Sandburgen bauen, im Meer planschen: Dabei vergessen Kinder schnell die Warnungen vor der Quallenplage an vielen Mittelmeerstränden. Kommen die Sprösslinge dann mit einer giftigen Qualle in Berührung, tun viele Eltern das Naheliegende und waschen die betroffenen Hautstellen mit Trinkwasser ab. Aber dadurch wird noch mehr Gift freigesetzt, und die Schmerzen verschlimmern sich. Salzwasser wirkt hingegen schmerzlindernd, ebenso handelsüblicher Haushaltsessig.
In vielen Mittelmeergebieten sind Leuchtquallen im Moment eine regelrechte Plage, einige Strände sind deswegen bereits gesperrt. Diese Quallenart hat an ihren Körpern und Tentakeln Nesselzellen. Bei einer Berührung "schießen" aus diesen Zellen giftige Widerhaken. Die Folge: schmerzhafte "Verbrennungen" der Haut, Rötungen und Schwellungen. Bei empfindlichen Menschen und Kindern kann die Berührung auch Schwindel und Übelkeit hervorrufen. In seltenen Fällen kommt es zu einem allergischen Schock.
Auch tote Quallen geben Gift ab
Eltern sollten sich über die Situation an den jeweiligen Stränden informieren. In manchen Gebieten hängen entsprechende Fahnen, die auf das vermehrte Quallenaufkommen hinweisen. Aber auch bei massenhaft toten Quallen am Strand ist es sicherer, das Baden zu untersagen und die Kinder nicht direkt am Ufer spielen zu lassen. Leuchtquallen geben ihr Gift auch noch einige Zeit nach ihrem Tod ab. Kinder sollten die toten Tiere deshalb auf keinen Fall berühren, so der Rat des R+V-Infocenters.
Salzwasser und Essig reduzieren Schmerzen
Im Fall der Fälle dürfen die betroffenen Hautstellen nie mit Süßwasser abgewaschen werden. Ebenso wie Alkohol sorgt es dafür, dass weitere Nesselkapseln aufplatzen und noch mehr Gift freigesetzt wird - die Schmerzen verschlimmern sich. Salzwasser oder Essig wirken hingegen schmerzlindernd. Ebenfalls wichtig: möglichst wenig bewegen, damit sich das Gift nicht so schnell im Körper verteilt.
Um die Giftkapseln zu entfernen, kann man Sand auf die Haut streuen und nach rund zehn Minuten vorsichtig abschaben ohne zu reiben, beispielsweise mit einem Messerrücken oder einer Plastikkarte. Alternativ hat sich auch Rasierschaum bewährt. Anschließend die betroffenen Stellen mit Eis oder Gel kühlen. Dabei sollten Eltern immer aufpassen, dass sie sich nicht selbst die Hände verbrennen - Gummihandschuhe sind ein guter Schutz. Weiterer Tipp des R+V-Infocenters: Die Strandaufsicht ist in der Regel mit Gegenmitteln ausgestattet und weiß, was zu tun ist.
Allergischen Schock ausschließen
Hat das Kind eine bekannte Allergie, gehören entsprechende Medikamente in die Reiseapotheke. Nach einer Quallenberührung sollte das Kind am besten erst einmal einige Stunden beaufsichtigt werden, um einen allergischen Schock auszuschließen. Bei sehr starken Reaktionen, Kreislaufproblemen und Unwohlsein ist eine ärztliche Behandlung zu empfehlen.
Quelle:
R+V-Infocenter, Juli 2007
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