Der Bachelor ist der erste akademische Grad, der nach Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung an Hochschulen vergeben wird. Eingeführt wurde dieser Abschluss in vielen europäischen Ländern im Zuge des so genannten Bologna-Prozesses, mit dem die Strukturen der Hochschulbildung in Europa einheitlicher gestaltet werden sollten. Ein Bachelor-Studiengang hat meist eine Regelstudienzeit von sechs Semestern, kann aber auch länger dauern.
Vertiefung durch Master-Studiengang
Aufbauend auf dem Bachelor-Abschluss kann sich ein Master-Studiengang anschließen, in dem das Fachwissen vertieft oder in einer anderen Fachrichtung erweitert wird. An vielen Hochschulen ist jedoch die Zulassung zu einem Master-Studiengang auch vom Ergebnis des Bachelor-Abschlusses abhängig. Studierende, die über eine bestimmte Note nicht hinauskommen, werden vielerorts nicht zu einem Master-Studium zugelassen.
Besonders beliebt ist auch der
Master of Business Administration (
MBA). Der
MBA ist eine Management-Ausbildung für Akademiker aller Fachrichtungen. Weitergehende Informationen zu diesem Thema bietet der R+V-Ratgeber "
Der MBA - Eintrittskarte in die Welt des Managements".
Zwei Bachelor-Studiengänge kombinieren
Angesichts der mit drei Jahren relativ kurzen Studiendauer können auch zwei Bachelor-Studiengänge hintereinander absolviert werden. Hier bieten sich mit Blick auf die Anforderungen am Arbeitsmarkt etwa Betriebswirtschaftslehre oder Rechtwissenschaften als Kombinationsmöglichkeit zu einer Geisteswissenschaft an.
Berufserfahrung sammeln
Dank des modularen Systems von Bachelor und Master können Bachelor-Absolventen auch direkt in das Berufsleben einsteigen und den Master zu einem späteren Zeitpunkt problemlos nachholen. Interessant ist diese Kombinationsmöglichkeit für diejenigen, die sich ihrer beruflichen Richtung noch nicht sicher sind und zunächst in der Praxis einen späteren Beruf ausprobieren wollen.
Für viele Studenten ist auch die von inzwischen immer mehr Firmen angebotene Kombination aus beruflicher Arbeit und einem im Unternehmen absolvierten Master-Abschluss interessant. Diese Variante hat den Vorteil, dass die teilweise recht hohen Kosten der Master-Ausbildung teilweise oder komplett vom Arbeitgeber getragen werden. Durch die Kombinationsmöglichkeiten hat ein Bachelor-Absolvent mehr Flexibilität bei der Berufswahl, ist aber auf der anderen Seite auch nicht mehr so eindeutig auf ein Berufsfeld festgelegt.
Internationale Erfahrung sammeln
Die Trennung von Bachelor und einem späteren Master kann auch dafür genutzt werden, um die von immer mehr Unternehmen geforderten internationalen Erfahrungen zu sammeln. Anders als etwa bei einem Auslandssemester im Studium kann die Zeit so vollständig dafür genutzt werden, berufliche Praxiserfahrungen zu sammeln und dabei auch noch ein Einkommen zu erzielen.
Steigende Akzeptanz des Bachelor-Abschlusses
Inzwischen sind die meisten Studiengänge in Deutschland auf die neuen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt. Entsprechend sind bereits erste Erfahrungswerte aus der Praxis über die, damals nicht selten kritisierte, Umstellung des Ausbildungssystems möglich. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen gut, geht aus einer Studie des Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult
GmbH (IW
Consult) im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (
DAAD) hervor. Die befragten Unternehmen attestieren auch den Bachelors eine ausreichende berufliche Qualifikation. Die Mehrzahl der Betriebe räumt ihnen mittlerweile den Angaben zufolge sogar die gleichen Karrierechancen ein wie anderen Hochschulabsolventen.
Mehrzahl der Studenten entscheidet sich direkt für Master
In den Jahren zwischen 2000 und 2007 erwarben rund 59.000 Studenten einen Bachelor-Abschluss. Knapp 48.000 erhielten einen Mastertitel. Diese Zahlen bestätigen die These des Hochschul-Informations-Service (
HIS), nach der die Mehrzahl der Studenten direkt nach einem Bachelor auch gleich einen Master-Studiengang absolviert. An den Fachhochschulen sind es demnach mehr als zwei Drittel, die nach dem ersten akademischen Grad unverzüglich einen zweiten erwerben wollen, heißt es in der Untersuchung aus dem Jahr 2007.
Höheres Einstiegsgehalt für Master-Absolventen
Die HIS-Studie begründet das vor allem damit, dass Unternehmen in der Regel den Masterabsolventen im Vergleich zu den Bachelor-Studenten ein höheres Einstiegsgehalt zahlen und eine bessere Position bieten. Zudem scheint das Vertrauen der Bachelor-Absolventen in ihre Berufsausbildung noch nicht besonders ausgeprägt. Statt nach der Prüfung einen Testlauf auf dem Arbeitsmarkt einzulegen, stellen sie ihren Abschluss eher in Frage und beginnen oft nahtlos ein Masterstudium, heißt es beim IW Consult. Allerdings gibt es hier auch große Unterscheide zwischen den einzelnen Ausbildungsmöglichkeiten. So gehen etwa gut 80 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler mit einem Fachhochschul-Bachelor unmittelbar nach ihrer Prüfung auf Jobsuche.
Studie hält Bachelor-Bedenken für unbegründet
Viele Bedenken der Bachelors in Bezug auf den Arbeitsmarkt sind allerdings vollkommen unberechtigt, wie eine Unternehmensbefragung die IW Consult zeigt. Fast alle Betriebe, die bereits Erfahrungen mit Bachelor-Absolventen gesammelt haben, bewerteten deren analytische Fähigkeiten als völlig ausreichend. Die Mehrheit der befragten Firmen stellte zudem eine starke Praxisorientierung der Bachelors fest. Gar nicht zufrieden war lediglich ein Prozent der Betriebe mit seinem Bachelor-Nachwuchs - wegen nicht ausreichender Qualifikation, heißt es in der Studie.
J. Ollenik, April 2009
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