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CO2-Emission reduzieren - welche Fördermittel gibt es?

Abbildung: Rauchender Schornstein (Quelle: R. Sturm, www.pixelio.de)
Der Klimaschutz ist inzwischen bei vielen Bürgern ins Bewusstsein gerückt. Für Bauherren, Haus- und Wohnungsbesitzer lohnt es sich auch finanziell, CO2-Emission zu reduzieren. Wir stellen mögliche Investitionen für die verschiedenen Geldbeutel vor und zeigen den Weg zu Fördermöglichkeiten für Klimabewusstes Wohnen auf.

Energieberater nutzen

Die Verbraucherzentrale bietet seit über 30 Jahren ein eigenes Beratungsangebot für das Thema Energie an. Unterstützt wird die Initiative vom Bundesministerium für Technologie und Wirtschaft. Hauptziele sind nach Angaben der Träger "Klimaschutz und Ressourcenschonung". Bundesweit stehen dafür 250 Energieberater zur Verfügung, die Interessenten in insgesamt 470 Beratungsstellen in Deutschland zum Thema Energieeffizienz beraten. Die Berater sind Architekten, Ingenieure oder Physiker und beraten zu Themen wie Stromsparen, Wärmedämmung, Heiztechnik und erneuerbare Energien. Fünf Euro kostet die subventionierte Beratung in der Beratungsstelle. Wer mit einem Berater Detailfragen bei einem Ortstermin in der Wohnung bzw. dem Haus klären möchte, der muss einen Eigenanteil von 45 Euro zahlen, den Rest übernimmt auch hier das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Weiterführende Informationen sowie eine bequeme Postleitzahlensuche nach dem zuständigen Berater bietet die Verbraucherzentrale Energieberatung auf ihrer Webseite www.verbraucherzentrale-energieberatung.de Link zur Verbraucherzentrale, www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert zudem eine Vor-Ort-Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden. Das Angebot richtet sich an Eigentümer, Mieter oder Pächter von Gebäuden. Der BAFA-Zuschuss beläuft sich bei ein bis zwei Wohneinheiten auf 300 Euro und ab drei Wohneinheiten auf 360 Euro. Für die Integration von Hinweisen zur Stromeinsparung wird ein zusätzlicher Bonus von 50 Euro gezahlt. Separate Thermografiegutachten werden den Angaben zufolge pauschal mit 150 Euro, aber höchstens 50 Prozent der Beratungskosten (brutto), gefördert. Weitergehende Informationen finden sich auf der Webseite des Bundesamts Link zu: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, www.bafa.de .

Ausgewählte Maßnahmen

Um Energie zu sparen und damit den CO2-Verbrauch zu reduzieren gibt es eine Vielzahl an Maßnahmen , die wir in unserem Energiesparspecial ausführlich beschrieben haben. Die Investitionen dafür können nur wenige Euro betragen oder aber auch etwa für eine umfangreiche Altbausanierung mehrere Tausend Euro in Anspruch nehmen. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen nach Investitionsvolumen aufgelistet:

Bis 500 Euro:

