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Geld und Energie sparen mit einem Fenstercheck

Abbildung: Fenster
Bei einem Haus geht am meisten Wärme - und damit die immer teurer werdende Energie - im Bereich der Fenster verloren. Oft sind die Glasscheiben nicht dick genug oder die Fenster sind am Rand nicht ausreichend abgedichtet. Wir haben das Thema Fenstercheck genauer betrachtet.
Vor dem Hintergrund weiter steigender Energiepreise suchen viele Mieter und Hausbesitzer nach Möglichkeiten, Energie einzusparen. Oft geht viel Wärme vor allem im Bereich der Fenster verloren. Unzureichende Isolierung am Fensterrand oder zu dünne Fensterscheiben können sich auf der Heizkostenrechnung deutlich bemerkbar machen. Wie viel Wärmeenergie an der Außenwand-, Fenster- oder Dachfläche verloren geht, gibt der sogenannte U-Wert an. Bei einfachverglasten Fenstern in Altbauten liegt dieser Wert oft zwischen 5,8 und 6,0. Gesetzlich vorgeschrieben sind heute jedoch Werte von 1,1 bis 1,3. Mit Dreifachverglasung kann man sogar einen U-Wert von 0,5 erreichen. Über eine Renovierung der heimischen Fenster nachzudenken ist also meist eine clevere Idee. Die Kosten dafür können sich innerhalb weniger Jahre amortisieren, da weniger geheizt werden muss.

Was bessere Fenster einsparen

Nach Angaben des TÜV Rheinland können Sie mit einer speziellen Wärmeschutzverglasung in Ihrer Wohnung oder in Ihrem Haus im Vergleich zu herkömmlichem Isolierglas pro Quadratmeter neun bis 14 Liter Heizöl pro Jahr einsparen. Der Wärmeverlust reduziert sich um 50 bis 70 Prozent. Im Internet wird ein Einsparrechner Link zu: Bundesverband Flachglas e.V., www.energiesparen-mit-glas.de angeboten, mit dem Sie Ihr persönliches Einsparpotenzial durch den Einsatz spezieller Wärmeschutzfenster ausrechnen können. Das gesamte Fenster sollte nach Ansicht des TÜV einen U-Wert von 1,4 nicht überschreiten. Beim Glas sollte dieser nicht über 1,1 liegen. Eine spezielle Scheibe, die vor Wärmeverlust schützt, ist aber nicht die einzige nötige Investition.

Am Rahmen geht viel Energie verloren

Auch die beste Wärmeschutzscheibe hilft nicht viel, wenn das Fenster undicht isoliert ist. Viele Fenster sind mit einer Gummischicht abgedichtet. Diese härtet jedoch im Laufe der Jahre aus und kann brüchig werden. So entstehen Lecks, die wertvolle Energie kosten. Die Abdichtung sollte von Zeit zu Zeit von einem Fachmann geprüft und notfalls ausgetauscht werden. Moderne Fensterrahmen aus Holz, Kunststoff oder Aluminium haben einen U-Wert um 1,0 und liegen somit auf ähnlichem Level wie die Scheibe.

Holzrahmen haben nach Angaben des TÜV Rheinland meist eine lange Lebensdauer und werden überwiegend aus einheimischen Hölzern wie Fichte, Eiche oder Kiefer gefertigt. Kunststoffrahmen sind überwiegend aus Hart-PVC, manche besitzen zur Stabilisierung einen Metallkern. Die Dämmwirkung der Holz- und Kunststoffrahmen ist laut TÜV gut. Etwas schwächer dämmen demnach Modelle aus Aluminium oder Stahl. Besonders energiesparend sind dem TÜV zufolge speziell gedämmte Rahmen oder Rahmen mit Mehrkammerprofilen. Durch einen besseren und dichteren Fensterrahmen sparen Sie übrigens nicht nur Energie, sondern beugen auch der Ansammlung von Feuchtigkeit vor. So reduzieren Sie das Risiko, dass die Wände feucht werden und sich Schimmelpilz bildet.

Erkennung der Lecks

Um gegen das Problem Energieverlust an Ihren Fenstern vorzugehen, müssen Sie dieses erst einmal erkennen. Verschiedene Energieberatungsunternehmen bieten hier Hilfe an und suchen nach individuellen Lösungen für Ihr Heim. Die gründlichste Methode, um schadhafte Fenster oder Rahmen aufzuspüren, ist die Thermografie. Dabei wird die Temperaturverteilung mithilfe von Infrarotkameras sichtbar gemacht. So lässt sich genau erkennen und protokollieren, wo kalte Luft in den Raum strömt oder warme entweicht. Daneben gibt es noch den sogenannten "Blower-Door-Test". Dabei wird gemessen, wie luftdicht ein Gebäude ist. Der TÜV bietet in der Regel solche Dienste an. Auch wenn Sie ohne Energieberater feststellen, dass Ihre heimischen Fenster undicht sind und Wärme abgeben, ist dringend zu empfehlen, dennoch einen Fachmann zu kontaktieren und nach einer geeigneten Lösung zu suchen.

Verschiedene Wärmeschutzglastypen

Spezielle Wärmeschutzgläser gibt es in verschiedenen Ausführungen. Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung ist vom Gewicht und den Abmessungen her mit herkömmlichem Isolierglas vergleichbar. Dank einer Edelgasfüllung im Innenraum sowie einer dünnen, durchsichtigen Metallbedampfung zum Rauminneren hin isolieren diese Scheiben laut TÜV besonders gut. Die Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung basiert auf dem gleichen Prinzip. Dank der dritten Scheibe wird der Wärmeschutz dem TÜV zufolge aber noch einmal deutlich verbessert. Dafür ist diese Ausführung jedoch schwerer und dicker als normale Fenster. Deshalb passt die Verglasung häufig nicht in die alten Rahmen. Die Folge: Nicht nur das Glas muss ausgetauscht werden, sondern das komplette Fenster.

Häuser unter Denkmalschutz

Wollen Sie ein denkmalgeschütztes Haus renovieren und dabei die Fenster erhalten, kann es schwierig werden, für ausreichenden Wärmeschutz der Fenster zu sorgen. Hier können sogenannte Mini-Isolierscheiben Abhilfe schaffen. Diese dünnen Isolierscheiben lassen sich oft in die alten Fenster einpassen. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass Mini-Isolierglas nur U-Werte von 1,9 bis 2,2 erreicht.

Eva Blumenfeld, August 2010

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