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R+V-Ratgeber Fahrzeug + Verkehr (Quelle: Thinkstock)

Fahrzeug + Verkehr

Sicher unterwegs

Marderschaden im Auto vermeiden

Abbildung: Angebissenes Kabel
Jedes Jahr verursachen Marder mit ihrem Angriff auf Schläuche, Zündkabel oder Achsmanschetten beträchtliche Fahrzeugschäden. Was Sie gegen Marderschaden im Auto unternehmen können.

Der Motorraum als Marderrevier

Weiche Kunststoff- und Gummiteile im Motorraum sind besonders häufig von Marderbissen betroffen. Aber entgegen der weitverbreiteten Meinung sind Marderbisse nicht das Resultat eines besonderen Appetits. Marder sind neugierig und suchen gerne den Motorraum eines Autos auf. Kommt dann ein fremder Marder, riecht er den Vorgänger und will dessen "Bau" zerstören um ihn zu vertreiben. Im Frühjahr, zur Paarungszeit, sind die Revierkämpfe in vollem Gang und die Mardermännchen besonders beißwütig. Besonders häufig werden folgende Autoteile beschädigt:
  • Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung
  • Kunststoffschläuche
  • Kühlwasser- und Scheibenwaschwasser-Schläuche
  • Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung
  • Zündkabel
  • Stromleitungen bzw. deren Isolierung

Folgeschäden durch Marderbisse

Beschädigte Gummimanschetten

Diese Schäden wirken sich nicht unmittelbar auf den Fahrbetrieb aus, da sie Schutzhüllen für Antriebs- und Achsgelenke sind. Sind jedoch diese Schutzhüllen beschädigt, kann Wasser und Schmutz eindringen und zu schnellerer Korrosion und damit höheren Reparaturkosten führen.

Angebissene Zündkabel

Wenn der Motor plötzlich ausgeht, kann das daran liegen, dass die Zündkabel beschädigt sind. In diesem Fall sollte man nicht weiterfahren, sondern erst einen Fachmann holen, da der Katalysator durch unverbrannten Kraftstoff beschädigt werden kann.

Durchgebissene Kühlwasserschläuche

Tritt Kühlflüssigkeit aus, kann die zu einer Überhitzung und damit Beschädigung des Motors führen. Fällt hingegen die Leistung des Motors ab und der Motor wechselt unter Umständen in das Notlaufprogramm, kann das auch an beschädigten Unterdruckschläuchen liegen.

Wie können Marder ferngehalten werden?

Es werden viele "Geheimtipps" wie WC-Steine, Hundehaare und Mottenkugeln angepriesen, die die Marder aufgrund des Geruchs abwehren sollen. Das eine oder andere Mittelchen mag auch kurzfristig wirken. Leider gewöhnen sich die Tiere schnell an diese Gerüche und suchen den Motorraum bald wieder heim.

Wirksamer ist es dagegen, den Motorraum von unten mit einem engmaschigen Drahtgeflecht abzuschließen, sodass das Tier nicht an die gefährdeten Stellen gelangen kann.

Da Marder durch den Geruch eines anderen Marders angelockt werden, und dann besonders aggressiv sind, ist es sinnvoll, eine Motorwäsche durchzuführen, sobald der Verdacht naheliegt, dass Marder in der Nähe sind.

Marder sind nachtaktiv und scheuen sie das Licht. Parken Sie Ihr Auto im Lichtkegel oder noch besser vor einer Lichtanlage, die an einen Bewegungsmelder gekoppelt ist. Diese reagiert dann auf den herannahenden Vierbeiner und sollte ihn von Wagen fernhalten.

Auch der Zubehörhandel bietet verschiedene Sicherungsmaßnahmen an:
  • Kabelschutz: Eine Ummantelung der Kabel aus Hartkunststoff, wobei jedoch die Manschetten und Schläuche weiterhin ungeschützt sind.
  • Elektroschockgeräte: Kontaktplättchen, die an den Zugangsstellen befestigt werden und bei Berührung einen Stromschlag verpassen (ähnlich einem Weidezaun). Sie verbrauchen nur wenig Strom und sind bei eingeschalteter Zündung oder geöffneter Motorhaube außer Betrieb.
  • Ultraschallgeräte: Geben ständig Töne mit unterschiedlichen Frequenzen ab, die für den Menschen nicht hörbar für Marder jedoch äußerst unangenehm sind. Auch diese Geräte verbrauchen nur wenig Strom und sind leicht selbst einzubauen.

Versicherungsschutz bei Schäden durch Marderbiss

In der Kfz-Teilkaskoversicherung kann ein gesonderter Schutz gegen Marderbiss-Schäden abgeschlossen werden. Mit der R+V-Teilkaskoversicherung der KfzPolice-Plus können Sie unter anderem Marderbiss-Schäden inklusive deren Folgeschäden bis zu 5.000 EUR versichern.

Eva Blumenfeld, aktualisiert, Mai 2011
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