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Boom bei Solaranlagen

Abbildung: Solarpanel mit Sonnenblume (Quelle: www.pixelio.de)
Die Energiekosten steigen, die Bundesregierung plant, im Zuge der Sparmaßnahmen, die Solarförderung um 11 bis 16% zu senken. Die Bundesländer dagegen wollen nur eine Reduzierung um maximal 10%. Noch im Juli 2010 soll eine endgültige Entscheidung fallen. Fest steht jedoch, dass die Solarförderung reduziert wird. Es kann sich trotzdem noch rechnen, über eine Solaranlage nachzudenken. Worauf Sie achten sollten.
Der Boom beim Bau von Solaranlagen hat 2009 ungeahnte Höhen erreicht. Laut Bundesnetzagentur ist die installierte Solarleistung im vergangenen Jahr um 60% gestiegen. Der gleichzeitige Verfall der Marktpreise für Solaranlagen sorgte für außergewöhnlich gute finanzielle Anreize. Die hohen, durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierten Einspeisevergütungen verschafften die Aussicht auf hohe Renditen. Die Bundesregierung zog deshalb die Notbremse und will die Solarförderung für Dachanlagen zum Sommer 2010 um 16% kürzen .

Trotzdem investieren oder nicht?

Trotz dieser einmaligen Kürzung der Solarförderung kann eine Photovoltaikanlage, also eine Solaranlage zur Erzeugung von Strom, für den Endverbraucher auch weiterhin eine lohnende Investition sein. Das EEG garantiert dem Betreiber einer solchen Anlage die Abnahme seines erzeugten Stroms zu dem Vergütungstarif, der bei Inbetriebnahme gültig ist. Die Einspeisevergütung sinkt von Jahr zu Jahr um einen vorgegebenen Prozentsatz unabhängig von der jetzigen einmaligen Kürzung. Wer also schnell handelt kann sich bei Inbetriebnahme seiner Solaranlage bis zum 30. Juni 2010 die noch aktuell gültigen 39,14 Cent je eingespeister Kilowattstunde sichern. Spätere Senkungen betreffen bereits installierte Anlagen für die Dauer von gesetzlich garantierten 20 Jahren nicht.

Nicht nur die Einspeisung selbst nicht benötigten Stroms bringt Vorteile, sondern auch der Eigenverbrauch der produzierten Sonnenenergie. Dieser wird nämlich seit 2009 genauso gefördert wie der eingespeiste Strom. Zwar liegen hier die Vergütungssätze mit momentan noch 22,76 Cent pro Kilowattstunde (ab 1. Juli 20,88 Cent) etwas niedriger. Rechnet man aber nun auch noch die ersparten Stromkosten eines herkömmlichen Energieversorgers von durchschnittlich 20 Cent/KWh dazu, so liegt der Vorteil bei 42,76 Cent/KWh (ab 1. Juli 40,88 Cent). Erzeugt man also den benötigten Strom selbst, spart man nicht nur bisherige Kosten, sondern gewinnt auch noch die staatliche Förderung hinzu, ebenfalls in ihrer Höhe garantiert für 20 Jahre ab dem Zeitpunkt der Produktion.

Legt man diese Zahlen nach der bevorstehenden Kürzung der Solarförderung der Bundesregierung zugrunde, wird deutlich, dass der Eigenverbrauch im Vergleich zur Einspeisevergütung attraktiver geworden ist. Je höher also der Eigenverbrauchs-Anteil einer Photovoltaikanlage ist, desto höher wird auch die zu erwartende Rendite ausfallen.

Solarthermie

Für sogenannte Solarthermie-Anlagen, also Anlagen zur Brauchwassererwärmung oder Heizungsunterstützung, gilt das genannte Förderungsprinzip nicht. Hier können lediglich Fördermittel über unterschiedliche Programme auf Bundes- und Landesebene zur Finanzierung einer solchen Anlage in Anspruch genommen werden. Verbrauchskosten etwa für Wasser oder auch Gas- und Ölkosten für die Heizung können allenfalls gesenkt oder eingespart werden. Vergütungen gibt es jedoch nicht.

In Deutschland ist es möglich über das Jahr gesehen ca. 60% des Warmwasserbedarfs über eine Sonnenkollektoranlage zur Verfügung zu stellen. In den Sommermonaten wird eine Kollektorfläche von ca. 1,0 - 1,5 Quadratmeter pro Person auf dem Dach für eine vollständige Erwärmung ausreichen. In den Wintermonaten wäre jedoch nur über eine vielfache Erhöhung dieser Fläche eine hundertprozentige Auslastung möglich. Die Kosten dafür und die überschüssige Energie im Sommer machen diese Überlegung nicht sinnvoll.

Investitionskosten

Für eine fertig installierte Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach sind aktuell im Durchschnitt 3.135 Euro pro Kilowatt-Spitzenleistung (kWp) aufzubringen. Für einen Vier-Personenhaushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 4.000-5.000 KWh/Jahr ist demnach eine Investition von ca. 15.675 Euro zu tätigen. Vergünstigte Darlehen, länderspezifische Förderprogramme, aber auch zinsvergünstigte Solarkredite verschiedener Hausbanken können bei der Finanzierung helfen. Die interaktive Förderberatung unter www.solarfoerderung.de bietet umfassende Informationen.

