Mit sparsamer Fahr-Technik und der richtigen Vorbereitung Ihres Wagens können Sie den Spritkonsum meist schon um ein Viertel reduzieren. Statt beispielsweise 10 Liter brauchen Sie dann nur 7,5 Liter. Das macht statt 14 dann 10,50 Euro, die Sie auf 100 Kilometer verfeuern. Und wenn Sie Ihre Fahrten vorab gut planen, können Sie noch mehr Sprit sparen.
Fahrten gut planen
Am meisten Sprit sparen Sie, wenn Sie gar nicht fahren. Das klingt im ersten Moment vielleicht sonderbar, doch viele Fahrten sind unnötig und können vermieden werden. Zum Beispiel, indem Sie Termine zusammenlegen und so doppelte Fahrstrecken vermeiden. Oder indem Sie Kurzstrecken einfach zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Besonders alle Strecken unter zwei Kilometern erzeugen einen Verbrauch von zirka 30 Liter Sprit auf 100 Kilometer.
Wer zudem die Möglichkeit hat, die Rushhour zu umgehen, sollte das unbedingt tun – nicht nur für die Nerven, auch für den Geldbeutel bringt das Entlastung. Bei längeren Strecken lohnt es sich auch, Stauabschnitte wie Baustellen von vornherein zu umfahren. Im Stop-and-go-Verkehr ist der Kraftstoffverbrauch am höchsten.
Das Auto auf Sparen einrichten
Grundvoraussetzung für sparsames Fahren ist die Fahrzeugvorbereitung. Das Sparpotenzial fängt mit den Reifen an: Je höher der Rollwiderstand der Pneus auf der Straße ist, umso mehr Kraft, also Sprit braucht der Motor. Nicht breite, sondern schmale oder so genannte Eco-Reifen sind daher die richtige Wahl. Und wer 0,2 bar mehr Luft in jeden Reifen pumpt, als der Autohersteller empfiehlt, spart dann rund 0,5 Liter auf 100 Kilometer.
Je größer der Luftwiderstand, umso höher der Spritverbrauch. Deshalb: Sofort weg mit nicht benutzten Dach- oder Heckträgern. Sie vermeiden so bis zu fünf Liter Mehrverbrauch auf 100 Kilometer. Selbst ein geöffnetes Fenster kostet mehr Sprit.
Auch unnötiges Gewicht erfordert zusätzliche Motorleistung. Deshalb sollten Sie möglichst leer fahren und Ballast aus dem Kofferraum entfernen. Das spart schnell nochmal rund 0,5 Liter auf 100 Kilometer.
Und nur ein perfekt gewartetes Auto braucht am wenigsten Sprit: Verdreckte Luftfilter, verrußte Zündkerzen und dickes Öl (im Schnitt bis fünf Prozent mehr Spritverbrauch) müssen raus, am besten sofort und nicht erst bei der nächsten Inspektion.
Die richtige Fahr-Technik
Starten bedeutet losfahren. Sofort, denn jede Sekunde Leerlauf kostet überflüssigen Kraftstoff. Deshalb sollten Sie sich erst anschnallen, dann starten. Keine Warmlauf-Phase, die braucht das Auto nicht. Im Winter also erst kratzen, dann einsteigen und starten – das ist auch unter Umweltschutz-Aspekten die richtige Vorgehensweise.
Der erste Gang ist nur für das Anrollen, dafür braucht das Auto meist noch nicht mal einen Tritt aufs Gaspedal. Zügig gehts weiter: Ruhig voll aufs Gas treten, Füllung und Leistung in den Zylindern sind dann optimal. Dabei den Tourenzähler im Auge behalten: Nicht über 2.000 Umdrehungen pro Minute hochdrehen, sonst wird viel Sprit verbrannt. Der höchstmögliche Gang ist der beste, solange der Motor nicht ruckelt.
Rote Ampel, Leerlauf im Stand? Nein, abschalten, auch wenn es nur 10 Sekunden sind. Und wenn die Ampel schon in Sichtweite ist, ruhig vorzeitig vom Gas gehen und den Schwung so weit wie möglich nutzen.
Sobald Klimaanlage oder heizbare Heckscheibe ihren Dienst erfolgreich getan haben, sollten Sie diese abschalten. Alle elektrischen Geräte im Auto ziehen Strom von der Lichtmaschine, dem vom Motor angetriebenen Generator. Mehr Strom bedeutet mehr Leistung von der Lichtmaschine, damit mehr Aufwand für den Motor und das erhöht letztlich den Spritverbrauch.
Insgesamt sollten Sie zügig und gelassen fahren und im Verkehr mitschwimmen. In gleichmäßigem Tempo, ohne viel Beschleunigen und Bremsen. Dazu gehört auch vorausschauendes Fahren, um den Fuß rechtzeitig vom Gas zu nehmen, wenn die Ampel umschaltet oder der Verkehr vor Ihnen stockt.
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Merkblatt (PDF 7,3 KB)
fasst die Tipps noch einmal kurz und knapp für Sie zusammen. Ausgedruckt können Sie sich damit die Tipps für Kraftstoff sparendes Fahren immer mal wieder in Erinnerung rufen.
Spritsparwunder, die faulen Versprechen
Der richtige Fahrstil ist nicht jedem gegeben, besonders wenn der Gasfuß beim Ampelstart juckt. Genau das ist die Zielgruppe, auf die Anbieter von Spritsparmitteln zielen. Um erst gar keine Illusionen aufkommen zu lassen – nichts von allem funktioniert. Die Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft hat in einer Untersuchung alle bekannten Mittel geprüft. Nicht eins davon bringt messbare Vorteile. Einerlei, ob es sich um Zündkerzen, Zusatzöle, Magnete, Additive, Kabel oder Folien handelt. Auch wenn begeisterte Käufer eine Ersparnis festgestellt haben wollen. Nachprüfbar war bisher kein Spritspar-Erfolg.
Kraftstoff und seine Qualitäten
Steigen die Benzinpreise, steigen Autofahrer schon mal um. Günstigerer Biodiesel statt Diesel – bringt das was? Grundsätzlich ist das möglich. Aber auch Biodiesel kann für den Motor gefährlich sein, wenn der Hersteller das Fahrzeug dafür nicht ausgerüstet hat. Der Treibstoff zerstört herkömmliche Dieselleitungen und die Einspritzpumpe. Es gibt aber Biodiesel-Ausrüstungen ab Werk und geeignete Nachrüstsätze.
Eva Blumenfeld, aktualisiert Juni 2009
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