Übergewicht und Adipositas, zu Deutsch: Fettsucht, ist längst ein Massenphänomen. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer "globalen Epidemie des 21. Jahrhunderts". In Deutschland beispielsweise ist inzwischen jeder dritte Jugendliche und jedes fünfte Kind übergewichtig (BMI > 25). Die Zahl der Schulanfänger, die zu viel wiegen, hat sich in den vergangenen 25 Jahren mehr als verdoppelt.
Bei den Erwachsenen in Deutschland ist bereits jeder zweite übergewichtig und 13 Prozent fettsüchtig (BMI > 30). Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird in 40 Jahren jeder Zweite fettsüchtig sein, prognostizieren Experten.
Gesundheitsrisiko Übergewicht
Menschen mit zu viel Speck leben jedoch gefährlich: Wer es als Kind nicht schafft abzunehmen, hat für später ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.
"Rauchen schadet Ihrer Gesundheit" stand lange auf jeder Zigarettenschachtel. Eine Warnung vor zu viel Süßem gibt es nicht. Dabei verringert Übergewicht die Lebenserwartung etwa in gleichem Maße wie der Glimmstängel, haben niederländische Forscher errechnet.
Zu den häufigsten Begleit- und Folgeerkrankungen zählen: Gicht, Fettleber mit Entzündungsreaktionen der Leber, Bluthochdruck und damit auch Fettstoffwechselstörungen, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Gallensteine, Diabetes, orthopädische Schäden und Schlaf-Apnoe, ein nächtlicher Atemstillstand aufgrund von Fetteinlagerungen in Rachen und Schlund.
Nicht fürs Schlaraffenland geschaffen
Es steckt ein Stück genetische Tragik in diesen Schicksalen. Zum einen erhöht oder senkt die Statur der Eltern das Risiko. Zum anderen sind Menschen evolutionsbiologisch nicht fürs heutige "Schlaraffenland" konstruiert, sondern für häufige Hungersnöte: Millionen Jahre lang hatten diejenigen unserer Vorfahren die besten Überlebenschancen, die die dicksten Fettreserven anlegen konnten. Deren Gene waren einmal Lebensretter. In Zeiten voller Kühlschränke werden sie zur Fettfalle.
Sind die Dickmacher-Gene an allem schuld?
Zwar besitzen wohl mindestens 60 Prozent der Kinder die genetischen Voraussetzungen für übermäßige Fettzunahme –doch ernst wird es in der Regel erst, wenn falsche Ernährung und mangelnde Bewegung auf Veranlagung treffen.
Der Anteil von Fast Food wie Pizza, Pommes, Cheeseburger und Currywurst in der Nahrung wird mittlerweile auf 25 Prozent geschätzt und die körperliche und motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen hat stark nachgelassen. Grundschüler verbringen heute gut neun Stunden am Tag im Liegen, neun Stunden im Sitzen und gerade mal fünf Stunden auf den Beinen. Und selbst in dieser Zeit bewegen sie sich nur 15 bis 30 Minuten intensiv.
Bei weniger als einem Prozent der Jungen und Mädchen ist eine Erkrankung – zum Beispiel der Nebenniere, der Schilddrüse oder des zentralen Nervensystems – die Ursache für das Übergewicht.
Aktiv werden
Wenn Sie selbst aktiv werden wollen oder sich noch weiter zum Thema "Bewegungsmangel" informieren möchten, dann finden Sie Links zu verschiedenen Initiativen und Verbänden und weitere Informationen im Artikel:
Weiterhin stellt das Portal
www.uebergewicht-online.de Link zu www.uebergewicht-online.de des BKK-Bundesverbandes betroffenen Kindern und Jugendlichen sowie Eltern und Lehrern Informationen und weiterführende Links zum Thema Adipositas zur Verfügung. Es erläutert die Gründe für starkes Übergewicht und zeigt Wege aus der Adipositas auf.
KLARE SACHE: Gesundheitsreform
Zum Thema "Gesundheit" haben wir für Sie weitere aktuelle Beiträge zusammengestellt.
BKK, H. Neufeldt, aktualisiert Mai 2007
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