  • Türen und Fenster abdichten
    Besonders in Altbauten kann durch undichte Tür- und Fensterrahmen warme Luft und damit Energie entweichen. Dieses kann einfach und effektiv durch selbstklebende Gummidichtungen aus dem Baumarkt deutlich reduziert werden. Diese müssen einfach von innen an Fenster/Tür bzw deren Rahmen geklebt werden. Besondere handwerkliche Fähigkeiten sind dazu nicht notwendig, es sollte lediglich die Gebrauchsanweisung auf der Verpackung beachtet werden.
  • Raumluft entfeuchten
    Feuchtere Raumluft fühlt sich für den Menschen kühler an als trockene. Mit einem handelsüblichen Raumluftentfeuchter wird der Luft die Feuchtigkeit entzogen und damit die Raumtemperatur um ein paar Grad niedriger angesetzt werden, um den gleichen "Wohlfühlfaktor" zu erzielen. Zwar verbraucht ein Raumluftentfeuchter auch eine gewisse Menge Strom, diese wird aber laut Expertenrechnungen durch die geringeren Heizkosten innerhalb eines Jahres mehr als kompensiert.
  • Elektronische Heizkörperventile einbauen
    Mit elektronischen Heizkörperreglern können die Heizzeiten in den einzelnen Räumen individuell geregelt werden und unnötiges "Durchheizen" von Räumen vermieden werden. So kann man die Regler so einstellen, dass etwa Bad und Küche am Morgen vor dem Aufstehen vorgeheizt werden. Während des Tages - wenn die Bewohner nicht im Haus anwesend sind - wird die Heizung dann abgeschaltet und erst wieder eingeschaltet, bevor die Räume in den Abendstunden wieder genutzt werden. Die Programmierung erfolgt dabei in einem einmaligen Vorgang. Abhängig vom Modell ist auch eine bequeme und nutzerfreundliche Einstellung der Regler am Computer möglich. Die Installation sollte jedoch bei fehlender handwerklicher Ausbildung von einem Fachmann durchgeführt werden.
  • Rohrleitungen dämmen
    Hausbesitzer sollten darauf achten, dass Heizungs- und Wasserrohre die durch die in der Regel kühlen Kellerräume verlaufen entsprechend isoliert sind. So kann die Wärmeenergie möglichst ohne Transportverluste ihren Bestimmungsort erreichen.
  • Einsatz energiesparender Beleuchtung
    Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur kann besonders bei der Beleuchtung eine Menge Strom und damit Energie gespart werden. Dieses kann man etwa durch den Einsatz von Energiesparlampen im Haushalt erreichen. Einsparungen bis zu 80% sind hier den Angaben zufolge möglich. Hintergrundinformationen und konkrete Ratschläge bietet die Initiative Stromeffizienz Link zu: Initiative Stromeffizienz, www.stromeffizienz.deauf Ihrer Webseite unter der Rubrik Energiespartipps Licht.
  • Energiesparpumpe für die Heizung
    Eine moderne Heizungspumpe wird elektronisch gesteuert und passt sich stufenlos und selbstständig dem tatsächlichen Heizbedarf an. Der Wirkungsgrad kann gegenüber einer herkömmlichen Umwälzpumpe um bis zu ist bis zu 25% höher liegen. Entsprechend fällt der Stromverbrauch geringer aus. Die Preise für eine hocheffiziente Energiesparpumpe sind abhängig von der benötigten Leistungsfähigkeit und können auch deutlich über 500 Euro liegen.

Bis 5000 Euro

  • Gas- oder Ölheizung erneuern
    Die Erneuerung der Gas- oder Ölheizung rentiert sich abhängig vom Alter der Vorgängeranlage schon nach relativ kurzer Zeit. Für den Kauf etwa eines effizienten Gasbrennwertkessels müssen in der Regel etwa 4.000 bis 5.000 Euro eingerechnet werden. Experten verweisen darauf, dass sich diese Investition allerdings schon innerhalb eines Jahres wieder amortisieren kann, da ältere Gasbrennkessel wegen ihres geringeren Wirkungsgrades und einer schlechteren Dämmung mehrere hundert Euro pro Jahr sinnlos "verfeuern. Das gleiche gilt für die Erneuerung eines Öl-Heizkessels. Moderne Anlagen mit Ölbrennwertkesseln können hier den Verbrauch um bis zu 40% senken. Ein Ölbrennwertkessel ist ab rund 4.500 Euro zu erstehen. Für Anschluss und Einbau der Anlagen sollte allerdings noch einmal eine vierstellige Euro-Summe eingeplant werden.
  • Heizkörper erneuern
    Die Erneuerung der Heizkörper durch moderne Modelle mit Niedertemperatur-Technik und großen Abstrahlflächen kann die Effizienz der Heizung um bis zu 15% steigern. Die Kosten für neue Heizkörper variieren dabei aber stark nach Modell und vor allem den architektonischen Anforderungen in der Wohnung oder dem Haus. Zu den Kosten für den Erwerb sollten auch die Kosten für den Einbau durch einen Fachmann mit eingerechnet werden.
  • Fenster erneuern
    Abhängig von der Größe des Hauses kann auch der Einbau moderner wärmegedämmter Fenster eine erhebliche Energieersparnis bringen. Wie bei den Heizkörpern variieren auch hier die Kosten für Erwerb und Einbau mit der Größe des Hauses und den architektonischen Anforderungen und können entsprechend auch deutlich über 5.000 Euro liegen.

