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R+V-Ratgeber Bauen + Wohnen (Quelle: Thinkstock)

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Energiespar-Special Teil I - Das Passivhaus

Abbildung: Passivhaus
Das Passivhaus ist die konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Das Grundprinzip dieser Bauform ist die Vermeidung von Wärmeverlusten und die Optimierung von Wärmegewinn. Die Bezeichnung Passivhaus bedeutet, dass das Haus für die Heizung (fast) keine Energie von außen benötigt. Passivhäuser sind architektonisch so ausgeklügelt gestaltet und mit modernster Technik versehen, dass sie ganz ohne herkömmliche Heizung auskommen.

Auf die Ausrichtung zur Sonne kommt es an

Schon die Sonneneinstrahlung reicht zur Gewinnung von Heizenergie, wenn sie effizient genutzt werden kann. Dies muss schon bei der Planung berücksichtigt werden: Das Haus sollte so ausgerichtet sein, dass die Räume, in denen man sich am häufigsten aufhält, große, mehrfach verglaste Fensterflächen nach Süden aufweisen und möglichst nicht beschattet werden. Das ist dort am besten möglich, wo Bauvorschriften nicht genau festlegen, in welche Richtung Haus und Dachneigung gebaut werden müssen. Aber auch bei Einengung durch Bauvorschriften ist das Passivhaus so konzipiert, dass es ein Maximum an Sonnenenergie umsetzen kann.

Wärmeverlust verhindern

Die Sonne heizt das Haus von außen, aber auch die Bewohner und Haushaltsgeräte geben Wärme ab, die genutzt werden kann. Eine exzellente, wärmebrückenfreie Dämmung der Gebäudehülle (Wände, Dach und zum Boden hin), sowie dreifachverglaste Fenster sind eine wichtige Voraussetzung, um die aufgewärmte Luft im Haus zu halten. Die Stärke der Dämmung beträgt zwischen 25 und 40 Zentimeter. Wie beim Niedrigenergiehaus sorgt eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung neben einem guten und gesunden Raumklima auch für optimalen Luftaustausch und Nutzung der Abluftwärme. Etwa 80 Prozent der Abluftwärme kann so über eine automatische Lüftungsanlage zurück gewonnen werden.

Haus ohne Heizung?

Alleine durch konsequente Aufbereitung und Nutzung der vorhandene Energie und konsequenter Dämmung kann der Restbedarf für Heizung und Warmwasserbereitung mit geringem Aufwand gedeckt werden. Eine aufwändige Zentralheizung mit Heizkörpern in allen Räumen ist nicht mehr notwendig, weil durch die Lüftungsanlage aufgewärmte Frischluft in alle Räume gelangt. Die Sonnenwärme kann durch Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen genutzt werden. Dabei wird die Sonnenwärme direkt aufgefangen, gespeichert und zum Heizen genutzt.

Eine andere Form der Energiegewinnung ermöglichen Wärmepumpen, die die Sonnenenergie nutzen, welche unter der Erde, im Wasser oder in der Luft gespeichert ist. Eine preiswerte und ebenso umweltfreundliche Alternative und als Zusatzheizung für kalte Wintertage ausreichend, ist ein Ofen oder Kamin in dem Biomasse verfeuert werden kann. Zunehmend beliebter ist hier die Befeuerung mit Holzpellets, die aus Sägemehl bestehen und ohne Bindemittel unter hohem Druck zusammengepresst werden. Holzpellets zeichnen sich durch hohe Energiedichte und Heizwert aus. Da sie aus Naturmaterial hergestellt sind, sind sie in der Verbrennung umweltfreundlich. Die Asche kann als Gartendünger verwendet werden. Aufgrund der steigenden Nachfrage, wird die Pelletsproduktion stark ausgeweitet, so dass die Transportwege kürzer und die Preise in Zukunft voraussichtlich sinken werden.

Kosten für den Bau eines Passivhauses

Die Baukosten eines Passivhauses liegen etwa fünf bis zehn Prozent über denen eines Niedrigenergiehauses. Diese Mehrkosten werden jedoch zum Großteil durch die Passivhaus-Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgefangen. Auch langfristig lohnt sich die Investition in ein Passivhaus, da die Warmwasser- und Heizungskosten sogar noch etwa 80 Prozent unter denen eines Niedrigenergiehauses liegen. Damit machen sich Bewohner eines Passivhauses weitgehend unabhängig von der Preisgestaltung der Energiekonzerne.

Quellen: www.effiziento.de Link zu: www.effiziento.de, www.passiv.de Link zum Passivhausinstitut: www.passiv.de


Eva Blumenfeld, aktualisiert März 2011

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