eine ausreichende Zahl an vorbereiteten Lebensläufen. Wilhelm rät, zehn bis 15 Lebensläufe pro Tag dabei zu haben. Empfehlenswert ist auch ein jeweils individuelles Motivationsschreiben, aus dem hervorgeht, warum man sich konkret bei dem gewählten Unternehmen bewerben will. Komplette Bewerbungsmappen machen Wilhelm zufolge vor allem dann Sinn, wenn sich Bewerber bereits auf der Messe auf einen konkreten Job bewerben wollen. Vier bis fünf Exemplare sind dabei realistisch, weiß die Expertin aus Erfahrung.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen über den Absolventenkongress sind auf der Webseite www.absolventenkongress.de zu finden.

Auf der Messe Careers in Europe können sich Absolventen und Young Professionals über Karrieremöglichkeiten in ganz Europa informieren.

Auch die R+V Versicherung ist im Jahr 2015 bundesweit auf Karrieremessen und Recruitingevents vertreten. Hier finden Sie die aktuellen Termine.

Autor/in

J. Ollenik

Jan. 2015

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