Autos verlieren in den ersten Jahren oft gewaltig an Wert. Wir sagen Ihnen, was Sie für den Werterhalt Ihres Gebrauchtwagens tun können um ihn später gut zu verkaufen.
Gepflegte Autos verkaufen sich besser
Wer sich ein neues oder anderes Auto zulegt, tut dies oft im Eintausch gegen sein altes. Dieses kann je nach Zustand zu einem mehr oder weniger guten Preis in Zahlung gegeben, privat verkauft oder im schlimmsten Fall nur noch verschrottet werden. Sicher ist jedoch: Wer sein Auto gut pflegt wird dafür beim Wiederverkauf belohnt. Da kann es auch ratsam sein, sich schon beim Ankauf auf bestimmte Dinge wie Autofarbe, technische Details wie Klimaanlage, Rußfilter, ABS oder Innenausstattung festzulegen. Schließlich will nicht jeder Gebrauchtwagenkäufer einen lila Wagen mit weißen Ledersitzen oder einem zu schwachen oder zu lauten Motor erwerben.
Wie also kann man den Wert eines Fahrzeugs hoch halten und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?
Pflege
Der erste Eindruck eines Fahrzeugs zieht den potenziellen Käufer an oder schreckt ihn ab. Die Pflege - von außen wie von innen - ist nach Angaben von Experten daher einer der wichtigsten Punkte beim Wiederverkauf.
Solange Sie das Auto fahren, sollten Sie regelmäßig die Waschanlage aufsuchen oder den Wagen von Hand waschen. Auch die direkte Wäsche des Motorraums ist zu empfehlen. Wichtig ist es, gerade im Motorraum vorsichtig mit vorschnellen Eigenmaßnahmen umzugehen und auf keinen Fall die Bordelektrik und Elektronik unter Wasser oder Dampfstrahler zu setzen. Als Grundregel gilt: Lieber das Auto in professionelle Hände geben, als unnötig Schäden im Motorraum zu verursachen. An vielen Tankstellen können Sie Ihr Auto auch komplett säubern lassen.
Bevor Sie das Auto einem Interessenten zeigen, steht eine allgemeine und gründliche Reinigung an. Saugen Sie den Innenraum aus und auch die Reparatur kleinerer Mängel - Flecken auf dem Teppich oder Brandlöcher in den Sitzbezügen - wirken sich positiv auf den späteren Kaufpreis aus. Bessern Sie kleine Kratzer oder Steinschläge mit einem passenden Lackstift vorsichtig aus.
Brandlöcher oder Kratzer können in vielen Werkstätten auch für kleines Geld punktuell repariert werden, ohne dass gleich ein neuer Sitzbezug oder eine neue Stoßstange gekauft werden muss. "Hierbei sollte man beachten, ob sich die Investition in die Reparatur auch wirklich lohnt oder ob der potenzielle Käufer wenig Wert auf solche Kleinigkeiten legt", sagt Rainer Hillgärtner vom Autoclub Europa (ACE). Auch bei kleineren Reparaturen gilt für Nicht-Fachleute die Regel: Lieber Hand anlegen lassen, als selbst die Schäden nur mangelhaft auszubessern oder gar zu verschlimmern.
Auch Reifen und Felgen sollten bei der Wagenpflege nicht zu kurz kommen. Dabei hilft es, die Felgen einer separaten Wäsche zu unterziehen. Auch die Profiltiefe des Reifens kann sich auf den Kaufpreis auswirken. Je neuer der Reifen, desto einfacher wird der Käufer zu überzeugen sein.
Raucherautos verkaufen sich schlechter
Rauchen im Fahrzeug mindert meist den Wiederverkaufswert. "Ein gepflegtes Auto mit einem angenehmen Geruch macht auf Kunden immer einen besseren ersten Eindruck als ein weniger gepflegtes", sagt Hillgärtner. Hier können Geruchsneutralisationssprays oder Duftbäume Abhilfe schaffen. Besser ist es aber, im Auto gar nicht zu rauchen, da die Gerüche meist nicht mehr vollständig zu entfernen sind.
Die richtige Farbauswahl schon beim Kauf
Neben dem allgemeinen Zustand sind auch die Farbe und der Lackzustand eines Autos oft ein wichtiges Kaufkriterium. Je exotischer lackiert, desto schwerer verkauft sich der Wagen. Lackpolitur kann helfen, alten Glanz zurück zu gewinnen. Doch schon beim Ankauf des eigenen Wagens lohnt sich ein kurzes Nachdenken über die Farbe des Fahrzeugs: Besonders im Segment der Premiumhersteller wie BMW, Audi oder Mercedes verkaufen sich bunte Farben sehr schlecht, wissen die Experten von der EurotaxSchwacke GmbH. Das Unternehmen aus der Nähe von Frankfurt beobachtet den Automarkt und veröffentlicht Durchschnittpreise nach Modell, Ausstattung und Kilometerleistung. Will man das Fahrzeug wieder leicht loswerden, empfehle sich eine der "Standard-Autofarben" wie schwarz, silber, blau oder weiß. Die Farbauswahl ist bereits beim Kauf des Autos wichtig, denn eine entsprechende Umlackierung ist meist zu teuer, als dass sie sich lohnen würde.
