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Beruf + Karriere

Studium

Was soll ich studieren?

Abbildung: Junger Mann blickt in die Ferne
In über 100 deutschen Städten bieten fast 400 Universitäten und Fachhochschulen insgesamt mehr als 1.400 Studienkombinationen an. Doch während manche Schulabgänger auf die Frage "Was soll ich studieren?" eine klare Antwort haben, sind sich andere noch völlig unsicher. Oft wissen auch Eltern oder Freunde nicht so genau, welches Studium die besten Chancen bietet und am besten zu dem jeweiligen Schüler passt. Wir haben für Sie mit Experten gesprochen und die wichtigsten Ratschläge zusammengestellt.

Studium lohnt sich

Ein Studium lohnt sich mehr denn je. Hochschulabgänger stellen nach Angaben des Arbeitsamtes nur vier Prozent der Erwerbslosen. Mit einem Diplom in der Tasche sind die Chancen auf einen guten Arbeitsplatz laut Statistik deutlich höher als bei Ungelernten. Den Statistiken zufolge ist die Zahl der Studienbeginner in den letzten Jahren wieder gestiegen. Das liegt vor allem daran, dass sich wieder vermehrt Frauen für ein Studium entscheiden.

Interesse und Neigungen sind bei der Auswahl wichtig

"Eine Vorhersage, wie der Arbeitsmarkt in welchen Berufen in fünf Jahren aussieht, ist extrem schwierig wenn nicht gar unmöglich", sagt Knut Böhrnsen vom Arbeitsamt Hamburg. Deshalb rät er, herauszufinden, wo die Neigungen und Interessen des jeweiligen angehenden Studenten liegen. "Wer sich nur am Bedarf orientiert, hat nicht die besten Vorraussetzungen, das Studium auch mit allem Engagement abzuschließen", ist der Experte aufgrund seiner langjährigen Erfahrung überzeugt. "Die Bandbreite, dass einer vom Arzt bis zum Maschinenbauer alles machen möchte, wird es sicherlich nicht geben", sagt Böhrnsen.

Noten spielen eine große Rolle

Auch sei es schwierig, in Kompromiss-Fächern gute Noten abzuliefern. Wer seiner Neigung entsprechend studiere, habe bessere Chancen, weil er sich mit seinen Noten gut von der Menge abhebe und weil er bessere Ergebnisse erziele, "als wenn er beim Studium Kompromisse eingeht."

Arbeitsämter und Universitäten sind Anlaufstellen

In jedem größeren Arbeitsamt gibt es Berufsberater für Abiturienten. Diese beraten unabhängig und umfassend. Zudem gibt es beim Arbeitsamt auch Hilfe bei den diversen Formalitäten, wie dem Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen, eine Übersicht über Wohnraumpreise und ähnliches.

Probevorlesung mitmachen und den Campus kennen lernen

Angehende Studenten sollten auf jeden Fall rechtzeitig eine Probevorlesung mitmachen und mit den bereits eingeschriebenen Studenten sprechen. Auch sollten sie sich über die Stadt, die Wohnkosten und den Campus schlau machen, empfiehlt Diplom-Soziologe Rainer Cloes. Cloes gehört zu einem Beratungsteam an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Teammitglieder führen mit angehenden Studenten Einzelgespräche und helfen bei der Eingliederung in die universitären Problemstellungen.

Sich nicht selbst belügen

Ob ein Studium oder eine Ausbildung das Richtige sei, müsse jeder für sich herausfinden, sagt Cloes. Dabei könne ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt oder an der Universität und Fachhochschule erste Hinweise geben. Sicher sei aber, dass ein Studium viel Eigenverantwortung und eigenen Antrieb erfordert. "Ob es für den einzelnen die geeignete Form ist, das hängt von ihm selbst ab." Auch gebe es kein generell bestes Fach: "Wer keinen Zugang zu Zahlen und Technik hat, dem nützt es wahrscheinlich nichts, Maschinenbau zu studieren", warnt der Experte.

Wenn Sie nach dem Abitur auch noch unentschlossen sind und nicht wissen, ob ein Studium oder eine Ausbildung das Richtige für Sie ist, hilft Ihnen unser Selbsttest.

Praktikum kann Informationen beschaffen

Rund ein Drittel der Abiturienten wisse derzeit nicht, was sie studieren sollten, sagt Cloes. Diesem sei grundsätzlich ein Praktikum oder die Teilnahme an einem Tag der offenen Tür zu empfehlen. Andere wiederum wüssten genau was sie studieren wollten, brauchten aber Beratung beim Zulassungsverfahren oder Hilfe beim Ausfüllen der Unterlagen. Dabei sei bei zulassungsbeschränkten Studiengängen das Ausfüllen von Bewerbungs-Bögen oft mitentscheidend. Mittlerweile nämlich, so Cloes, müssten die Universitäten "nicht mehr jeden nehmen, der kommt." Wer sicher gehen möchte, dass er die ganz spezifischen Anforderungen eines bestimmten Studienfaches erfüllt, kann beim Psychologischen Dienst des Arbeitsamtes einen studienfeldbezogenen Test machen lassen. Derzeit gibt es solche Testverfahren für die Sprachwissenschaften (Philologien) und für die Wirtschaftswissenschaften (BWL, VWL). Weitere Testverfahren für Informatik, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften werden entwickelt.

Hier finden Sie einige Links rund um Studium und Beruf:J. Ollenik, aktualisiert Februar 2008
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