Ihr Ansprech-partner vor Ort
Finden Sie Berater in Ihrer Nähe:
R+V-Ratgeber Bauen + Wohnen (Quelle: Thinkstock)

Bauen + Wohnen

Immobilienfinanzierung

Immobilienerwerb in der Krise

Abbildung: Geld, Quelle: Tommy S., www.pixelio.de
Fallende Immobilienpreise und günstige Hypothekenzinsen. Die Wirtschaftskrise bietet günstige Konditionen für den Erwerb eines Eigenheims. Wir sagen, worauf es beim Immobilienerwerb ankommt.
Der Verband deutscher Banken verweist darauf hin, dass Bauherren derzeit "günstige Finanzierungsbedingungen" vorfinden. So gibt es gerade Hypothekenkredite mit zehnjähriger Zinsfestschreibung zu Effektivzinsen von im Schnitt durchschnittlich deutlich unter 5% (Stand: Februar 2009). Damit liegen die Angebote deutlich weit unter dem langjährigen Durchschnittszins, der bei über 6% liegt.

20% bis 30% Eigenkapital zum Immobilienerwerb notwendig

Wer Haus oder Wohnung selbst nutzen möchte, sollte laut Bankenverband in der Regel über mindestens 20% bis 30% Eigenkapital verfügen. Bei einem Kauf- oder Herstellungspreis von beispielsweise 300.000 Euro sind das der Beispielrechnung zufolge 60.000 bis 90.000 Euro. Zum Eigenkapital zählen neben Ersparnissen auch Bausparguthaben, ein bereits vorhandenes Baugrundstück sowie in begrenztem Umfang Eigenleistungen. Wer sein Geld in Aktienfonds investiert hat, sollte daher genau schauen, wie sich sein Portfolio entwickelt hat. In vielen Anlageklassen wie Aktien aber auch Anleihen oder Zertifikaten haben sich die Notierungen zuletzt teilweise deutlich erheblich verschlechtert. Nicht wenige Vermögen sind dadurch deutlich geschrumpft.

Festzinsen als Stabilitätsfaktor

Anders als in anderen großen Volkswirtschaften wie etwa den USA ist in Deutschland der Festzinskredit die in der Praxis üblichste Finanzierungsform beim privaten Immobilienerwerb. Beim Festzinskredit wird der Zinssatz für einen Zeitraum von üblicherweise fünf, zehn oder 15 Jahren festgeschrieben. Entsprechend hat der Kreditnehmer für diesen Zeitraum eine Planungssicherheit. Bei flexiblen Kreditformen, wie etwa zum Beispiel in den USA, sind die Kreditnehmer von der Entwicklung der Marktzinsen abhängig, was in schlechten Marktzeiten zu Problemem Problemen in der Zukunft führen kann. Im Gegensatz dazu bleibt bei fest im Voraus vereinbarten Krediten die monatliche Rate gleich und damit kalkulierbar.

Immobilienmarkt trotz Krise intakt?

Nach Einschätzung des Immobilienverbands Deutschland (IVD) sind die Fundamentaldaten auf dem deutschen Immobilienmarkt weiterhin stimmig. So habe sich dieser vor allem im Bereich Wohnimmobilien im internationalen Vergleich gut behauptet. Der Verband beobachtet in den vergangenen Monaten ein steigendes Interesse von Seiten der Käufer. Grund seien die niedrigen Hypothekenzinsen und ein großes Angebot an Eigentumswohnungen und Häusern.

IVD rechnet nicht mit weiter sinkenden Preisen

"Wer kaufen will, sollte es jetzt tun, denn die Preise werden voraussichtlich nicht weiter fallen", so der Immobilenexperte Jürgen Michael Schick vom IVD. So seien insbesondere vermietete Häuser und Wohnungen derzeit gefragt. Nach Beobachtungen des IVD sei das Preisniveau seit 2007 um 10% bis 15% im Bundesschnitt gefallen. Allerdings gibt es hier auch Unterschiede. So legt das Preisniveau in guten Großstadtlagen nach wie vor kontinuierlich zu. Nach Angaben des IVD wird sich daran auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

Inflationsschutz durch Immobilien

Immobilien gelten im Vergleich zu anderen Anlageformen als gute Absicherung gegen die Auswirkungen einer länger anhaltenden Inflation. "Wohngebäude schützen vor Inflation" - zu diesem Ergebnis kommt beispielsweise das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in seinem im März 2009 veröffentlichten "Immobilien-Monitor". Besonders geeignet als Inflationsschutz sind demnach Büro- und vor allem Wohnimmobilien. Bei Wohnimmobilien steigt die Rendite im Durchschnitt über alle Länder im Verhältnis 1:1 mit der Inflationsrate, zusätzlich steigt deren Rendite stärker als 1:1 an, wenn die Inflation höher als erwartet war, heißt es in der internationalen Studie.

Verbraucherzentralen warnen vor voreiligen Käufen

Verbraucherzentralen empfehlen aber trotz der offensichtlich günstigen Konditionen derzeit, sich einen Immobilienerwerb wirklich genau zu überlegen. Vor dem Kauf einer Immobilie sollten alle Risiken geklärt sein, so die hessische Verbraucherzentrale. Von vorschnellen Entscheidungen sei abzuraten. Eine Baufinanzierung könne demnach nur gelingen, wenn das Verhältnis zwischen Kaufpreis, Eigenkapital, finanzieller Belastungsgrenze und Laufzeit von Anfang an stimme. Dazu gehöre auch, dass der Arbeitsplatz auf absehbare Zeit gesichert sei, damit die monatlichen Ratenzahlungen gut eingeschätzt werden können.


Eva Blumenfeld, April 2009
zum Seitenanfang