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Was tun bei geschwollenen Beinen und Füßen?

Wenn es zu Schwellungen an Beinen und/oder Füßen kommt, kann dies ganz verschiedene Ursachen haben.
Abbildung: Geschwollene Beine in einem Eimer mit Wasser (Quelle: Thinkstock)
Prof. Malte Ludwig, Chefarzt der Abteilung Angiologie am Benedictus Krankenhaus in Tutzing am Starnberger See, sagt: "Bei Menschen, die unter folgenden Erkrankungen leiden, kann es zu Bein- und Fußschwellungen kommen: Rechtsherzschwäche, Venenleiden wie Venenklappenstörung oder Venenthrombose, Leberzirrhose, Nierenfunktionsstörungen, Lymphödem, Gewebeentzündung (Erysipel) der Beine, sowie Allergien."

Prof. Ludwig erklärt weiter: "Beinschwellungen können aber auch durch Medikamente wie zum Beispiel langfristige Kortisoneinnahme, Östrogene, Kalziumantagonisten, oder auch durch Blutergüsse verursacht werden."
Auch bei Tumorpatienten können in Folge einer Bestrahlungsbehandlung Schwellungen an Beinen und Füßen auftreten.

Ludwig: "Eine besondere Form von Beinschwellungen ist das Lipödem, das immer symmetrisch beide Beine befällt und nur bei Frauen auftritt." Es wird von Großmutter oder Mutter vererbt.

Was tun bei geschwollenen Beinen und Füßen?

Tritt bei einem Menschen erstmals oder wiederholt eine Schwellung an Beinen oder Füßen auf, rät Prof. Ludwig: "Man sollte umgehend einen Internisten oder Gefäßspezialisten aufsuchen. Denn geschwollene Beine kann man nur vermeiden, indem man ihre Ursache identifiziert und behandelt."

Keinesfalls sollte nach dem Motto "Beine hochlegen wirds schon richten" Selbstdiagnostik betrieben werden. "Es muss von Fall zu Fall entschieden werden, was zu tun ist, und zwar durch den Arzt", so Ludwig.

Ursachen für geschwollene Bein und Füße

  • Ursache: Herzschwäche

    Ist eine Herzschwäche die Ursache für die Schwellung, so der Experte, dann muss die Herzerkrankung behandelt werden, sowie entwässernde Medikamente gegeben werden. In diesem Fall ist das Hochlegen der Beine nach Ansicht von Experten sogar schädlich, da das Wasser dann Richtung Herz fließen könnte.

    Führt ein Venenleiden zu den Schwellungen, dann rät Prof. Ludwig zum Tragen von Kompressionsstrümpfen. Ludwig sagt: "Hier gilt der Satz: Laufen und Liegen ist gut, Sitzen und Stehen ist schlecht." Liegen Thrombosen vor, müssen zusätzlich gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden.
  • Ursache: Lymphödem

    Liegt die Beinschwellung an einem Lymphödem lautet die Behandlungsmethode: Manuelle Lymphdrainagenmassage plus anschließende Kompressionsverbände und/oder Kompressionsstrümpfe. "In diesem Fall sind entwässernde Medikamente unbedingt zu vermeiden", warnt Ludwig.
  • Ursache: Allergie

    Bei Bein- und Fußschwellungen aufgrund von Allergien kommt ein Antiallergikum zum Einsatz. "Gegebenenfalls kann auch kurzfristig Kortison verschrieben werden", weiß Ludwig.
  • Ursache: Medikament

    Im Falle einer Medikamentenursache muss das Medikament abgesetzt werden und dann beobachtet werden, ob es zu einer Besserung kommt.
  • Ursache: Lipödem

    "Beim Lipödem", so Ludwig, "ist nur bei besonderer Indikation eine Fettabsaugung angebracht. Vorsicht: Bei dieser Maßnahme können Lymphgefäße geschädigt werden, sodass es wiederum zum Lymphödem kommen kann."

Fazit

In jedem Fall, sagt der Spezialist, sollten geschwollene Beine und Füße ernst genommen werden und so schnell wie möglich ein Termin bei einem Gefäßspezialisten oder Internisten vereinbart werden.
D. Konrad, März 2012
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