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R+V-Ratgeber Beruf + Karriere (Quelle: Thinkstock)

Beruf + Karriere

Karrieretipps

Der MBA - Eintrittskarte in die Welt des Managements

Abbildung: Frau mit Aktentasche auf einer Leiter
Der Master of Business Administration (MBA) ist eine Management-Ausbildung, die sich an Akademiker aller Fachrichtungen richtet. Ingenieure können sich ebenso wie Geisteswissenschaftler oder Betriebswirte für eine Karriere im Management ausbilden lassen. Innerhalb kurzer Zeit sollen die Studenten Fachwissen in den Bereichen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Finanz- und Rechnungswesen und Marketing erlangen, um später auch Positionen im gehobenen Management eines Unternehmens oder einer Organisation erfolgreich bekleiden zu können. In der Regel wird bei der MBA-Ausbildung mit vielen Fall-Beispielen gearbeitet, um sich auf die Manager-Praxis vorzubereiten. Da der MBA international anerkannt ist, können Interessenten wiederum den Abschluss sowohl in Deutschland als auch bei ausländischen Anbietern erwerben.

Steigende Karrierechancen

Ein MBA-Abschluss kann sich durchaus positiv auf die eigenen Karriereperspektiven auswirken. Führungskräfte erhöhen nach Meinung von Experten ihre Berufschancen für eine Managementtätigkeit bei mittelständischen Unternehmen überdurchschnittlich, wenn sie einen MBA-Abschluss vorweisen können. Das ergab eine im Juni 2008 veröffentlichte Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. unter 680 Personalberatern. Für den Karriereweg bei Konzernen ist allerdings nach Einschätzung der Personalexperten eine Promotion von größerem Vorteil. Entsprechend der eigenen Karriereplanung sollte also genau abgewogen werden, ob sich der zeitliche und finanzielle Aufwand für den MBA gegenüber einer Promotion auch für die eigenen Ziele rentiert.

Verschiedene Wege zu MBA

Vor der Auswahl des Anbieters sollte sich der angehende MBA-Student überlegen, auf welchem Wege er seinen Abschluss erwerben will. Dabei gibt es die Möglichkeit einen MBA mit Vollzeitstudium zu erwerben oder berufsbegleitend in einem Teilzeit- oder Fernstudium.

Vollzeit-MBA

In der Regel knüpfen Vollzeit-MBA-Studiengänge direkt an das Erststudium an und sind als Vollzeitbeschäftigung mit voller Konzentration auf das Studium konzipiert.
Nebenbeschäftigungen sind angesichts der inhaltlichen und zeitlichen Belastung nur bedingt möglich. In der Regel dauern die Vollzeit-MBA-Programme in Europa neun bis zwölf Monate. In den USA sind dagegen 24 Monate zu veranschlagen.

Teilzeit-MBA

Der Teilzeit-MBA ist in der Regel ein berufsbegleitendes Studium, das meist in mehreren Blöcken durchgeführt wird. Die Vorlesungen finden meist unter der Woche am Abend oder am Wochenende statt. Beim Teilzeit-MBA ist die zeitweilige Anwesenheit an der jeweiligen Business School erforderlich. Die Ausbildung dauert abhängig vom Inhalt und Anbieter in der Regel zwischen zwei und fünf Jahren. Ein Absolvent kann bei späteren Bewerbungen mit seiner hohen Belastbarkeit punkten, da er die Doppelbelastung von Beruf und Studium erfolgreich gemeistert hat.

MBA-Fernstudium/MBA Distance Learning

Seit etwa zehn Jahren ist es auch möglich, den MBA als Fernstudium zu absolvieren. Dieses ermöglicht dem Studierenden durch Online- und Heimarbeit sein Studium eigenständig und zeitlich flexibel zu organisieren, da auf Präsenztermine weitgehend verzichtet wird. Ein Nachteil ist der fehlende persönliche Kontakt zu Lehrenden und Kommilitonen. Dieses kann durch moderne Online-Techniken wie Diskussionsforen oder Chat-Tools nur bedingt aufgefangen werden. Die Studiendauer eines MBA-Fernstudiums ist in der Regel mit dem eines Teilzeit-MBA vergleichbar.

Executive-MBA

Diese Form der MBA-Ausbildung richtet in der Regel an (angehende) Führungskräfte, die bereits über eine mehrjährige Berufserfahrung verfügen. Der Executive-MBA wird häufig vom Arbeitgeber finanziell wie organisatorisch unterstützt. Als Gegenleistung dafür muss sich der Arbeitnehmer meist für längere Zeit an das Unternehmen binden. Sollte er das Unternehmen vor Ablauf dieser Bindungsklauseln verlassen wollen, muss er häufig die vom Unternehmen finanzierten Ausbildungskosten zurückerstatten.

