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Recht + Geld

Rabattgutscheine aus dem Internet: Sparen ja, aber mit Verstand

Seit einigen Jahren werden auch in Deutschland vermehrt Rabattgutscheine im Internet angeboten. Dabei kann man durchaus ein Schnäppchen machen. Hier finden Sie wichtige Informationen und Tipps zum Umgang mit den Gutscheinen.

Welche Arten von Rabattgutscheinen gibt es?

Abbildung: Rabattgutscheine
Es werden zwei Arten von Rabattgutscheinen im Internet unterschieden: Solche, die man ohne Registrierung in Anspruch nehmen kann, und solche, die eine Registrierung mit Angabe persönlicher Daten und der gewünschten Zahlungsweise erfordern.

Rabattgutscheine ohne Registrierung bieten meist 5 bis 10 Prozent Rabatt und sind in jeder Suchmaschine zu finden. Dazu geben Sie einfach die Wörter "Rabatt" oder "Gutschein" in Verbindung mit dem Namen des Unternehmens ein, bei dem Sie einen Rabatt erhalten möchten. Sind Sie fündig geworden, übertragen Sie den erhaltenen Rabatt-Code in das Bestellformular.
Bei diesen Rabatten sieht Peter Lassek, Referent für Verbraucherrecht und -politik der Verbraucherzentrale Hessen, keine Gefahren. Schließlich ist keine Preisgabe persönlicher Daten erforderlich. Jedoch rät Lassek, vor Inanspruchnahme des Gutscheins die Preise zu vergleichen. Oft können Sie - auch ohne Rabatt - bessere Preise finden.

Gutscheine, für die Sie sich registrieren müssen, bieten in Deutschland mehr als ein Dutzend Unternehmen an. Zu den bekanntesten zählen groupon.de, dailydeal.de, PromoZebra oder cooledeals.de. Sie versprechen Rabatte bis zu 80 Prozent auf ganz verschiedene Produkte und Dienstleistungen: Restaurant- oder Schwimmbadbesuche, Reisen, Schuhe, Bücher etc. Oft sind die Angebote regional beschränkt; Sie geben bei Registrierung Ihre Stadt/ Region an und erhalten fortan per Newsletter Informationen über neue Rabattaktionen. Diese Angebote sind unter dem Namen "Groupons" bekannt, einer Wortschöpfung aus dem englischen "group" (Gruppe) und "coupon".

Lassek erklärt: "Je mehr Menschen sich zu einer Gruppe zusammenschließen und gemeinsam etwas einkaufen, desto günstiger wird es am Ende. Man könnte auch von organisiertem Mengenrabatt sprechen."

Wie funktionieren die "Groupons"?

"Meist suchen die Betreiber der Gutscheinportale Unternehmen auf und bitten um deren Mitarbeit", sagt Lassek. "Welche Bedingungen an den Gutschein geknüpft sind, welche Preise veranschlagt werden und wie hoch die Anzahl der zu erwerbenden Gutscheine ist, entscheiden letztlich die Aussteller der Coupons selbst."
Haben Sie bei einem Anbieter ein Produkt oder eine Dienstleistung gefunden, die Sie mit Rabatt erwerben möchten, klicken Sie darauf, registrieren sich und kaufen das Produkt per Kreditkarte, Lastschrift oder Paypal. In der Regel ist zum Zustandekommen des "Deals" eine Mindestzahl von Käufern für genau dieses Produkt notwendig. Nur dann ist der Deal erfolgt, nur dann muss bezahlt werden. Den Gutschein erhalten Sie als PDF-Datei per E-Mail, manchmal auch per Post.

Welche Tücken können Rabattgutscheine haben?

Verbraucher- und Datenschützer monieren, dass Datenschutz nicht immer allzu großgeschrieben wird. "Manchmal werden die Daten des Kunden nicht verschlüsselt", sagt Lassek. Dann bestehe die Gefahr, dass persönliche Daten abgefangen und missbraucht werden.

Die Verbraucherzentrale Hessen weist aber vor allem darauf hin, dass die angepriesenen Rabatte nicht immer der Realität entsprechen und zum anderen an zahlreiche Bedingungen geknüpft sind. Der Experte rät: "Als Verbraucher sollten Sie genau schauen, was das gewählte Produkt wirklich kostet oder wert ist." Oft werde von den Anbietern ein Grundpreis für die Errechnung des prozentualen Rabatts angenommen, der am Markt gar nicht existiere. Hier sollten Sie im Internet recherchieren, was das Produkt oder die Dienstleistung wirklich kostet. Auch auf Zusatzkosten, etwa für den Versand des Gutscheins, sollten Sie achten.

Laut Lassek sollten Sie die Geschäftsbedingungen der Anbieter sowie die Bedingungen, an die die Rabattgutscheine geknüpft sind, genau studieren. "Ein wichtiger Punkt sind etwa die Einlösefristen. Manche Gutscheine sind nur zu festgelegten Zeiten einlösbar. Da kommt es schon mal vor, dass der für Sonntag geplante Restaurantbesuch nur unter der Woche stattfinden kann und die ermäßigte Kinokarte nicht für 3D-Filme gilt", erklärt der Experte. Wer nach Abschluss des Vertrags merkt, dass er einen Fehler gemacht hat, ist aber nicht schutzlos: "Kommt der Deal zustande, können Sie den geschlossenen Vertrag mindestens innerhalb von 14 Tagen ab Erhalt des Gutscheins widerrufen", weiß Lassek.

Fazit

Rabattgutscheine im Internet können Schnäppchen bieten, Sie sollten jedoch nicht blind auf die Angaben der Anbieter vertrauen, sondern sich in Ruhe ein Bild von der tatsächlichen Marktlage und den Bedingungen machen, bevor Sie ein Angebot annehmen. Lassek: "Man darf die Rabattgutscheine keinesfalls verteufeln, die Kunden sollten jedoch vermeiden, in eine Rabattsucht zu verfallen und unkritisch zu werden. Letztlich sollten Sie sich immer fragen: Brauche ich dieses Produkt wirklich, und ist das konkrete Angebot wirklich gut?"

Beispiele für Gutscheinportale:
Denise Konrad, Oktober 2011
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