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R+V-Ratgeber Beruf + Karriere (Quelle: Thinkstock)

Beruf + Karriere

Studium

Serie: Studieren - aber wo?
Neue Perspektiven durch einen Ortswechsel

Abbildung: Umzugskisten
Mit dem Wechsel der Universität können Studenten entsprechend ihren Neigungen und Vorstellungen den Wissenshorizont erweitern. Laut Studienexperte Thomas Vielhauer, Teamleiter Hochschule bei der Hamburger Agentur für Arbeit, ist es sinnvoll, einen Ortswechsel zwischen Grund - und Hauptstudium zu planen. Denn der Studierende hat in den ersten Semestern einen Überblick über die Thematik seines Studienfachs erhalten und kann den weiteren Verlauf seines Studiums besser planen.
In der Regel liegen daher fachliche Überlegungen einem Ortswechsel zu Grunde. Die Universitäten in Deutschland setzen in ihren Fachbereichen die Schwerpunkte nach eigenen Kriterien. Dabei variieren sowohl Ausrichtung und Ruf einzelner Institute in den wissenschaftlichen Fachbereichen und sollten bei einem Wechsel an eine andere Hochschule berücksichtigt werden. Aber auch die Lehrtätigkeit einzelner Dozenten kann eine Rolle spielen.

Berufsperspektive

Neben der Fächerwahl und der Spezialisierung der Universität kann auch das wirtschaftliche Umfeld der Stadt wesentlichen Einfluss auf einen Wechsel haben. Experte Thomas Vielhauer rät allen Studenten, spätestens mit Beginn des Hauptstudiums neben der wissenschaftlichen Ausbildung auch praktische Erfahrung in der eingeschlagenen Fachrichtung zu sammeln. Besonders Großstädte bieten in diesem Zusammenhang zumeist ein großes Angebot an Nebenjobs, Praktika oder Hospitanzen. Je konkreter die Vorstellungen über den späteren Beruf sind, desto mehr gewinnt auch die wirtschaftliche Struktur der Stadt oder Region Einfluss auf die Entscheidung für eine Stadt oder Universität. Dabei sollten Studenten die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten und vor allem die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Ihre Überlegungen einbeziehen. Je angespannter die Lage auf dem Immobilienmarkt ist, desto mehr Zeit sollte von vorneherein für die Wohnungssuche eingeplant werden. Das spart im Endeffekt Zeit und Nerven.

Bewerbungsformalitäten

Deutliche Unterschiede zwischen den Universitäten gibt es bei den Bewerbungsverfahren. Während man sich an einigen Hochschulen für das Hauptstudium bewerben muss, heißt dieses Prozedere an anderen Universitäten Bewerbung für ein "höheres Fachsemester". Entsprechend der unterschiedlichen Verfahren variieren auch die dafür erforderlichen Leistungsnachweise. Zwischenprüfungen oder die Gültigkeit eines Vordiploms sind in Deutschland nicht einheitlich geregelt. In vielen Fällen muss die alte Universität die Kenntnisse für die neue Hochschule bescheinigen. Am besten informiert sich der Student mindestens ein Semester vor dem geplanten Wechsel nach den notwendigen Leistungsnachweisen an den in Frage kommenden Universitäten. So kann er die an seiner Uni nicht üblichen, aber an anderen Hochschulen geforderten Nachweise gegebenenfalls rechtzeitig in sein Grundstudium einbauen.

Zulassungsbeschränkungen

Beachtet werden sollte zudem, dass das Hauptstudium an vielen Fakultäten zulassungsbeschränkt ist. Die Bewerber durchlaufen daher ein meist mehrstufiges Auswahlverfahren. Dieses richtet sich in der Regel nach der Note des Grundstudiennachweises. Bei unbenoteten Studiennachweisen entscheidet das Los. Ein meist erheblicher Teil der Plätze ist zudem für persönliche Härtefälle reserviert. Sinn macht es für wechselwillige Studenten, bereits vor der Bewerbung anhand der geforderten Durchschnittsnoten der vergangenen Semester ihre Chancen auszuloten. Bei einer geringen Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Bewerbung sollten Alternativen eingeplant werden.

Tausch als Alternative

Für Studenten, die während des Grund- oder Hauptstudiums wechseln wollen, gibt es zudem den Studienplatztausch als Alternative. Mit einem Tauschpartner an der entsprechenden Uni, der gleiche oder gleichwertige Leistungsnachweise erbracht hat und im selben Fachsemester eingeschrieben ist, ist ein derartiger Tausch möglich. Diesem Wechsel müssen beide Hochschulen zustimmen. Über das genaue Verfahren geben die einzelnen Fakultäten an den Universitäten Auskunft. Der Verein zur Förderung studentischer Belange (Tel: 0228 214220) hilft bei der Vermittlung von Tauschpartnern. Wechselwillige Studenten können im Internet unter folgenden Links recherchiert werden:

Weitere Teile der Serie: Studieren - aber wo?

J. Ollenik, aktualisiert Januar 2010
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