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R+V-Ratgeber Unternehmen (Quelle: Thinkstock)

Unternehmen

Existenzgründung

Erfolgsfaktor Teamgründung

Abbildung: Vier Hände ziehen an einem Seil

Viele Existenzgründer schreckt der Gedanke, ganz allein mit einer Geschäftsidee den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. Doch wer eine Teamgründung wagt, sollte Chancen und Risiken genau abwägen.
Fragt man sich nach den optimalen Umständen einer Existenzgründung, so stehen oft die herausragenden Eigenschaften des Gründers im Vordergrund. Allerdings sieht die Realität doch deutlich anders aus. Experten sind sich einig: Das Bild der schillernden Gründerpersönlichkeit, die allein für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich ist, ist längst überholt.

Teamgründung heißt das Zauberwort. Denn eine Unternehmensgründung im Team hat viele Vorteile. Im Idealfall ist ein Gründerteam heterogen zusammengesetzt aus Spezialisten unterschiedlicher Unternehmensbereiche. Jeder im Team sollte seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden, um so den maximalen Nutzen seiner Arbeit einbringen zu können.

Studienergebnisse

Experten sehen in einem Team mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen die optimale Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung, was auch durch eine Studie der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) belegt wird. Die Umfrage mit dem Titel "Gründerteams - Chancen und Risiken für den Unternehmenserfolg" beschäftigt sich mit je zwei Unternehmern aus 159 technologieorientierten Betrieben, die zur sozialen Interaktion in ihrem Gründerteam befragt wurden. Viele historische Unternehmensgründungen wie Siemens oder Hewlett-Packard belegen die Vorteile einer mehrköpfigen Gründung:

  • Erhöhte Finanzkraft
  • Differenziertere aber umfangreichere Kompetenzen
  • Verringertes Risiko
  • Größeres soziales Netzwerk

Das Team muss zusammenpassen

Die Untersuchungen zeigten ebenfalls, dass die Summe der vermehrten Fähigkeiten und des zusätzlichen Know-hows nicht automatisch Garant für den unternehmerischen Erfolg darstellt. Der tatsächliche Erfolg ergibt sich viel mehr durch die entsprechende Interaktion in der Gruppe. Wichtig sind die Identifikation mit den (gemeinsamen) Unternehmenszielen, regelmäßige und gezielte Kommunikation und die Bereitschaft Probleme gemeinsam anzugehen und zu lösen. Diese Aspekte sind Grundbestandteil einer "positiven sozialen Interaktion", dem zentralen Faktor erfolgreicher Gründerteams.

Die Gründungspartnerinnen und -partner sollten die Stärken und Schwächen voneinander kennen. Allerdings sind Freundschaften keine Gewähr dafür, dass es auch mit der gemeinsamen Unternehmensführung klappt. Mögliche Konflikte sollten vor der Gründung geklärt und entsprechende Lösungen vertraglich vereinbart werden.

Klare Aufgabenteilung

Um Entscheidungsprozesse nicht zu schwierig und langwierig zu gestalten, sollte das Team aus maximal drei bis vier gleichberechtigten Partnern bestehen. Wichtig ist, Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse vorher festzulegen. Ebenso sollten die Verantwortlichkeiten und die jeweilige Entscheidungsgewalt für bestimmte Bereiche im Vorfeld verteilt werden. Da bei einer Firmengründung unter Umständen erstmal mit Anlaufschwierigkeiten gerechnet werden muss, sollten Sie auch vorab gemeinsam klären und schriftlich festhalten, wie Ausgaben und Einnahmen verteilt werden sollen.

Dass Teamarbeit aber auch ihre Schwächen haben kann, ist hinlänglich bekannt. Für den Ideengeber hat die Teamgründung oft eine weitere Dimension: Wie viel ist ihre Geschäftsidee ohne das Team wert? Sind sie bereit, Verantwortung und persönliche Geschäftsanteile dem größeren Unternehmenserfolg zu opfern? Ist Ihr Mit-Gründer bereit, den Erfolg zu teilen oder Misserfolge mit zu tragen? Hinterfragen Sie vorab also genau Motivation und Einsatzbereitschaft ihrer Mit-Gründer. Erst dann sind die mit dieser Form der Existenzgründund auf der sicheren Seite.

Eva Blumenfeld, aktualisiert Oktober 2009.
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