Ab 5.000 Euro

  • Alternative Heizsysteme nutzen
    Als Alternative zu Öl- und Gasheizungen gibt es eine Reihe von Systemen, die zwar in der Anschaffung teurer, über einen langfristigen Zeitraum aber wirtschaftlicher zu betreiben sind. Ein mit Holz-Pellets befeuerter Heizkessel kostet in der Anschaffung in der Regel zwischen 8.000 und 13.000 Euro. Die Kosten für die Pellets lagen allerdings in der Vergangenheit deutlich unter den Preisen etwa für Öl- und Gas. Das gleiche gilt für die Betriebskosten einer Erdwärme-Pumpe. Hier liegen die Anschaffungskosten bei etwa 7.000 bis 10.000 Euro. Dabei müssen allerdings - systembedingt - noch einmal relativ hohe Kosten für den Abschluss und die Installation eingerechnet werden.
  • Heizungssysteme mit Solarthermie aufrüsten
    Wer in seinem Haushalt auf Solarthermie setzt, kann von der kostenlosen Energie der Sonne profitieren. Solarthermie-Anlagen können dabei ideal als Ergänzung von bereits bestehenden Energieeffizienten Heizungsanlagen genutzt werden. Wer mit der Sonne heizen will, muss allerdings nicht nur Kollektoren, sondern auch einen entsprechend großen Solarspeicher sowie die Verlegung von zusätzlichen Leitungen und Rohren in seine Kalkulation einrechnen. Für ein Einfamilienhaus ist ein einfaches System bereits ab rund 6.000 Euro zu haben. Wer sowohl Trinkwasser wie auch die Heizung mit Sonnenenergie speisen will, muss mit deutlich höheren Investitionskosten rechnen, die etwa doppelt so hoch liegen können.

Fördermöglichkeiten nutzen

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Förderprojekten für private Bauherren oder Immobilienbesitzer. Diese werden bundesweit oder auf Länder- und Kommunen-Ebene angeboten. Die Förderung erfolgt dabei in der Regel über vergünstigte Darlehen zur Finanzierung der Bautätigkeiten und direkte Zuschüsse. Interessenten sollten sich auf jeden Fall sorgfältig über die verschiedensten Möglichkeiten informieren, da sich viele Programme auch kombinieren lassen und so das Fördervolumen gesteigert werden kann.

Förderprogramme der KfW-Bank

Das größte Förderangebot bietet die KfW Förderbank der staatlich getragenen KfW-Bankengruppe. Die KfW Förderbank stellt nach eigenen Angaben "privaten Häuslebauern Mittel für die Schaffung von Wohneigentum, die Sanierung und Modernisierung von Wohngebäuden sowie die Nutzung erneuerbarer Energien zur Verfügung".

Das Angebot für energiesparendes Bauen oder Umbauen gliedert sich dabei im Wesentlichen in vier Bereiche. Zu beachten ist hier allerdings, dass bei größeren Bauvorhaben in der Regel nur ein Teil der Baukosten von den Förderangeboten abgedeckt werden kann. Das maximale Volumen der geförderten Kredite liegt bei 50.000 Euro. Alle Angebote können aber auch mir anderen Förderprogrammen innerhalb der KfW oder auch von anderen Anbietern kombiniert werden.

Die R+V bietet in ihrem Energiespar-Special einen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme der KfW und der Länder.

Förderprogramme der Regionalversorger

Auch zahlreiche Versorgungsunternehmen wie etwa Stadtwerke bieten ihren Kunden Förderprogramme zur Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) an. Entsprechende Informationen und Anträge finden sich in der Regel im Online-Auftritt des zuständigen Versorgungsunternehmens. Sollten Sie hier nicht fündig werden, können Sie einfach unter der allgemeinen Service-Nummer des Versorgers nachfragen. Auch gibt es bereits gemeinsame Förderprojekte zwischen Kommunen und Privat-Unternehmen.

Förderdatenbanken online nutzen

Datenbanken für die Möglichkeiten von staatlicher Förderung von Energiesparmaßnehmen bieten eine Reihe von bundesweiten Institutionen:

BINE bietet eine online-basierte Fördermittelsuche Link zu: BINE Informationsdienst, www.energiefoerderung.info an. Hier kann bequem über die Postleitzahl und die gesuchte Fördermaßnahme gesucht werden.

Der Bund gibt auf seiner Webseite Link zu: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, www.foerderdatenbank.de einen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Eva Blumenfeld, Januar 2009
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