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Was muss man für ein positives Gutachten tun?

Abbildung: Grüne Ampel, Quelle: Gabi Schoenemann, www.pixelio.de
Um den entzogenen Führerschein wieder zu erlangen, muss man sich einer medizinisch psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen.
Wir geben Tipps, welche Verhaltensweisen zu einem positiven Gutachten beitragen.
Da jede MPU einem individuellen Untersuchungsauftrag folgt, kann es keine allgemein gültigen Ratschläge geben. Jedoch wird immer erwartet, dass Sie sich selbstkritisch und ausgiebig mit dem eigenen Verhalten und seinen Gründen auseinander gesetzt haben. Sie sollten offen und ehrlich sein, nicht verharmlosen oder bagatellisieren. Nicht die Umstände, sondern Sie waren für Ihr Fehlverhalten verantwortlich, muss Ihre Botschaft sein. Machen Sie deutlich, welche Vorsätze und Strategien Sie für Ihre künftig unauffällige Teilnahme am Straßenverkehr ins Auge gefasst haben und wie die Umsetzung aussieht. "Ihre Bereitschaft, sich zu ändern, muss deutlich werden", so Verkehrspsychologe Dr. Peter Klepzig.

Das Ergebnis des Gutachtens hängt nicht von einer einfachen oder schweren Begutachtungsstelle, einem gnädigen oder ungnädigen Gutachter ab, sondern von Ihrer Einsichtsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft. Es muss einen glaubhaften Unterschied in Ihren Einstellungen und Ihrem Verhalten früher und heute geben. Und dieser muss auch für Ihren Gesprächspartner nachvollziehbar sein. "Schauspielerei in der MPU fliegt schnell auf"", versichert Verkehrspsychologe und Gutachter Allhof-Cramer.

Überzeugende Einstellungen und Verhaltensweisen

Bestimmte Auffassungen schlagen sich in der Bewertung sicherlich negativ nieder: Wenn Sie zum Beispiel meinen, viele Verkehrsteilnehmer fahren noch regelwidriger als Sie, doch nur Sie hatten das Pech, der Polizei in die Fänge zu geraten. Oder wer rote Ampeln überfahre sowie wiederholt die Geschwindigkeit übertrete, begehe eigentlich nur Kavaliersdelikte, denn es komme vor allem darauf an, wie gut man sein Auto unter Kontrolle habe. Oder wenn auch ein gewisser Alkoholpegel bei manchen Menschen mit guter Konstitution nicht schaden würde.

Selbst wenn Sie diese Ansichten nicht vertreten, reichen allgemeine Vorsätze wie "ich will rücksichtsvoller fahren" in der Regel für ein positives Gutachten bei mehr als 18 Punkten im Verkehrszentralregister nicht aus. Ziel ist, dass Sie Ihr Fehlverhalten erkennen, kritisch überdenken und auf Dauer glaubhaft ändern. Darüber hinaus sollen Sie ein auf Ihre Person zugeschnittenes Konzept präsentieren, wie Sie in Zukunft Verkehrsauffälligkeiten vermeiden wollen. Nur dann findet der begutachtende Psychologe in Ihrer Person genügend stichhaltige Argumente, die geeignet sind, die Zweifel an Ihrer Fahreignung auszuräumen. Wichtig hierbei ist, diese Argumente von sich aus anzubieten, besonders solche, die eine vermehrte Selbstkritik und ein gestärktes Verantwortungsbewusstsein illustrieren. Beantworten Sie die Frage, wie Sie damals Verkehrsvergehen hätten vermeiden können. Machen Sie deutlich, warum Sie heute im Straßenverkehr nicht mehr so große und zahlreiche Risiken in Kauf nehmen. Und wie Sie sich künftig regelkonform im Straßenverkehr bewegen.

Gefahr der Rückfälligkeit

Bei Alkoholdelikten (oder Drogen) ist die Untersuchungsfrage von zentraler Bedeutung, ob Sie erneut unter dem Einfluss der Substanz ein Kraftfahrzeug führen werden. Für den Gutachter ist entscheidend, ob Sie ein Problembewusstsein entwickelt haben, die Notwendigkeit von Veränderungen einsehen und dazu motiviert sind und über Kompetenzen verfügen, diese durchzuhalten. Offenheit sich selbst und dem Gutachter gegenüber ist die Eintrittskarte. Wahrscheinlich kommen die Fragen, wann Sie zum ersten Mal Alkohol getrunken haben und ob Sie deswegen schon vorher negativ im Straßenverkehr aufgefallen sind. Sprechen Sie wahrheitsgemäß über Ihre früheren Trinkgewohnheiten. "Bei einem sehr hohen Promillewert können wir von einem regelmäßigen Alkoholkonsum ausgehen, weil ein Mensch diesen bei gelegentlichem Alkoholgenuss gar nicht erreichen und gleichzeitig noch Auto fahren könnte" stellt Allhoff-Cramer fest. So sprechen die Fakten bei intensiver Trinkgewöhnung bereits vor der MPU eine eindeutige Sprache. Die Ursachen für Ihre Alkoholfahrt sollten Sie ohne Wenn und Aber bei sich suchen. Hatten Sie früher einen hohen Alkoholkonsum, sollten Sie wissen, wie es dazu gekommen ist. Egal, welche Sorgen oder Schwierigkeiten Sie auch belasteten, es sollte klar werden, warum Sie zum Alkohol gegriffen haben, statt Probleme anders zu lösen. Machen Sie glaubhaft deutlich, dass Sie das in Zukunft nicht mehr tun werden.

Weitere Informationen zum Thema

Silke Dörting, Eva Blumenfeld, November 2008
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