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R+V-Ratgeber Bauen + Wohnen (Quelle: Thinkstock)

Bauen und Wohnen

Sicher + sorglos

Kleiner Schädling - großer Schaden

Abbildung: Beschädigter Holzboden
Der Befall von Schädlingen kann jeden treffen und ist nicht zwingend ein Indiz für mangelnde Hygiene. Am häufigsten kommen Holzschädlinge und Schimmelpilze oder Schwämme in unseren Breitengraden vor. Experten raten dringend dazu, bei der Bekämpfung der Schädlinge professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn nur ausgebildete Schädlingsbekämpfer wissen, welche Schritte notwendig sind, um die Schädlinge nachhaltig zu entfernen und dabei die Gesundheit der Hausbewohner nicht zu schädigen. Denn so die einhellige Warnung von Experten: Schädlingsgifte gehören nicht in Laienhand.

"Biologische Waffen" gegen Schädlinge

Betroffene müssen bei der Bekämpfung der Schädlinge aber nicht automatisch zur chemischen Keule greifen. Denn Schädlinge können auch mit biologischen "Waffen" bekämpft werden. Beim biologischen Holzschutz werden die natürlichen Feinde - in der Regel andere Insekten - der Holzschädlinge gegen diese eingesetzt. Auch gibt es Wirkstoffe gegen Schädlingsbefall, die auf natürlichen Grundlagen basieren wie beispielsweise Bienenwachs, natürliche Harze und ätherische Öle.

Prävention möglich

Schon beim Hausbau sollte das Thema Schädlingsprävention mit auf der Agenda stehen. Holzstrukturen können mit entsprechenden Schutzmitteln behandelt werden. Bei der Wahl der Schutzmittel ist allerdings Vorsicht geboten. So führen manche der dabei verwendeten chemischen Stoffe zu Allergien und möglicherweise zu langfristigen Gesundheitsschäden. Einen Überblick über die lauernden Gefahren gibt es in unserem Ratgeber "Wenn die Wohnung krank macht". Bereits bei der Planung des Hauses sollte darauf geachtet werden, potentiell feuchte und schlechte belüftete Stellen zu vermeiden, in denen sich Schwämme oder Pilze ausbreiten können. Tipps gegen Pilzbefall gibt es im Ratgeber "Wie lassen sich Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung vermeiden".

Den Feind erkennen

Bevor die Bekämpfung von Schädlingen gestartet werden kann, sollte einwandfrei feststehen, mit wem man es zu tun hat.

Holzwurm oder Gemeiner Nagekäfer

Der Holzwurm oder auch gemeine Nagekäfer wird etwa 2,5 bis 5 mm groß. In der Natur findet man den dunkelbraunen Käfer vor allem an trockenem Laub- und Nadelholz, sowie häufig unter Efeu-Gewächsen. Holzwurm-Weibchen legen etwa 20 bis 30 Eier in Risse am Holz ab. Die Larven des Nagekäfers befallen kein frisches Holz und werden daher auch Trockenholzschädling genannt. Aus dem Ei schlüpft die Larve und frisst sich durch das Frühholz der verbauten Balken. Nach mehreren Entwicklungszyklen verpuppt sich die ausgewachsene Larve im Holz. Nach seiner Wandlung (Metamorphose) schlüpft ein Käfer aus der Puppe. Um einen Geschlechtspartner zu finden, verlässt der Käfer das Holz. Die runden Ausfluglöcher haben einen Durchmesser von 1-3 mm. Diese Ausfluglöcher sind ein gut sichtbares Indiz für einen Holzwurmbefall. In der Regel ist der Platz um die Löcher von Sägespänen übersät. Diese stammen entweder vom Holzwurm selbst oder von ihm nachstellenden Raubinsekten. Der Nagekäfer fühlt sich in allen Hölzern wohl, deren Holzfeuchte nicht unter zehn Prozent liegt. Dabei bevorzugt das Insekt kühlere Orte. Gefährdete Bereiche sind daher vor allem feuchte und eher kühle Räume.

Bekämpfung:
Die Nagekäfer-Larven leben innerhalb des Holzes und sind deshalb vor dem Zugriff mit Bekämpfungsmitteln gut geschützt. Wer die Larven abtöten will, muss daher das Innere des Holzes mit seinen Maßnahmen erreichen. Bei Befall von Holzkonstruktionen am Gebäude wie etwa dem Dachstuhl empfehlen Experten kombinierte Gegenmaßnahmen. So wird zum einen die Oberfläche mit entsprechenden Schutzmitteln besprüht und andererseits das Innere des Holzes mit so genannten Bohrlochtränkungen behandelt. Hier dringt das Schutzmittel tiefer in den befallenen Balken ein und tötet die Larven.
Ausführliche Informationen zur Erkennung, Prävention und Bekämpfung bietet die Expertenwebseite www.holzfragen.de Link zu: www.holzfragen.de, www.holzfragen.de/seiten/holzwurm.html.

