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Problem mit dem Durchblick? Bessere Sicht im Straßenverkehr

Abbildung: Buchstaben

Mit zunehmendem Alter lässt die Sehkraft nach. Die Kontraste sind schwieriger zu erkennen, die Sehschhärfe nimmt ab und auch das Gesichtsfeld ist meist eingeschränkt. Auf was man achten sollte.
Spätestens ab Mitte 40 lässt die Sehkraft bei den meisten Menschen merklich nach. Im Straßenverkehr kann das ernsthafte Folgen haben, etwa bei einer Gefahrenbremsung. Ist ein Fahrer beispielsweise mit Tempo 100 unterwegs und erkennt ein Hindernis nur eine Sekunde zu spät, legt er in dieser Zeit eine Strecke von rund 28 Metern zurück - das entspricht einer Länge von sieben Pkw. Damit Sie nicht aufgrund schlechten Sehens zu einer Gefahrenquelle werden, empfiehlt die Deutsche Verkehrswacht (DVW) jedem Autofahrer, einmal jährlich einen Sehtest machen zu lassen. "Die Sehkraft lässt so schleichend nach, dass viele kaum merken, dass sie nicht mehr ordentlich sehen können", sagt DVW-Sprecherin Hannelore Herlan. Eine regelmäßige Überprüfung der Sehfähigkeit ist daher dringend zu empfehlen. Wie gut Ihre Sehkraft ist, können Sie auch vorab im Internet auf verschiedenen Seiten testen. Dort erhalten Sie zumindest eine grobe Analyse Ihrer Sehkraft (siehe Links am Ende des Texts).

Augen sind wichtigster "Verkehrs-Sinn"

Rund 85 Prozent aller Sinneseindrücke werden über die Augen aufgenommen. Bei Nebel, Regen oder einbrechender Dämmerung können auch leichte Sehschwächen zu einem deutlichen Verkehrsrisiko werden. Nach einer Schätzung des Bundesverbandes der Augenärzte sind jährlich rund 300.000 Unfälle auf schlechtes Sehen zurückzuführen. Darüber hinaus berichtet der Verband, dass rund zwölf Millionen Autofahrer in Deutschland glauben, dass ihre Sehkraft trotz Sehhilfe eingeschränkt ist.

Verpflichtende Sehtests in der Diskussion

In Deutschland sind nur Berufskraftfahrer (Lkw-, Bus- und Taxifahrer, Führerscheinklassen D, D1, DE, D1E) alle fünf Jahre zu einem Sehtest verpflichtet. Fahrer leichter Lkw (Führerscheinklasse C1, C1E) müssen ab einem Alter von 50 Jahren alle fünf Jahre zu einer Eignungsuntersuchung inklusive Sehtest. Alle anderen Autofahrer dürfen ab der Führerscheinprüfung ohne Sehtest lebenslang fahren.

Die Einführung eines allgemeinen Sehtests für alle Führerscheininhaber wird immer wieder von verschiedenen Seiten gefordert. Im Gespräch ist meist die Pflicht, alle sieben Jahre einen Sehtest zu machen, um seine Fahrerlaubnis zu bestätigen. Die DVW sieht hier jedoch keinen Handlungsbedarf. Sehtests sollten nach Ansicht des Vereins nicht verpflichtend sein. "Wir setzen hier auf Einsicht und Eigenverantwortung", sagt Herlan. Hinweise auf eine Sehschwäche könnten sein: Macht sich beim Überholen auf der Landstraße Unsicherheit breit, weil Entfernungen schlechter eingeschätzt werden können? Tauchen andere Fahrzeuge manchmal aus dem "Nichts" auf? Treten bei längeren Fahrten Kopfschmerzen oder rote, trockene oder tränende Augen auf?

