Zahlen, Daten, Fakten zum autonomen Bus

Sicherheit vor Schnelligkeit: Während der Testphase zeigen die selbstfahrenden Elektrobusse der R+V noch gar nicht komplett, welche Power in ihnen steckt. Statt mit möglichen 45 Stundenkilometern fahren sie derzeit maximal 20 Stundenkilometer – je nachdem, welche Geschwindigkeit die Zulassungsbehörde am jeweiligen Ort erlaubt.

Unterwegs auf virtuellen Schienen

Das von der französischen Firma Navya entwickelte Elektrofahrzeug „Arma“ fährt quasi auf virtuellen Schienen. Damit der Bus weiß, wo er fahren soll, lernt er jede Strecke einzeln. Während dieses Lernvorgangs – Mapping genannt – fährt das Fahrzeug die Strecke mehrfach in Schrittgeschwindigkeit ab und erfasst dabei jedes noch so kleine Detail seiner Umgebung, wie Bänke, Bäume oder Bordsteinkanten. So entwickelt sich Schritt für Schritt eine 3D-Karte der Tour, an der sich das Fahrzeug später orientiert. Im Programm sind auch Stopps definiert, beispielsweise für Haltestellen. Ein starker Fokus liegt auf der Sicherheit. Um Gefahrenpunkte zu entschärfen, reduziert der Bus deshalb die Geschwindigkeit an Zebrastreifen oder Kreuzungen.

Technische Eckdaten

Mit einer Länge von 4,75 Metern und einer Breite von 2,11 Metern ist der Kleinbus nicht viel größer als ein durchschnittlicher Transporter, überragt aber mit einer Höhe von 2,75 Metern die meisten dieser Fahrzeuge. Leer wiegt der Bus 2.400 Kilogramm, Karosserie und Fahrgestell sind aus einem Kohlenstofffaser-verstärkten Kunststoff gefertigt. Als Antrieb dient ein 15 Kilowatt-Elektromotor, der von einem Akku gespeist wird. Voll geladen kann der Shuttlebus rund neun Stunden auf Achse sein.

Ausgefeilte Sicherheitssysteme

Lenkrad und Armaturenbrett suchen Passagiere im Bus vergeblich. Hier informiert ein Display permanent über Geschwindigkeit, Bremsverhalten oder Lenkeinschlagwinkel. Für die Sicherheit während der Fahrt sorgen unterschiedliche Sensorsysteme. Antennen auf dem Shuttle ermöglichen es, das Fahrzeug bis auf zwei Zentimeter genau zu lokalisieren. Diverse Lidar-Sensoren und Stereo-Kameras erfassen Objekte und Personen sowie deren exakten Abstand zum Bus. In den Rädern messen Sensoren Geschwindigkeit und Beschleunigung. Wenn andere Verkehrsteilnehmer ihm zu nah kommen, verlangsamt das Shuttle die Fahrt, bleibt gegebenenfalls stehen oder fordert die Begleitperson – Operator genannt – auf, die Steuerung zu übernehmen. Bei Gefahr stoppt es sofort. Auch der Operator kann jederzeit einschreiten, den Nothalteknopf drücken oder den Autopiloten mit Hilfe eines Joysticks übersteuern. Laut Straßenverkehrsgesetz muss in autonom fahrenden Autos grundsätzlich immer eine Begleitperson an Bord sein, die den Verkehr und die Funktion des Autopiloten beobachtet und im Ernstfall manuell eingreift.

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