Sind die zu erwartenden Investitionskosten bekannt, kann über diverse Rechner im Internet der Ertrag der Anlage und auch die Amortisationszeit, also die Zeitspanne bis die Anlage Gewinn erwirtschaftet, unter Berücksichtigung verschiedener Randbedingung errechnet werden. Die Internetadressen www.solarserver.de/pvrechner/index.php und www.solarrechner.de sind geeignete Anlaufstellen.

Eine fertig installierte Solarthermie-Anlage für einen Vier-Personenhaushalt zur Brauchwassererwärmung liegt bei ca. 4.000 - 6.000 Euro in der Anschaffung inkl. der Montage. Möchte man zusätzlich die Heizung mit der Sonnenenergie unterstützen liegt man bei Investitionskosten von rund 8.000 - 10.000 Euro. Hier ist das Einsparpotenzial im Einzelfall zu ermitteln. Die steigenden Kosten für fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas machen die Installation einer solchen Anlage zu einer sinnvollen Investition. Zu berücksichtigen sind auch die steuerlichen Vorteile, die der Kauf und Betrieb einer Solaranlage mit sich bringt. Die Kosten können steuerlich geltend gemacht werden.

Bauliche Voraussetzungen

Zur Installation einer Solaranlage sind gewisse bauliche Gegebenheiten notwendig. Der Standort der Anlage muss natürlich sowohl in Fläche als auch statisch gesehen geeignet sein. Es muss hierbei nicht typischerweise die Hausdachfläche zur Installation genutzt werden. Auch die Fassade, das Carport- oder Garagendach sind geeignet.

Das ideale Dach zur Installation einer Photovoltaikanlage ist 30 Grad geneigt und exakt in südliche Richtung ausgerichtet, für Solarthermie-Anlagen sind es bestenfalls 45 Grad Dachneigung. In der Praxis sind grundsätzlich Dächer mit einem Neigungswinkel zwischen 20 und 50 Grad und einer Ausrichtung zwischen Südwest und Südost geeignet. Bei Photovoltaikanlagen sind pro kW rund zehn Quadratmeter Modulfläche, bei der Solarthermie sind etwa 1,5 Quadratmeter pro Person an Kollektorfläche notwendig. Verschattungen auf den Flächen durch Bäume, Schornsteine oder benachbarte Gebäude sind weitestgehend zu vermeiden, da diese zu erheblichen Leistungseinbußen führen können.

Soll die Anlage auf ein bestehendes Gebäude montiert werden, so sollte man bedenken, dass die staatlichen Förderungen zum Teil 20 Jahre laufen. Ist abzusehen, dass das Dach vor Ablauf dieser Zeit grundlegend saniert werden muss, sollte man dies vor der Installation der Solaranlage erledigen. Bei der Installation der Solaranlage auf ein bestehendes Gebäude sind natürlich auch weitergehende bauliche Maßnahmen wie die Leitungsverlegung oder bei Errichtung einer Brauchwassererwärmung die Rohrführung und der Platz für einen Warmwasserspeicher zu berücksichtigen.

Bei der Installation einer Solaranlage auf ein bestehendes Gebäude fallen bis zu 20% höhere Kosten an, als bei der Berücksichtigung während eines Neubaus. Soll aus finanziellen Gesichtspunkten die Errichtung einer solchen Anlage bei einem Neubau erst einmal unberücksichtigt bleiben, so sollte zumindest im Vorwege über den Einbau der später benötigten Leitungen, Platz für Wasserspeicher oder auch die Ausrichtung der Dachflächen nachgedacht werden. So wird die Aufrüstung zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich günstiger.

Für die Errichtung einer Solaranlage sollte ein Fachbetrieb vor Ort ein auf das Gebäude und den Nutzungszweck abgestimmtes Angebot erarbeiten, in dem alle örtlichen Gegebenheiten und die persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden können.

Fazit

Solaranlagen sind weiterhin eine lohnende Energiequelle für Privathaushalte, mit der nicht nur der ökologische Aspekt berücksichtigt, sondern bei richtiger Planung und Ausführung auch noch Geld gespart werden kann.

Eine Solarthermie-Anlage wird sich bei ausreichender Qualität, korrekter Pflege und Wartung lange betreiben lassen und dem Benutzer auf Dauer durch niedrigere Heizkosten Einsparungen bringen. Die Steigerungen der Preise für herkömmliche Energiequellen wie Kohle, Gas oder Öl sprechen hier eine eindeutige Sprache. Es lohnt sich daher auch kaum auf sinkende Anlagenkosten, günstigere Kredite oder ähnliches zu warten. Wer umrüsten will, sollte es jetzt tun.

Auch Photovoltaikanlagen bleiben trotz der Subventionskürzungen der Bundesregierung für den privaten Bauherrn oder Hausbesitzer weiterhin interessant. Wird hier Wert auf den Eigenverbrauch gelegt, kann die Anlage innerhalb der staatlich garantierten 20 Jahre Vergütung gemäß EEG gewinnbringend betrieben werden. In der Regel dauert es 12-14 Jahre bis zur Amortisation. Auch hier gilt, wer schnell handelt, kann früher sparen.

Für beide Varianten empfiehlt sich jedoch schon im Vorfeld eine genaue Abwägung der Investitionskosten zur erwarteten Einsparung. Bei einem Neubau sollte die Überlegung zum Einbau regenerativer Energiequellen heutzutage keinesfalls mehr fehlen. Im Teil II unseres Energiesparspecials erhalten Sie weitere Informationen zu den einzelnen Energietechnologien.


Eva Blumenfeld, Mai 2010

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Letzte Änderung: 17.06.2010
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