Die häufigsten Sehschwächen im Überblick

  • Kurzsichtigkeit (Myopie)
    Kurzsichtige Autofahrer können nur nahe Gegenstände und Personen scharf erkennen. Das Auge ist entweder etwas zu lang oder die Hornhaut hat eine zu starke Brechkraft. Dadurch werden entferntere Objekte unscharf. Im Straßenverkehr führt dies dazu, dass etwa Straßenschilder oder andere Verkehrsteilnehmer undeutlich oder überhaupt nicht wahrgenommen werden.
  • Weitsichtigkeit (Übersichtigkeit, Hyperopie)
    Ist das Auge etwas zu kurz oder hat die Hornhaut eine zu schwache Brechkraft, tritt Weitsichtigkeit auf. Hierbei kann der Autofahrer zwar in der Ferne scharf sehen, nahe Objekte wirken jedoch verschwommen. Besonders beim schnellen Wechselspiel der Entfernungen, wie etwa auf der Autobahn, wenn viele Fahrzeuge am eigenen vorbeifahren, kann die unscharfe Optik zu einer Gefahr werden.
  • Alterssichtigkeit (Presbyopie)
    Ab dem 40., spätestens ab dem 45. Lebensjahr hat die Linse im Auge so viel von ihrer Elastizität eingebüßt, dass nahe Gegenstände unscharf wahrgenommen werden. Je älter man wird, desto weiter reicht in der Regel die Unschärfe. Ab diesem Alter sind regelmäßige Sehtests empfehlenswert - nicht nur im Hinblick auf den Straßenverkehr.
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
    Die Art der Sehschwäche kann zusammen mit Weit- oder Kurzsichtigkeit, aber auch als eigenständige Fehlsicht auftreten. Ein kreisrunder Punkt wird von Autofahrern mit einer Hornhautverkrümmung verzerrt als Ellipse oder Stab wahrgenommen. Verkehrsschilder könnten falsch gedeutet werden.

Tipps und Tricks

  • Frontscheibe
    Auch Fahrer mit guten Augen können im Straßenverkehr unter Sichtproblemen leiden. Steht etwa die Nachmittagssonne tief und scheint durch die Frontscheibe ins Autoinnere, kann auch die Funktion der besten Augen eingeschränkt werden. Hier können selbstverständlich die Sonnenblende oder -brille Abhilfe schaffen. Die komplette Verdunkelung der Frontscheibe ist in Deutschland nicht erlaubt. Die partielle Färbung des oberen Rands der Windschutzscheibe kann aber auch bei tief stehender Nachmittagssonne für ausreichende Sicht sorgen.

    Die Pflege der Windschutzscheibe ist Voraussetzung für einen guten Schutz gegen eingeschränkte Sicht. Regelmäßiges Putzen sorgt für Durchblick und ist besonders im Frühjahr, Sommer und Herbst - wenn viele Pollen, Harze und andere Pflanzenteile in der Luft sind - ein absolutes Muss. Dazu gehören auch der Austausch von Scheibenwischern und Putzflüssigkeit.
  • Kontrastbrille
    Viele Sportler und Scharfschützen tragen bei heller Sonneneinstrahlung eine Brille mit gelben Gläsern. Diese filtert die Blauteile des Lichts heraus und kann so zu einer Erhöhung von Sehstärke und Kontrast beitragen. Das funktioniert besonders gut bei Nebel und in der Dämmerung.
  • Brille für Autofahrer
    Die Brille sollte schmale Fassungsränder und dünne, hoch angesetzte Bügel haben. So bleibt das seitliche Blickfeld frei. Sie muss bequem sitzen und die Gläser müssen groß genug sein, um alles (Rückspiegel, Frontalsicht, Instrumente) im Blick zu haben. Eine Entspieglung macht die Gläser lichtdurchlässiger und verhindert Lichtreflexe von entgegenkommenden Fahrzeugen oder der Straßenbeleuchtung. Superentspiegelte Gläser können das noch besser. Kunststoff ist im Vergleich zu Glas wesentlich stabiler und splittert bei Beschädigungen selten. Allerdings verkratzt Kunststoff leichter, was eine besondere Pflege bedingt.

Übungen zu Entspannung

Pausen während einer längeren Fahrt helfen, die Augen entspannen zu lassen. Auch das Massieren der Augengegend mit den Handballen hilft - aber bitte nur in der Fahrpause. Augentropfen oder andere Medikamente helfen im Einzelfall gegen austrocknende Augen. Auch die Einstellung der Klima/Lüftungsanlage (kein direkter Zug zum Auge oder Kopf) sollte dabei beachtet werden.

Eva Blumenfeld, August 2010

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