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Bauen + Wohnen

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Winterschäden am Dach

Abbildung: Dach, Quelle: Kurt Bouda(www.pixelio.de)
Der Winter ist auch für das Haus eine ungemütliche Zeit. Wind, Regen und Kälte können Schäden am Dach verursachen und teure Reparaturen nach sich ziehen. Wir sagen, wie man Winterschäden am Dach erkennt.

Ziegel und Dachplatten kontrollieren

Winterstürme können einzelne Dachziegel oder -platten lösen und verschieben. Dieses hat Lücken in der Deckung des Dachs zur Folge, durch die Wasser eindringen kann. Das Wasser und die Feuchtigkeit schädigen dann die in der Regel aus Holzbalken bestehende Dachkonstruktion, die Wärmedämmung und - wenn vorhanden - die Innenverkleidung in einem ausgebauten Dachboden. Neben der dauerhaften Beschädigung der Baumaterialien beispielsweise durch faulende Hölzer, können sich hier leicht gesundheitsgefährdende Schimmelpilze oder gar der gefürchtete Hausschwamm bilden. Deshalb sollten die Dachziegel möglichst einzeln nach dem Winter kontrolliert werden.

Von außen ist dies zunächst mit optischen Hilfen wie etwa einem Fernglas möglich. Hier sollten die Ziegel Stück für Stück auf Beschädigungen oder Verschiebungen kontrolliert werden. Algen- und Unkrautbelag, Schmutzschlieren und Wasserspuren können erste Hinweise auf beginnende Schäden sein. Allerdings sind nicht alle Schäden an den Dachziegeln von außen zu kontrollieren. Entsprechend sollten die Dachziegel oder die Innenverkleidung eines ausgebauten Dachbodens auch von innen auf feuchte Stellen kontrolliert werden.

Feuchtigkeitsschäden erst Monate später sichtbar

Problematisch bei möglichen Feuchtigkeitsschäden am Dach ist, dass diese nicht immer sofort bemerkt werden. Gerade bei ausgebauten Dachgeschossen kann es laut Experten Monate dauern, bis Feuchtigkeit oder einsickerndes Wasser sichtbare Spuren hinterlässt. So kann sich erst die Wärmedämmung mit dem Wasser vollsaugen und Dachbalken durchfeuchten. Wenn es soweit ist, dann ist es meistens zu spät und die Behebung des Schadens wird richtig teuer. Das kann mit dem Einsatz eines Feuchtigkeitsmessgerätes im Vorfeld vermieden, werden. Es gibt Messgeräte mit zwei Stiftdioden, die in die Wand gestochen werden oder mit Sensoren, die einfach auf die Wand aufgelegt werden. Diese Messgeräte zeigen den Feuchtigkeitsgehalt in der Wand an. So lassen sich erhöhte Feuchtigkeitswerte feststellen und die Ursachen beseitigen, obwohl noch nichts zu sehen ist. Vor diesem Hintergrund lohnt sich die Investition von 50 bis 100 Euro für ein Messgerät.

Wärmedämmung checken

Eine wesentliche Funktion des Daches ist die Wärmedämmung. Ist diese nicht in einem optimalen Zustand, kann wertvolle Energie entweichen und gegebenenfalls Feuchtigkeit eindringen. Eine feuchte Wärmedämmung verliert ihre Funktion und wirkt sogar als Wärmeleiter nach außen.

Um solche Schwachstellen zu erkennen, kann man eine Thermokamera von einem Fachmann nutzen. Mit diesen Thermoaufnahmen werden die unterschiedlichen Dämmgrade in verschiedenen Farben für das menschliche Auge sichtbar und Schwachstellen oder Schäden aufgedeckt. Größere Mängel können in der Winterzeit allerdings bereits mit dem bloßen Auge erkannt werden. So sind weniger gedämmte Stellen bei Schneefall durch eine geringere Schneedecke oder ganz getaute Stellen zu erkennen. Der Hausherr sollte daher Schneefall nutzen, um bei einem Rundgang um das Haus nach solchen "dunklen Stellen" Ausschau zu halten.

Schornstein als Schwachstelle

Der Schornstein ist eine besondere Schwachstelle auf dem Dach. So ist dieser nicht nur in exponierter Lage Wind, Kälte und Wetter ausgesetzt, er wird auch von der Feuchtigkeit und Säure aus den Abgasen der Heizung angegriffen. Da der Kamin durch ein ganzes Haus hindurch gehen kann, können sich hier beim Eindringen von Wasser leicht schwere Schäden an der Bausubstanz ergeben.

Anschlüsse zum Mauerwerk sind entscheidend

Bei Dach und Fassaden sind die Anschlüsse zum Mauerwerk, zum Beispiel von Fenstern oder den Dachziegeln besonders kritisch zu untersuchen. Bei Zinkblechen können etwa durch die Wärmespannungen aus den Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter die Nahtstellen reißen. Rostende Metallteile sollten umgehend ausgetauscht werden.

Regenrinnen säubern und prüfen

Naturgemäß sammelt sich über den Winter viel Laub und Dreck in den Regenrinnen. Verstopfen diese, sucht sich das Wasser einen anderen Weg an der Fassade entlang und Feuchtigkeit dringt in den Putz ein. Bei Eiseskälte können zudem durch überlaufendes Wasser gefährliche Eiszapfen entstehen, die Menschen beim Herunterfallen verletzen können. Dauerhafte Abhilfe gegen Laubverstopfungen können Laubfanggitter sein. Hier bleiben die Blätter auf dem Schutz liegen und werden, wenn getrocknet, vom Wind weggetragen.

Auch sollten Rinnen und Rohre am Haus nach dem Winter auf Schäden durch Eisdruck untersuchen werden. Friert das Wasser ein, kann das Eis die Rohre und Rinnen sprengen. Dabei sollten auch Kunststoffrinnen geprüft werden, die bei extremer Kälte spröde werden.

Blitzableiter, Schneesicherung & Co

Winterstürme und Kälte können auch die "Aufbauten" auf dem Dach beschädigen. Blitzableiter, Antennen, Satellitenschüssel und deren Leitungen sollten überprüft werden, ob sie sich nicht gelockert haben und so eine Gefahr durch mögliches Herabstürzen darstellen oder ob ihre Funktion beeinträchtigt ist. Letzteres ist vor allem beim Blitzableiter wichtig. Generell wichtig ist eine Schneesicherung auf dem Dach. Spätestens bei Tauwetter können Schnee- und Eisschichten vom Dach rutschen und zur Gefahr für Menschen werden. Dieses verhindern Schneefanggitter oder Rundhölzer am Dach. Dabei sollte man beachten, dass bei Schäden durch Dachlawinen allein der Hausbesitzer haftet.

Fachmann für Dachbegehungen beauftragen

Der Verband Privater Bauherren (www.vpb.de) rät, bei einem geneigten Dach für die Kontrolle nach dem Winter einen Fachmann zu beauftragen. Dieser benötigt in der Regel gut eine Stunde für eine gründliche Untersuchung. Zudem verweist der Verband darauf, dass Hausbesitzer, die nicht die regelmäßige Kontrolle des Daches durch einen Fachmann nachweisen können, für Sturmschäden haftbar gemacht werden können.


Eva Blumenfeld, aktualisiert Mai 2011
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