Kosten für die MBA-Ausbildung

Vor der Bewerbung um einen MBA-Studienplatz sollten sich die Interessenten einen umfassenden Finanzplan für die Ausbildungszeit erstellen. Neben den sehr unterschiedlichen Studiengebühren selbst sollten bei einem Vollzeit-MBA auch die Kosten für die Lebenshaltung und generell auch die Kosten für die Bewerbung eingeplant werden. So verlangen viele Business Schools in den Bewerbungsunterlagen häufig Zertifikate über die sprachliche und manchmal auch inhaltliche Eignung des Bewerbers für die Ausbildung. Diese Zertifikate - insbesondere für die Sprache - müssen gegebenenfalls noch vor der Bewerbung erworben und bezahlt werden.
Die Studiengebühren selbst variieren je nach Qualität der Ausbildung und Akzeptanz des Abschlusses. Für eine gute MBA-Ausbildung kommen laut Experten schnell Kosten von über 40.000 Euro zusammen.

Den richtigen Anbieter finden

Interessenten für einen MBA-Abschluss können heute aus einer Vielzahl von Anbietern wählen. Zu den MBA-Anbietern gehören sowohl klassische Business Schools als auch Universitäten, Fachhochschulen und private Akademien. Dabei ist der Markt in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen und inzwischen schwer zu überschauen. Entscheidend bei der Auswahl ist die internationale Akzeptanz des erworbenen Abschlusses. Die zeitlichen und finanziellen Investitionen sollen sich ja schließlich am Ende lohnen und nicht zu einem praktisch wertlosen, weil allgemein nicht anerkannten Abschluss führen.

Auf den Abschluss kommt es an

Wer einen MBA-Titel offiziell tragen will, muss aus rechtlicher Sicht einige Voraussetzungen erfüllen. Von deutschen Universitäten verliehene MBA-Titel dürfen in der Regel geführt werden. Bei privaten Anbietern sollte der Interessent darauf achten, dass diese staatlich anerkannt sind und akkreditiert wurden. Die Akkreditierung ist vor allem auch bei ausländischen MBA-Titeln wichtig. So darf ein ausländischer MBA-Titel in Deutschland nur geführt werden, wenn dieser von einer der international anerkannten Akkreditierungseinrichtungen akkreditiert wurde. Dieses Gütesiegel wird von verschiedenen Institutionen aus verschiedenen Ländern vergeben.
Die wichtigsten drei weltweit anerkannten Akkreditierungseinrichtungen sind:
  • The Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB)
    Die AACSB ist vom amerikanischen Bildungsministerium anerkannt und die zentrale Akkreditierungseinrichtung in den USA. Generell akkreditiert die AACSB ganze Einrichtungen wie etwa Business Schools und nicht einzelne Programme der Anbieter. Die AACSB genießt laut Experten international einen sehr guten Ruf. Zum April 2008 waren 555 Institutionen akkreditiert. In Deutschland gehören die HHL - die Leipzig Graduate School of Management, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie die Universität Mannheim dazu. Weitergehende Informationen bietet die AACSB auf ihrer Homepage unter www.aacsb.edu Link zu: The Association to Advance Collegiate Schools of Business, www.aacsb.edu.
  • Association of MBA's (AMBA)
    Die AMBA aus Großbritannien vergibt ihr Gütesiegel nicht für ganze Institutionen sondern für einzelne MBA-Programme. So kann es etwa bei der Beurteilung von Vollzeit- und Teilzeitprogrammen der gleichen Institution durchaus Unterschiede geben. Ingesamt sind derzeit 155 Programme in 69 Ländern akkreditiert. In Deutschland sind das die drei Programme der Mannheim Business School. Weitergehende Informationen bietet die AMBA auf ihrer Webseite www.mbaworld.com Link zu: Association of MBAs, www.mbaworld.com.
  • European Quality Improvement System - EQUIS
    Equis wurde 1997 mit der Unterstützung der EU-Kommission gegründet. Ziel ist die Einführung eines einheitlichen europaweiten Bildungsstandards für Business Schools. Derzeit sind 133 Institutionen bei EQUIS akkreditiert. In Deutschland gehören die MBA-Programme der Universität Mannheim und der WHU Koblenz dazu. Weiterführende Informationen bietet der Träger von EQUIS, der European Foundation for Management Development (EMFD) unter www.efmd.org Link zu: European Quality Improvement System, www.efmd.org.

Ranglisten der Business Schools

Angesichts der Vielzahl der Anbieter bieten Internationale Ranglisten eine Orientierung für die Qualität der angebotenen Ausbildung. Anerkannte Rankings bieten unter anderem das Magazin "Economist" auf seiner Webseite mba.eiu.com Link zu: Economist, www.mba.eiu.com und die Wirtschaftszeitung "Financial Times" auf ihrer Webseite www.ft.com/businesseducation/mba Link zu: Financial Times, www.ft.com/businesseducation/mba.

J. Ollenik, Januar 2009
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