Hausbockkäfer

Der Hausbockkäfer ist ein 10 - 25 mm großer brauner Käfer, der normalerweise vorzugsweise in toten Nadelhölzern lebt. Er befällt allerdings auch verbautes Nadelholz beispielsweise in Dachstühlen. Der Hausbockkäfer ist ein Trockenholzinsekt wie der Holzwurm. Befällt der Hausbock tragende Holzteile können die Schäden bis zur völligen Zerstörung des Daches führen. Der Hausbockkäfer gilt daher als der gefährlichste Holzschädling, da er das Splintholz des verbauten Nadelholzes in relativ kurzer Zeit stark schädigen kann. Ein Weibchen legt etwa 50 bis 160 Eier in Risse am Holz ab. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven fressen sich durch das Holz. Nach mehreren Entwicklungsphasen verpuppt sich die ausgewachsene Larve unter der Holzoberfläche. Der aus der Metamorphose entstandene Käfer verlässt das Holz durch ein etwa 4 mal 7 mm großes Ausflugloch. Problematische ist nach Einschätzung von Experten vor allem die sehr kurze Lebenserwartung des Käfers. Die befallenen Hölzer können von mehreren Generationen geschädigt werden. Anders als beim Holzwurm sind vom Holzbock befallene Hölzer nicht so einfach an dem umher liegenden Sägemehl zu erkennen, da sich die Larven vor allem im Inneren des Holzes aufhalten

Bekämpfung:
Gegenmaßnahmen gegen den Hausbockkäfer gestalten sich relativ schwierig, da sich die Larven des Hausbockkäfers innerhalb des verbauten Holzes entwickeln und daher mit Bekämpfungsmitteln schwer zu erreichen sind. Um die Larven abzutöten muss das Innere des Holzes erreicht werden. Experten empfehlen wie beim Holzwurm eine Kombination mehrerer Verfahren. Neben einer thermischen Bekämpfung ist die Kombination aus einer Oberflächenbehandlung mit Holzschutzmitteln und einer Bohrlochtränkung die gängigste Methode. Ausführliche Informationen zur Erkennung, Prävention und Bekämpfung bietet die Expertenwebseite www.holzfragen.de Link zu: www.holzfragen.de, www.holzfragen.de/seiten/hausbock.html.

Pilze

Nicht weniger gefährlich als tierische Holzschädlinge sind Pilze und Schwämme:

Kellerschwamm oder brauner Warzenschwamm

Der Kellerschwamm befällt sowohl im Haus verbaute Laub- als auch Nadelhölzer. Der Kellerschwamm ist ein gelbbraunes Pilzgeflecht mit braunschwarzen wurzelförmigen Strängen. Wie der Name vermuten lässt, breitet sich der Schwamm vor allem in Kellerräumen sowie in Bodennähe der verbauten Hölzer aus. Befallenes Holz wird braun und zerbröckelt bei Kontakt in Würfeln.

Echter Hausschwamm

Der echte Hausschwamm gilt als einer der gefährlichsten Pilze, da er Holz und holzartige Baustoffe befällt und sogar Mauern durchdringen kann. Der Echte Hausschwamm ist ein weißes watteartiges Pilzgeflecht und wächst sowohl auf der Oberfläche als auch im Holzinneren. Bei fortgeschrittenem Befall bilden sich weißgerandete Fruchtkörper, die einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen können. In seinen teilweise meterlangen Strängen kann er auch Wasser leiten und dadurch auch zuvor trockenes Holz angreifen. Ideale Lebensbedingungen für den Schwamm sind Nässe, Dunkelheit und stehende Luft. Vom Hausschwamm befallenes Holz muss verbrannt werden. In manchen Bundesländern gilt eine Meldepflicht bei Hausschwammbefall. Dieses ist in den Bauordnungen der Länder geregelt.

Blättlinge

Blättlinge befallen in der Regel keine Innenräume sondern außen liegende Hölzer wie etwa Fensterrahmen, Zäune oder Carports. Wie die Schwämme produzieren die Blättlinge eine Braunfäule. Diese beginnt im Inneren des Holzes und wird meist erst im Endstadium bemerkt, das fast immer mit dem Erscheinen von Fruchtkörpern zusammentrifft. Im Anfangsstadium des Befalls ist das Holz von gelblichbräunlichen, später von rotbraunen Farbstreifen durchsetzt. Gefährlich bei den Blättlingen: Die Oberfläche des Holzes bleibt lange Zeit intakt, obwohl das Innere des Holzes schon massiv geschädigt wurde.

Weblinks:

Umfangreiche Informationen rund um das Thema Holz haben Experten auf der Webseite www.holzfragen.de Link zu: Holzfragen.de, www.holzfragen.dezusammengetragen.

Eine Übersicht über die meisten Schädlinge mit Abbildungen bietet das Schädlingslexikon unter www.lexikon-der-schädlinge.de Link zu: Schädlingslexikon, www.lexikon-der-schädlinge.de.

Eva Blumenfeld, aktualisiert September 2010
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