Als Werbe-, Marketing- und Informationsmedium gewinnt das Internet stetig an Bedeutung. Das
World Wide Web ist die Zukunft - darüber sind sich die Experten einig. Doch oft herrscht Unklarheit, wie Unternehmen die Möglichkeiten des Internets sinnvoll nutzen können. Viele verschiedene Begriffe wie
Webinar,
Webcast oder
Webconference kursieren, dabei wissen die meisten Nutzer gar nicht die genauen Definitionen. Teilweise herrschen darüber hinaus auch keine klaren Trennungen und die Begriffe werden oftmals von verschiedenen Firmen und Verbänden unterschiedlich benutzt.
Webinars etwa werden oftmals "Live-Online-Seminare" genannt. Die Übergänge zwischen
Webinar und
Webcast werden immer fließender und streng genommen sind beides
Webconferences. Eine
Webconference ist fast jede Form der onlinebasierten Kommunikation zwischen mindestens zwei Nutzern. Im Folgenden stellen wir einige der verschiedenen Typen der webbasierten Informationsverbreitung im Einzelnen dar und zeigen die Stärken und Schwächen auf.
Webcast
Der Begriff Webcast setzt sich aus den Wörtern "Web" und "Broadcast (Übertragung)" zusammen und ist im Grunde eine TV-Übertragung via Internet. In der Regel handelt es sich um eine Videoaufzeichnung zu einem bestimmten Thema, etwa eine Vorlesung an einer Universität. Einige Webcasts sind lediglich Audiodateien oder Audiodateien in Kombination mit PowerPoint-Präsentationen. Webcasts eignen sich besonders für Inhalte, die längerfristig gültig sind, wie zum Beispiel Unternehmenspräsentationen. Webcasts sind in der Regel sehr lange online und sollen durch individuelle Abrufe eine Vielzahl an Interessenten erreichen. "Das Webcast ist ein Marketinginstrument, um Informationen zu verbreiten", sagt Inga Geisler, stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbands für Online-Bildung (BVOB). Dabei handele es sich in der Regel um dreiviertelstündige oder einstündige für die Teilnehmer meist kostenfreie Veranstaltungen, so die Expertin.
Darüber hinaus gibt es den Live-Webcast, der dem Nutzer zusätzlich Interaktionsmöglichkeiten bietet. Hier können die Teilnehmer zum Beispiel Fragen stellen. Diese Webcasts richten sich an eine kleinere Zielgruppe, da bei sehr vielen Teilnehmern die Beantwortung aller Fragen meist nicht möglich ist. Bei dieser Form des Webcasts sind die Übergänge zum Webinar fließend. Letzteres bietet jedoch meist mehr Interaktionsmöglichkeiten.
Webinar
Ein Webinar ist ein Seminar, das über das Internet gehalten wird. Das Wort setzt sich aus den Begriffen "Web" und "Seminar" zusammen. Dabei handelt es sich im Gegensatz zum Webcast immer um eine interaktive Präsentation zu einer bestimmten Uhrzeit. Die Nutzer wählen sich beispielsweise um 14:00 Uhr auf der entsprechenden Webseite ein und können dann einem Vortrag oder einer Diskussion auf einem Videobildschirm folgen. Ein Webinar beinhaltet oft auch weiterführendes Informationsmaterial und die Möglichkeit der Interaktion. "Im virtuellen Raum ist es sehr wichtig, die Teilnehmer interaktiv mit einzubinden", sagt Geisler. Die Interaktion wird oft durch ein Textfeld sichergestellt, in das man Fragen eintragen kann, die dann in Echtzeit an den Dozenten oder Moderator geleitet werden. Aber auch die direkte Kommunikation via Webcam und Mikrofon oder durch ein Chatfenster ist nicht unüblich. "Beim Webinar sind die Möglichkeiten der Interaktion wesentlich größer", sagt Geisler. Per Chat oder Mikrofon könnten hier Fragen gestellt werden und der Kursleiter kann auf jeden einzeln eingehen sowie ihn direkt ansprechen.
Einsatzmöglichkeiten des Webinars
Besonders bei bildungsbezogenen Onlineangeboten, etwa von Fernuniversitäten, finden Webinars Anwendung. "Das Webinar eignet sich wesentlich besser zum Lehren von Inhalten", sagt Geisler. Hier werden in der Regel in mehrmals stattfindenden Seminaren in kleinen Gruppen (meistsechs bis acht Personen) Lehrinhalte vermittelt. Einige Webinare haben auch mehr Teilnehmer. Die Qualität der Einzelbetreuung sinkt jedoch logischerweise mit jedem weiteren Zuhörer. Bei Webinaren ist die Konzentration der Teilnehmer sehr stark gebündelt. Daher ist von langen Seminaren abzuraten. "Findet ein Webinar ohne Pause statt, sollte es nicht länger als eineinhalb Stunden dauern", sagt die Expertin. Aber auch mit einer kurzen Pause sollte die Länge von zwei Stunden nicht überschritten werden.
Das Webinar bietet sich auch für die betriebsinterne Kommunikation an, insbesondere bei international oder in mehreren Regionen agierenden Unternehmen. Eine Besprechung kann hier bequem im Internet stattfinden und die Teilnehmer können sich aus aller Welt zuschalten. Reisekosten können so gespart werden. Doch in der allgegenwärtigen Verfügbarkeit des Internets liegt auch ein Problem: Onlinemeetings sollten unbedingt mittels Verschlüsselung und Passwort vor Angriffen von außen geschützt werden.
Durch seine Interaktionsmöglichkeiten bietet sich das Webinar zum Beispiel für eine Software-Produktpräsentation an. Denkbar ist eine interaktive Präsentation für einen kleinen Kundenkreis mit der Möglichkeit, das Produkt direkt zu testen.
Der Nachteil der Interaktivität eines Webinars liegt auf der Hand: Entweder man kann nur einen kleinen Kreis von Teilnehmern erreichen und optimal betreuen oder man vernachlässigt zwangsläufig die Anmerkungen und Fragen von vielen Nutzern. Um einen großen Kreis von Nutzern zu erreichen, bietet sich daher immer das weniger interaktive Webcast an.
Weiterführende Links
J. Ollenik, aktualisiert Mai 2012
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