Ob im Auto oder mit der Bahn, beim Fahrradtransport sind nicht nur Verkehrsvorschriften sondern auch Gewichtsbegrenzungen, Gepäckbestimmungen und für Bahnfahrer auch die Wahl der Reiseroute zu beachten. Denn all das kann sich auf den Urlaub mit dem umweltfreundlichen Drahtesel auswirken. Wir haben Experten nach Tipps für die große Fahrt befragt.
Transport mit dem Auto
Wer sein Fahrrad mit dem Auto befördert, kann - genug Platz vorausgesetzt - grundsätzlich zwischen drei Möglichkeiten wählen: Auf dem Dach, auf einem Heckträger oder im Wagen. Wichtig bei allen Transportarten ist auf jeden Fall die sichere Befestigung und Verzurrung des Fahrrades. Denn löst sich das Rad im Falle eines Unfalles vom Träger, kann es zum Geschoss werden. Auch am Rad lose befestigte Teile wie Luftpumpen, Trinkflaschen, Sattel-, Lenker- und Packtaschen sollten vor dem Transport entfernt oder gesichert werden. Dasselbe gilt für Kindersitze und Einkaufskörbe - sie gehören nicht aufs Autodach.
- Dachträger:
Laut Tests von Autoclubs besteht bei vielen Dachträgern die Gefahr, dass sich die Räder bei einem Unfall selbstständig machen. Überraschenderweise lag dies aber weniger an den eigentlichen Fahrrad-Trägern, sondern an den Grundträgern und deren Befestigung am Autodach. Daher sollte man unbedingt einen Dachträger wählen, der einerseits sicher auf dem Autodach sitzt und andererseits eine zuverlässige Befestigung für die Fahrräder bietet. Ein Nachteil der Dachträger ist der umständliche Auf- und Abbau der Räder. Lift-Systeme erhöhen hierbei den Komfort. Wird ein Dachträger eingesetzt, ändert sich das Fahrverhalten des Wagens und der Spritverbrauch steigt. Neben der maximal zulässigen Dachlast sollte man auch auf die Höhe des beladenen Fahrzeugs zu achten und und nicht in eine Tiefgarage oder ein Parkhaus fahren. Wer vorausschauend fährt und parkt, lässt beim Anhalten mit Dachträger links und rechts Platz zum Entladen. Generell gilt: mit Rädern auf dem Dach sollte auch ohne Tempolimit nicht schneller als 130 km/h gefahren werden.
- Heck- und Kupplungsträger
Der Transport auf der Anhängerkupplung gilt nach Aussage von Autoclubs als der sicherste Träger-Transport mit dem Auto. Zudem lassen sich viele Kupplungsträger abklappen, so dass man auch leicht an den Kofferraum kommt. Doch wer den stählernen Haken, auf den sich der Träger stützt, nicht schon am Heck hat, muss mit den Mehrkosten für eine Anhängevorrichtung rechnen. Dann bieten sich Heckträger an, die mit Spanngurten und Polsterrollen an Heck- oder Kofferraumklappe befestigt werden und sich an Kofferraum oder Stoßfänger abstützen. Meist passen aber nicht mehr als drei Räder auf solch einen Träger und der Zugang zum Kofferraum ist je nach System eingeschränkt. Bei Crashtests schlossen Heck- und Kupplungsträger recht gut ab, die Fahrräder lösten sich nicht. Diese Trägervariante ist beim Be- und Entladen die bequemste. Zudem wird die Aerodynamik weniger gestört, der Spritverbrauch steigt weniger stark als beim Dachträger.
Bei Reisen ins Ausland mit einem Heckträger, ist zu beachten, dass es Länder gibt (zum Beispiel Italien), die eine Warntafel dringend vorschreiben. Die Warntafel muss dann angebracht werden, wenn ein Teil über die Stoßstange hinausragt und wer ohne Warntafel erwischt wird, muss mit einer Geldbuße rechnen.