Ein volles Wartungsheft macht einen guten Eindruck
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wartung eines Autos nach Herstellervorgabe. "Das Wartungsheft sollte immer vollständig ausgefüllt sein", sagt Hillgärtner. Bewahren Sie auch Werkstattrechnungen und TÜV-Belege auf. Sie sind schon alleine wegen der Garantiebestimmungen wichtige Dokumente, die den künftigen Käufer überzeugen helfen können. Zudem zeigen Sie dem potenziellen Käufer damit, dass das Fahrzeug gewissenhaft gepflegt sowie gewartet wurde und sorgt auch für die wichtige Transparenz. Auch der Verdacht der Tachomanipulation lässt sich so entkräften. "Der Kilometerstand eines Fahrzeugs ist ein wichtiges Kaufkriterium und sollte im Kaufvertrag unbedingt festgehalten werden", sagt Hillgärtner. So könne bei eventuell später festgestellter Manipulation der Vertrag sofort wieder aufgelöst werden, sagt der Experte des
ACE.
Garantie
Um dem Käufer das zu verkaufende Auto schmackhaft zu machen, ist auch der generelle Garantiestatus wichtig. Ein Auto mit zwei Jahren Rest-Garantie bietet dem Käufer wesentlich mehr Sicherheit und könnte den Ausschlag für einen Kunden geben, zu diesem Fahrzeug zu greifen. Bei vielen Werkstätten kann man Anschluss-Garantien abschließen, wenn die Werksgarantie erloschen ist. Doch hierbei ist mit Blick auf die Prämien auch Vorsicht geboten, weiß Hillgärtner. "Die Garantie finanziert letztlich immer der Garantienehmer. Schließlich gibt es meist Garantie-Auflagen, den Zustand des Fahrzeugs regelmäßig in Werkstätten untersuchen zu lassen, um die Gewährleistung zu verlängern." Dennoch lohnt es sich oft, die Garantiezeit zu verlängern, oder in Einzelfällen sogar speziell für den Weiterverkauf eine neue abzuschließen. Beim Kauf von Privat ist dies eine mögliche Zusatzoption. Kauft man jedoch ein gebrauchtes Fahrzeug aus gewerblicher Nutzung, so ist der Verkäufer zur Gewährleistung verpflichtet.
Hilfe zur Preisorientierung
Für die ungefähre Preiseinordnung gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Der erste Weg sollte zu den Verkaufslisten der Neuwagen führen. Das sind Aufstellungen, welche Modelle welcher Marke wie oft verkauft wurden. Diese gibt es beim
Kraftfahrtbundesamt Link zum Kraftfahrtbundesamt (www.kba.de), zum Teil umsonst und zum Teil für wenige Euro. "Was sich neu gut verkauft, wird auch gebraucht nicht lange herumstehen", ist nicht umsonst eine bekannte Händlerweisheit.
Auch auf Autohandelseiten wie
autoscout24 Link zu autoscout 24.de (www.autoscout24.de) oder
mobile.de Link zu mobile.de (www.mobile.de) lassen sich erste Eindrücke verschaffen, wie viel für das entsprechende Modell verlangt wird. Zusätzlich gibt es auf zahlreichen Seiten im Netz die Möglichkeit, den Marktwert des eigenen Autos genauer zu bestimmen, zum Beispiel unter
DAT Deutschland (Deutsche Automobil Treuhand GmbH) Link zu DAT Deutschland (www.dat.de) oder bei
Auto online Link zu Auto online (www.autoonline.de). Dort lässt sich bei Eingabe der Fahrzeugdetails der Marktwert eines Wagens berechnen. Dieser beruht auf aktuellen den Verkaufsdaten.
Der kalkulierte Wert entspricht also dem durchschnittlichen Preis, den das Fahrzeug am Markt mit der eingegebenen Laufleistung erzielt. Das offenkundige Problem solcher Portale ist, dass die Daten allein das Fahrzeug nicht detailliert genug beschreiben können. Daher kann man sich nicht hundertprozentig auf den Preis verlassen, den der Kalkulator ausgerechnet hat, auch wenn diese relativ präzise sind. "Einen allgemeinen Überblick über den Markt kann man sich so aber verschaffen", sagt Hillgärtner.
Eine weitere Möglichkeit zur Preisbestimmung ist der Gang zum Sachverständigen. Hier erhalten Sie - gegen entsprechende Bezahlung - ein Prüfprotokoll, das dem potenziellen Käufer von vornherein die Stärken und Schwächen des Autos offenbart. Kleinere Mängel, wie etwa Dellen, Schrammen oder abgefahrene Reifen, aber auch besonders wenige Kilometer, ein guter Allgemeinzustand oder seltene Extras können so in den Preisvorschlag mit eingebunden werden. So schaffen Sie eine ehrliche Handlungsgrundlage, die individuell auf das Auto eingeht. Je mehr Meinungen Sie einholen, desto differenzierter kann der Preis bestimmt werden. Der Sachverständige vor Ort muss für seine Dienste bezahlt werden, der Internetservice ist kostenlos, dafür wird in der Werkstatt das Auto individuell eingeschätzt. Beide Instrumente zu benutzen und miteinander zu vergleichen kann jedoch nie schaden.
Eva Blumenfeld, April 2009
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