1. Altersvorsorge

Altersvorsorge für 35-Jährige: Das Nötigste zurücklegen

Vor eineinhalb Jahren haben Sabine und ihr Mann Dirk ihren ersten Sohn bekommen. Seitdem arbeitet Sabine halbtags in der Personalabteilung eines großen Unternehmens. Vor drei Jahren hat das Ehepaar ein Haus gebaut – den Kredit bedienen sie monatlich. Da bleibt nur begrenzt Geld für die Altersvorsorge. Sabine verdient weniger als ihr Ehemann und hat keine durchgängige Erwerbsbiografie, denn sie hat nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes einige Monate lang nicht gearbeitet. Trotzdem sorgt Sabine für später vor.

Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge

Die eigene Immobilie ist auch schon ein Stück Zukunftsvorsorge. Doch Sabine tut noch mehr und baut sich eine eigenständige Altersvorsorge auf. Sie sorgt unter anderem im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung vor und nutzt dadurch ihren gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung. Dafür fließt jeden Monat ein kleiner Teil ihres Bruttogehalts in eine Direktversicherung, die Sabines Arbeitgeber für sie abgeschlossen hat. Somit baut sich Sabine eine kleine Zusatzrente aus ihrem Bruttoeinkommen auf und spart gleichzeitig Steuern und Sozialabgaben.

Außerdem hat Sabine eine Riester-Rente abgeschlossen, als sie anfing zu arbeiten. Mit dem Vertrag kann sie die staatliche Förderung der Altersvorsorge (über Zulagen und Steuervorteil) nutzen, zudem ist ab Rentenbeginn eine lebenslange Rente garantiert. Für Sabine ist die Riester-Rente besonders attraktiv, da sie vom Staat neben den 154 EUR Grundzulage auch noch 300 EUR Kinderzulage pro Jahr erhält. Die staatliche Förderung orientiert sich am Bruttoeinkommen des Vorjahres. Für die Teilzeit arbeitende Mutter bedeutet das, dass sie – um die volle staatliche Zulage zu bekommen – mindestens vier Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Brutto-Vorjahreseinkommens in ihren Riester-Vertrag einzahlen muss. Auch schon vorher hat Sabine darauf geachtet, ihren Riester-Vertrag stets an ihre jeweilige neue Lebenssituation anzupassen, um immer die optimale staatliche Förderung zu erhalten, zum Beispiel nach ihrer Heirat oder einer Gehaltserhöhung. Und die Riester-Rente hat für Sabine noch einen weiteren Vorteil: Bis zu 2.100 EUR der Versicherungsbeiträge kann sie als Sonderabgaben in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.

Sehen Sie hier, von welchen Zulagen Riester-Sparer profitieren.

Gut zu wissen: Gemeinsam vorsorgen mit zwei Riester-Verträgen

Ist einer der Ehepartner nicht erwerbstätig, bietet es sich an, zwei Riester-Verträge abzuschließen: So können auch nicht erwerbstätige Ehepartner die staatliche Förderung im Rahmen der so genannten Ehegattenregelung nutzen. Wichtig ist, dass der erwerbstätige Ehepartner (zum Beispiel der Ehemann) der Versicherungspflicht unterliegt und mit einem Riester-Vertrag vorsorgt, und dass der nicht erwerbstätige Ehepartner (zum Beispiel die Ehefrau) einen eigenen Vertrag auf seinen Namen abschließt. Der nicht erwerbstätige Ehepartner kann dann mit nur 60 EUR Beitrag im Jahr die volle Riester-Grundzulage von 154 EUR und die Kinderzulage von 300 EUR pro Kind erhalten. Letzteres gilt für Kinder, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden. Für den Nachwuchs, der vor diesem Datum zur Welt gekommen ist, beträgt die Kinderzulage 185 EUR pro Kind.

Voraussetzung für die staatliche Förderung ist, dass der erwerbstätige Ehepartner mindestens vier Prozent seines vorjährigen rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag einzahlt, maximal jedoch 2.100 EUR im Jahr inklusive der staatlichen Zulagen. Grundsätzlich gilt: Jeder Riester-Vertrag sollte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls an eine neue Lebenssituation angepasst werden.

Private Rentenversicherung als zusätzliche Vorsorge

Sabines Ehemann Dirk arbeitet bei einer großen deutschen Bank als Gruppenleiter. Auch er hat einen Riester-Vertrag abgeschlossen und sorgt, wie seine Ehefrau Sabine, mit einer betrieblichen Altersversorgung in Form einer Direktversicherung vor. Um zusätzlich für sich und seine Ehefrau noch ein Polster für später aufzubauen, hat Dirk eine private Rentenversicherung abgeschlossen. Dadurch sind lebenslange Rentenzahlungen ab dem gewünschten Rentenbeginn garantiert. Hinzu kommt eine Überschussrente, die sich nach den erwirtschafteten Überschüssen richtet. Außerdem ergeben sich Steuervorteile, denn die Rentenleistung wird lediglich mit dem Ertragsanteil besteuert. Dirk hat bei Vertragsabschluss zudem seine Ehefrau als Begünstigte eingetragen, sodass sie im Falle seines Todes die vereinbarte Versicherungsleistung erhält.

In der privaten Rentenversicherung ist automatisch eine Beitragsrückgewähr enthalten.

Das bedeutet, dass die eingezahlten Beiträge als einmalige Kapitalleistung an die bezugsberechtigte Person ausgezahlt werden, wenn der Versicherte vor Rentenbeginn stirbt.

Tipp: Den Ehepartner berücksichtigen

Schließt ein Ehepartner eine private Rentenversicherung ab, sollte er den jeweils anderen im Vertrag mit berücksichtigen. Das muss bei Vertragsschließung explizit vereinbart werden. Dabei sind zwei Varianten möglich:

  • Rentengarantiezeit: Ist eine Garantiezeit vereinbart, so wird die Rente für die Dauer der Garantiezeit gezahlt, auch wenn der Versicherte nicht mehr lebt. Die Rentenzahlung wird an die bezugsberechtigte Person fortgeführt.
  • Hinterbliebenenrente: Es kann auch eine Hinterbliebenenrente vereinbart werden. Die mitversicherte Person erhält dann nach Tod des Versicherten eine lebenslange Hinterbliebenenrente. Die Hinterbliebenenrente wird unabhängig davon gezahlt, ob der Versicherte im Rentenbezug oder in der Aufschubzeit verstirbt.

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Autor/in

S. Nies

Apr. 2013

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