- Im Auto
Im Auto lässt sich ein Rad am besten transportieren. Der Spritverbrauch bleibt gleich, die Fahreigenschaften verändern sich nicht. Voraussetzung: Das Rad muss mit Spanngurten oder speziellen Haltern gegen Verrutschen gesichert sein. Im Idealfall ist das Auto groß genug, damit nichts herausragt. Reicht der Platz dafür nicht aus, ist einiges zu beachten: "Man sollte - wenn möglich - nicht mit offener Heckklappe transportieren, denn es besteht Vergiftungsgefahr durch die Abgase warnen Verkehrsexperten. Der Fahrtwind erzeuge einen Sog ins Fahrzeug hinein. Oft genüge es schon, das Vorderrad abzubauen und den Lenker zu lockern, um das Rad besser verstauen zu können. Muss die Heckklappe trotzdem offen bleiben, dürfen herausragende Teile weder Beleuchtung noch Kennzeichen verdecken. Zudem sollte auch die Heckklappe mit einem Gurt festgezurrt werden, damit sie während der Fahrt nicht hochschlägt.
Mit der Bahn
Die Bahn bietet im Rahmen ihres Programms Bahn & Fahrrad diverse Möglichkeiten an, das Fahrrad zu transportieren. Eingesetzt werden zwei Typen von Fahrradwagen: Das Fahrradabteil im IC-Steuerwagen und das Fahrradabteil im Großraumwagen. Wer seine Räder dort komfortabel in die senkrechten Halterungen hängen will, sollte sämtliches Gepäck vom Rad entfernen. Dann den Fuß hinter das Hinterrad stellen, das Fahrrad am Lenker in die Senkrechte stellen (Hinterrad bleibt auf dem Boden) und am Sattelrohr anheben. Dann kann der Drahtesel in die Halterung eingehängt werden. Den richtigen Wagen findet der Bahnfahrer am Wagenstandsanzeiger heraus. Wichtig beim Abstellen des Rades: Seitengänge, Einstiegsbereiche und die Tür zum Führerstand des Lokführers müssen frei bleiben.
Wichtig bei Bahnfahrten: Achten Sie auf ihre Reiseroute. Bisher ist ein Transport von Fahrrädern in den ICE-Zügen der Deutschen Bahn nicht möglich. Dazu kommt, dass auf vielen Fernstrecken heute häufig keine IC oder EC-Züge mehr eingesetzt werden, in denen der Transport von Fahrrädern möglich wäre. Informationen darüber welche Züge auf welchen Strecken eine
Mitnahmemöglichkeit für Fahhräder Link zu: Deutsche Bahn, www.railpassenger.info bieten, finden Sie bei der Deutschen Bahn.
Eine weitere Möglichkeit ist es auch, das Fahrrad voraus zu schicken. Nach Angaben der Bahn dauert die Zustellung innerhalb Deutschlands zwei Werktage, zu den Nordseeinseln und Hiddensee drei Werktage. Der Nachteil: "Man muss eine feste Adresse angeben", sagt Scotland. Eine Abholung am Bahnhof ist nicht möglich.
Was man in den Fahrradurlaub mitnehmen sollte
Verreist man nur mit dem Fahrrad gilt: Je weniger Gepäck, desto größer der Rad-Spaß. Deshalb sollte man sich zu Hause fragen, was unbedingt mit muss. Wir empfehlen, folgende Dinge mitzunehmen:
- Radlerhose
- ausreichend Wechselwäsche
- Regenkleidung
- Radlerhandschuhe
- Fahrradhelm
- Radlerbrille
- Kartenmaterial
- Ausweise (Bahncard, Personalausweis usw.)
- Mobiltelefon
- Erste Hilfe-Set
- Insektenschutzmittel
- Packtaschen hinten
- Packtaschen vorne
- Lenkertasche mit Kartenfach
- Packrolle hinten
- Fahrradschloss
- Ersatzschlauch
- Trinkflasche
- Luftpumpe
- Flickzeug
- Werkzeug
- evtl. Ersatzzüge für Bremse und Schaltung
- Taschenmesser
Eva Blumenfeld, aktualisiert Juni 2011
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