Ihr Ansprech-partner vor Ort
Finden Sie Berater in Ihrer Nähe:
R+V-Ratgeber Fahrzeug + Verkehr (Quelle: Thinkstock)

Fahrzeug + Verkehr

Sicher unterwegs

Serie: Alles Wichtige rund um die Reifen
Wann sind neue Reifen fällig?

Abbildung: Reifen auf der Gehwegkante

Nicht immer ist gleich sichtbar, ob Reifen erneuert werden müssen oder nicht. Unsere Sicherheit hängt jedoch in hohem Maß von intakten und griffigen Reifen ab.
Es gibt verschiedene Faktoren, die die Anschaffung neuer Reifen nötig machen:
  • Reifenschäden
  • Abnutzung
  • Überalterung

Reifenschäden

Viele Reifenschäden entstehen durch unsachgemäße Behandlung des Reifens. Neben den Schäden, die durch zu geringen Reifen-Fülldruck entstehen, gibt es noch andere Faktoren, die dem Reifen schaden:

  • Schräges Auffahren auf den Bordstein: Dadurch kann der Reifen im Inneren beschädigt werden. Im schlimmsten Fall droht ein Reifenplatzer.
  • So genannte Kavalierstarts: Durch diese Vollgasbeschleunigung wird der Reifen unnötig stark abgenutzt.
  • Falsche Lagerung: Sowohl Sommer- als auch Winterreifen sollten trocken gelagert und nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden. Reifen mit Felgen sollten immer liegend, Reifen ohne Felgen immer stehend gelagert werden.
  • Kontakt mit Ölen, Benzin und Chemikalien: Öl, Benzin oder ähnliche Substanzen greifen die Reifenoberfläche an, indem sie die Materialeigenschaften verändern. Der Reifengummi wird weich oder porös, was man oft nicht gleich sehen kann.
  • Hochdruckreiniger: Der harte Strahl aus den Reinigungsdüsen setzt den Reifen zu. Auf keinen Fall sollte der Abstand weniger als 20 cm betragen. Empfohlen wird, eine direkte Bestrahlung des Reifens zu vermeiden.

Bedenken Sie, dass Reifen ein Gedächtnis" haben. Unsachgemäße Behandlung wie zum Beispiel das Fahren mit zu geringem Luftdruck oder das Überfahren eines Bordsteines machen sich oft erst viel später durch einen sichtbaren Schaden bemerkbar.

Sichtbare Reifenschäden

Sind bereits Schäden sichtbar, ist ein umgehender Reifenwechsel, bzw. eine Reparatur notwendig, um einen Reifenplatzer mit schlimmen Folgen zu vermeiden!

  • Risse: Ist ein Reifen zu alt, wird das Gummi porös. Das zeigt sich oft in Form von feinen Rissen auf den Außenseiten des Reifens.
  • Beulen: Ist die innere Struktur des Reifens beschädigt, entstehen Beulen an der Reifenflanke.
  • Eingefahrene Fremdkörper: Bereits ein Nagel in der Lauffläche eines schlauchlosen Reifens führt zu schleichendem Luftverlust. Die eindringende Feuchtigkeit kann den Stahlgürtel im Reifen innern zum Rosten bringen.

Wann kann ein Reifen noch repariert werden?

Ist der Schaden nicht zu groß und das Reifeninnere unbeschädigt, dann ist eine Reparatur möglich. Hierfür werden Gummistücke eingesetzt oder einvulkanisiert. Repariert werden sollte allerdings zeitnah und nur bei Reifen bis 190 km/h (Kategorie T). Grundsätzlich verboten, auch als Notbehelf, ist das das Einlegen eines Schlauches in einen schlauchlosen Reifen.

Abnutzung

Die Abnutzung lässt sich an der Profiltiefe feststellen. Je höher das Profil ist, desto besser ist die Fahreigenschaft des Reifens bei Nässe. Umgekehrt bedeutet das: Je niedriger das Profil, desto höher die Gefahr von Aquaplaning. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe innerhalb der EU (Europäische Union) beträgt 1,6 mm. Aus Sicherheitsgründen sollte der Reifen jedoch schon früher ausgetauscht werden: Sommerreifen ab 2,5 mm und Winterreifen ab 4 mm.

Ein Tipp für Winterreifen:

Um die Abnutzung in Grenzen zu halten, sollte man die Winterpneus alle 10 000 bis 15 000 Kilometer tauschen. Aber: Nicht diagonal, sondern nur auf einer Seite von vorne nach hinten.

Überalterung

Auch wenn das Reifenprofil noch einwandfrei, oder der Reifen gar unbenutzt ist, ist ein Reifen unter Umständen nicht mehr verkehrssicher - nämlich dann, wenn er zu alt ist. Schon Sommerreifen die älter als acht und Winterreifen die älter als sechs Jahre sind, sollten nicht mehr benutzt werden. Die Gummimischung des Reifens wird mit zunehmendem Alter hart, das Material ermüdet und wird brüchig.

Jeder Reifen hat eine Nummer die Aufschluss über das Fabrikationsdatum gibt. Das ist umso wichtiger, als das Kaufdatum eines Reifens Jahre über dem Herstellungsdatum liegen kann. Ein gerade gekaufter Reifen ist also nicht unbedingt neu. In die Reifenflanke ist ein Code eingeprägt, der Auskunft über das Herstellungsdatum der Pneus gibt. Zum Beispiel: DOT DM CI 09X 1309. Die letzten 4 Ziffern weisen Kalenderwoche und Herstellungsjahr aus. In unserem Fallbeispiel wurde der Reifen also in der 13. Kalenderwoche im Jahr 2009 hergestellt. Reifen, die vor dem Jahr 2000 fabriziert wurden, weisen nur eine 3-stellige Zahl auf, zum Beispiel 358 das heißt, dass der Reifen in der 35. Kalenderwoche 1998 hergestellt wurde. Wer schon beim Reifenhändler auf die DOT-Nummer achtet, wird sicher keinen Ladenhüter kaufen.

Eva Blumenfeld, aktualisiert März 2011

Weitere Artikel zum Thema Reifen finden Sie hier:
zum Seitenanfang