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Eltern + Kind

Schule

Schule beendet und jetzt? - Zeit zur Orientierung

Abbildung: Frau mit Weltkugel
Nachdem die Schule beendet ist, können sich viele junge Menschen nur schwer entscheiden, welchen Weg sie zukünftig einschlagen sollen. Immerhin geht es um die Weichenstellung für das zukünftige Arbeitsleben. Beginnt man eine Ausbildung und startet direkt ins Arbeitsleben oder entscheidet man sich für ein Studium? Um nach der Schule die richtige Entscheidung zu treffen, nutzen viele junge Menschen ihre freie Zeit und engagieren sich in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder einem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ).

Für viele junge Menschen liegt die Motivation für einen solchen Dienst in der aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, nachdem sie einige Jahre mit mehr oder weniger theoretischen Inhalten verbracht haben. In sozialen Einrichtungen, wie Kindergärten oder Seniorenheimen, mit Menschen zu arbeiten oder im Umweltschutz aktiv mitzugestalten sind nur einige Aspekte, die Impulse für die Entscheidung über den weiteren beruflichen Werdegang geben können. Immer mehr junge Leute möchten sich so aktiv für die Gesellschaft einsetzen, sie verbessern oder vorantreiben. In den Jahren 2008/2009 waren im FSJ 35.000 Menschen im Inland und 1.600 im Ausland tätig, außerdem waren im FÖJ 2.600 im Inland und 45 im Ausland tätig.

Möglich ist die Teilnahme an einem FSJ oder einem FÖJ für junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Dieser freiwillige Dienst muss mindestens sechs Monate und darf höchstens 24 Monate dauern. Meistens sind die Teilnehmer aber rund 12 Monate beschäftigt. Diese Zeit können sich angehende Studenten auch als Wartesemester für ihr Studium anrechnen lassen. Währenddessen lernen die Teilnehmer Verantwortung zu übernehmen, aktiv mitzugestalten und sich mit Problemen auseinanderzusetzen.

Ein monatliches Taschengeld, eine Unterkunft und Verpflegung werden in der Regel gestellt. Im FSJ bzw. im FÖJ ist man während der aktiven Tätigkeit gesetzlich sozialversichert. Kindergeld erhalten junge Erwachsene bis zu ihrem 25. Geburtstag, solange sie unter der Einkommensgrenze bleiben. Anerkannte Träger, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) oder der Naturschutzbund (NABU) informieren auf ihrer Homepage über die Bewerbung, die Einsatzbereiche und sonstiges Wissenswertes.

Was kann man tun?

Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Von sozialen Einrichtungen, wie die Behindertenhilfe oder Kinderbetreuung bis zum kulturellen Bereich, wie Denkmalpflege oder im Theater eröffnet sich ein breites Spektrum von Tätigkeitsfeldern. Sogar im Sport, z. B. in der Vereinstätigkeit oder in der pädagogischen Betreuung, können Interessierte mitarbeiten. Möchte man lieber seine handwerklichen oder gestalterischen Fähigkeiten besser nutzen, gibt es auch die Möglichkeit in der Denkmalpflege tätig zu werden.

Eine interessante Erfahrung ist das Kennenlernen von anderen Kulturen und Völkern außerhalb von Urlaubssituationen. Es gibt auch Organisationen, die ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland anbieten. Der internationale Jugendfreiwilligendienst bietet Einsatzmöglichkeiten sowohl im Europäischen Ausland als auch in Entwicklungsländern weltweit an.

Das Freiwillige ökologische Jahr verbringen die Teilnehmer in Naturschutzprojekten oder in Umweltschutzorganisationen. Sie sind hier mittendrin und können aktiv im Umweltschutz mitarbeiten. Neben den praktischen, erlangt man auch theoretische Kenntnisse rund um das Thema Natur und Umwelt. So wird der Umweltschutzgedanke weiter getragen und vorangetrieben.

Bundesfreiwilligendienst ab Juli 2011

Zusätzlich zum FSJ und zum FÖJ kommt im Juli 2011 der Bundesfreiwilligendienst hinzu. Dieser soll laut Bundesregierung die durch die Aussetzung der Wehrpflicht wegfallenden Zivildienstleistenden in sozialen Einrichtungen auffangen. Jährlich sollen dabei ca. 35.000 Männer und Frauen unter anderem für den sozialen Dienst geworben werden.

Der Bundesfreiwilligendienst wird durch den Bund gefördert, das FSJ und das FÖJ hingegen von den Ländern. Auch hier können Frauen und Männer ab 16 Jahren in den bereits genannten Bereichen, wie Soziales, Sport, Kultur oder Umweltschutz tätig werden. Wie im FSJ und im FÖJ beträgt die Mindestdauer der Beschäftigung sechs Monate und die Höchstdauer 24 Monate, außerdem sind die Teilnehmer auch hier gesetzlich sozialversichert.

Trotz der zusätzlichen Arbeitskräfte wird von Seiten der Bundesregierung garantiert, dass keine regulären Arbeitsplätze im Zuge der Einführung wegfallen. Der Dienst wird im Rahmen unterstützender Tätigkeiten, ähnlich des Zivildienstes zuvor, durchgeführt.

C. Frei, März 2011

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