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Senioren im Straßenverkehr: Erhalten Sie Ihre Mobilität

Abbildung: Senior mit Auto
Aufgrund der demoskopischen Entwicklung steigt der Anteil der älteren Autofahrer. Wir sagen, was Senioren tun können um noch lange aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen.

Der Einfluss des Alters auf das Fahrvermögen

Für viele ältere Menschen bedeutet das Auto Mobilität und Unabhängigkeit. Man wartet nicht gerne auf Bahnhöfen und Bushaltestellen, wenn es vermeidbar ist. Das Umsteigen und der Transport von Taschen und Koffern sind schon für jüngere Menschen umständlich, für Ältere oft mühselig. Aber mit zunehmendem Alter lassen viele, für das Fahren notwendige Funktionen und Sinne nach. Dr. med. Gerd-Marko Ostendorf, Mediziner im R+V-Infocenter erklärt, was physiologisch passiert, worauf Sie achten und wie Sie sich fit halten können.

Laut Dr. Ostendorf lassen mit zunehmendem Alter viele auch für das Autofahren wichtige Körperfunktionen nach, wie zum Beispiel die Sehstärke und das Hörvermögen. Aber auch die Reaktionsschnelligkeit und die geistige Verarbeitungsbereitschaft, d.h. die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu registrieren und darauf zu reagieren, leidet. Wann und ab welchem Einschränkungsgrad eine ernste Beeinträchtigung vorliegt, kann nicht allgemein gesagt werden, da dies sehr individuell von der Lebenssituation und der Gesundheit der einzelnen Person abhängt.

Das statistische Bundesamt hat in den letzten zehn Jahren eine Steigerung von zwei Prozentpunkten bei Unfällen, die von Senioren verursacht wurden, festgestellt. Die Zahl der Unfallverursacher steigt dabei mit zunehmendem Alter an, bei den über 70-jährigen liegt die Quote der Unfallverursacher bereits höher als bei den jüngeren Altersgruppen. Die häufigsten Unfallursachen sind:
  • Vorfahrtsverletzungen
  • Fehlverhalten beim Wenden, sowie Ein- und Ausfahren
  • Fehler beim Abbiegen

Altersbedingte Beeinträchtigungen ausgleichen

"Ältere Menschen können jedoch körperliche Einschränkungen in hohem Maße durch Erfahrung und Vorsicht ausgleichen", weiß Dr. Ostendorf. Obwohl Ihre Sinnesfähigkeiten und ihr Reaktionsvermögen geringer sind, als die von jungen Menschen, verursachen sie weit weniger schwere Unfälle, da sie defensiver fahren und sich und die Situation realistischer einschätzen. Umso wichtiger ist es für ältere Menschen, die körperliche und geistige Fitness zu erhalten, um noch möglichst lange sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Medikamente beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit

Berücksichtigen sollten im Speziellen auch die älteren Fahrer, dass einige der im Alter gängigen Medikamente die Verkehrstauglichkeit in erheblichem Maße beeinträchtigen können. Blutsenkende Präparate sind gefährlich, da ein absackender Blutdruck zu Schwindelanfällen führen kann und eine Unfallgefahr während der Autofahrt darstellt. Auch Präparate zur Behandlung von Diabetes können die Fahrtüchtigkeit stark beeinträchtigen. Werden wegen altersbedingter Schlafstörungen regelmäßig Schlaf- oder Beruhigungsmittel genommen, sollte man ebenfalls die Hände vom Steuer lassen.

Was können ältere Menschen tun, um ihre Fahrtüchtigkeit zu erhalten oder zu verbessern?

Für die körperliche Fitness eignen sich Spaziergänge, Yoga, Gymnastik, Schwimmen und Rad fahren während der Geist mit Gedächtnistraining und Lesen frisch gehalten werden kann. Hausaufgabenhilfe bei Enkeln oder auch Spiele wie Bridge und Schach sind gut dazu geeignet die grauen Zellen auf Trab zu halten. "Wenn sie sich körperlich und geistig fit halten und gesund ernähren, können ältere Menschen noch lange Freude am automobilen Leben haben", betont der Mediziner. Wichtig sei laut Dr. Ostendorf ein jährlicher Check beim Hausarzt, um das Seh- und Hörvermögen zu testen sowie eine Blutdruckkontrolle durchzuführen. Senioren sind also vor allem in ihrer Eigenverantwortung gefragt und sollten kritisch hinterfragen, ob sie den Herausforderungen des Straßenverkehrs gewachsen sind.

Eva Blumenfeld, aktualisiert Mai 2009.
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