Ihr Ansprech-partner vor Ort
Finden Sie Berater in Ihrer Nähe:
R+V-Ratgeber Bauen + Wohnen (Quelle: Thinkstock)

Bauen + Wohnen

Bauen + Modernisieren

Energiespar-Special Teil IV - Wasser sparen im Haushalt

Abbildung: Wassertropfen
Der tägliche Trinkwasserverbrauch pro Kopf in Deutschland liegt bei rund 125 Liter. Die Kosten für Aufbereitung und Aufheizen des Wassers steigen ständig. Wir nennen die Einsparmöglichkeiten beim Wasserverbrauch.

Wasser - kostbar und kostspielig

Obwohl der Wasserverbrauch pro Kopf in den letzten 10 Jahren um etwa 10 Prozent gesunken ist, stiegen die Trinkwasserkosten um rund 20 Prozent. Dies begründet die Wasserwirtschaft unter anderem mit den gestiegenen Aufbereitungskosten. Laut Gelsenwasser AG müssen Abwasserkanäle mit Frischwasser durchgespült werden, da die höhere Fäkalienkonzentration die Rohre angreift. Ebenso muss mit den Frischwasserleitungen verfahren werden, weil das Wasser jetzt länger in den Leitungen steht und schneller verkeimt. Der erhöhte Aufwand zum Reinigen der Leitungen führen zu höheren Kosten, die wiederum auf den Wasserpreis umgelegt werden. Deshalb ist das Wassersparen kontraproduktiv, zumal in Mitteleuropa genügend Wasser vorhanden ist. Ein weiteres Problem sind die neu gebauten und völlig überdimensionierten Anlagen zur Wasserversorgung und -aufbereitung in den neuen Ländern, die jetzt enorme Kosten verursachen. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) jedoch ist der fehlende Wettbewerb unter den Wasserversorgern für die Kostenexplosion verantwortlich.

Das Problem ist, dass der Wasserpreis an den Verbrauch gekoppelt ist. Deshalb können die Verbraucher nur Kosten sparen, indem sie den Verbrauch drosseln.

Warmes Wasser verursacht hohe Energiekosten

Etwa zwei Drittel unseres täglichen Wasserverbrauches lassen wir warm aus der Leitung laufen: Zum Duschen, Baden, Geschirrspülen, Waschen und Putzen. Das kostet nicht nur Wasser sondern auch Heizenergie und erhöht die Strom- bzw. Gaskosten. Wir sparen also doppelt, wenn wir den Verbrauch von warmen Wasser reduzieren. So benötigt man beispielsweise für ein Vollbad etwa 200 Liter warmes Wasser, während für eine Dusche bereits 40-50 Liter reichen.

Auch zum Geschirrspülen muss das Wasser erhitzt werden. Wenn man berechnet, dass man für einen maschinellen Spülgang insgesamt 30 bis 40 Liter weniger warmes Wasser braucht, als für mehrere Handspüldurchgänge nötig wären, dann lohnt sich schon der Einsatz eines Geschirrspülers. Falls keine Geschirrspülmaschine benutzt wird, kann auch schon Wasser gespart werden, indem das Geschirr in Wasser eingeweicht, anstatt unter laufendem Wasser abgespült wird.

Bis aus dem Wasserhahn warmes Wasser kommt, sind oft schon etliche Liter Wasser im Abfluss verschwunden. Es kostet weniger Wasser und Energie, wenn die Hände mit kaltem Wasser gewaschen werden.

Wasserhähne und -armaturen - kleine Ursache, große Wirkung

Beim Duschen stehen wir unter laufendem Wasser und auch am Waschbecken hantieren wir oft mit fließendem Wasser. Hier können rund 40 Prozent Wasser eingespart werden, wenn das Auslaufsieb am Wasserhahn durch einen so genannten Perlstrahler ausgetauscht wird. Bei diesem Einsatz wird ein Teil des Wassers durch Luft ersetzt und sorgt für einen vollen, weichen Wasserstrahl.

Bei Duschen lassen sich sogar bis zu 50 Prozent Wasser einsparen, indem der Duschkopf durch einen Sparduschkopf ersetzt wird. Auch hier wird ein Teil des Wassers durch Luft ersetzt, was den Duschstrahl angenehm weich macht.

Herkömmliche Toilettenspülungen lassen bei jedem Auslösen 9 Liter Wasser in die Kanalisation laufen. Auch hier kann man mit nachträglicher Aufrüstung durch eine Stopptaste ein Drittel Wasser pro Spülung sparen. Die Kosten für eine Wasser sparende Umrüstung halten sich in Grenzen und amortisieren sich durch die Ersparnis bei den Wasserkosten schnell: Ein Perlstrahler kostet etwa 5 Euro, ein Sparduschkopf ist für 15 bis 35 Euro zu haben und die Wasserstopptaste für die Toilettenspülung schlägt mit 5 bis 15 Euro zu Buche.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Dichtungen: Ein tropfender Wasserhahn verbraucht bis zu 50 Liter Wasser täglich. Ursache ist meistens eine defekte Dichtung, die leicht und preiswert ersetzt werden kann. Noch schlimmer ist ein undichter WC-Kasten: Bis zu 500 Liter Wasser können täglich durch die leise vor sich hin laufende Toilettenspülung in die Kanalisation rinnen.


Eva Blumenfeld, aktualisiert März 2011

Weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung

zum Seitenanfang