Von einem Burnout spricht man bei einem extremen körperlichen und geistigen Erschöpfungszustand des Betroffenen. Das kann soweit gehen, dass jeglicher Lebensmut fehlt. Die Betroffenen sind irgendwann absolut hilflos, depressiv, sie sehen ihr Leben als sinnlos an und sind akut selbstmordgefährdet.
Wer ist gefährdet?
Meistens trifft der Burnout sehr engagierte, hoch motivierte Menschen, die aufopferungsvoll und pflichtbewusst alles geben – ob in der Freizeit oder im Beruf. Das Gefährliche: Der Burnout kommt schleichend und anfangs völlig unbemerkt. Erst nach und nach merken die Betroffenen und ihre Umwelt, dass irgendetwas nicht stimmt.
Woran ist ein Burnout zu erkennen?
Bei der Entstehung eines Burnouts treten meistens sieben Phasen mit unterschiedlichen Symptomen auf.
- Phase 1: Euphorie und Begeisterung
Die erste Phase eines Burnouts ist praktisch nicht zu erkennen: Hier herrschen Begeisterung für die Aufgabe und hohes Engagement vor. Die Betroffenen arbeiten freiwillig mehr, haben kaum Zeit und verdrängen Misserfolge. Auf der anderen Seite vernachlässigen sie ihre eigenen Bedürfnisse und reduzieren ihre privaten sozialen Kontakte.
- Phase 2: Das Engagement nimmt ab
In der zweiten Phase beginnt der Frust. Die Energie nimmt spürbar ab, Müdigkeit herrscht vor, die vormals so wichtigen Ziele verlieren an Bedeutung. Die Fähigkeit, sich für andere einzusetzen sinkt. Teilweise wird versucht, den Frust aus der Arbeit durch Ausgelassenheit am Wochenende zu kompensieren. Erste körperliche Symptome können auftreten: Konzentrations- und Schlafstörungen. Die Ursachen für diese Entwicklung werden meist bei anderen gesucht. Manche Menschen greifen hier schon zu Medikamenten, wie Tranquilizern oder zu Alkohol und anderen Drogen.
- Phase 3: Der psychische Verfall beginnt
Jetzt kommen immer beklemmendere Gefühle: Hilflosigkeit, sinkendes Selbstbewusstsein, Ängste (beispielsweise, die Arbeit nicht zu schaffen), Bitterkeit und Pessimismus. Die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit lässt rapide nach und die effektive Arbeitszeit wird immer stärker heruntergefahren. Die Betroffenen werden humorlos, gereizt, ungeduldig, launisch und oft kompromisslos oder intolerant. Spätestens jetzt fallen diese Veränderungen auch Kollegen oder dem privaten Umfeld auf. Viele Betroffene gehen jetzt noch stärker in die Isolation.
- Phase 4: Verlust der Leistungsfähigkeit
An diesem Punkt kann der Betroffene die Anforderungen im Job und Privatleben nicht mehr bewältigen: Desorganisation, Konzentrationsprobleme und Abnahme der Flexibilität haben ein Ausmaß erreicht, dass selbst der Dienst nach Vorschrift anstrengt.
- Phase 5: Die große Gleichgültigkeit
Jetzt ist den Betroffenen zunehmend alles egal: Die Weltnachrichten, das Geschehen im privaten Umfeld – nichts interessiert sie wirklich. Sie werden zu Eigenbrötlern, die Gespräche über ihre Arbeit vermeiden und anfangen, andere Menschen zu verachten. Aus eigener Kraft ist ein Umkehren in diesem Stadium praktisch nicht mehr möglich. Doch genau in dem Augenblick, in dem sie am dringendsten Hilfe benötigten, haben sich meist auch die letzten Freunde schon zurückgezogen. Ohne professionelle Hilfe geht es jetzt immer noch schneller bergab.
- Phase 6: Der Körper macht schlapp
Zu der bisher hauptsächlich psychischen Erschöpfung kommt jetzt die körperliche: Herzprobleme, Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit, Atembeschwerden, häufige Erkältungen, Probleme mit der Libido, Muskelverspannungen oder allergische Reaktionen. Auch das Unfallrisiko steigt beträchtlich. An diesem Punkt gehen viele Betroffene zum Arzt. Doch nur wenn sie Glück haben, erkennt dieser sofort, was hinter den körperlichen Symptomen wirklich steckt.
- Phase 7: Pure Verzweiflung
Am Ende geht gar nichts mehr und die Betroffenen wollen und können auch nicht mehr. Der Lebenswille ist auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Depressionen bis hin zu Selbstmordabsichten durchziehen das Dasein. Professionelle Hilfe in einer Therapie ist dringender als je zuvor.
Zurück ins Leben
Trotzt der ganzen Hoffnungslosigkeit, die Betroffene empfinden: Heilung ist möglich und je früher man beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.. Professionelle Therapie, verbunden mit längst überfälligen Umstellungen im Berufs- und Privatleben, führt aus der Sackgasse Burnout heraus.
Adressen für die Therapeutensuche
S. Nies, E. Blumenfeld, aktualisiert Oktober 2009
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