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R+V-Ratgeber Beruf + Karriere (Quelle: Thinkstock)

Beruf + Karriere

Karrieretipps

Soft Skills - Weiche Faktoren im harten Wirtschaftsleben

Abbildung: Handschlag
Als Soft Skills werden menschliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale bezeichnet, die bei der Ausübung eines Berufs nötig sind. Zu den "traditionellen" Soft Skills gehören etwa Umgangsformen, Höflichkeit, Freundlichkeit, Disziplin und Motivation. Diese Eigenschaften sind allerdings im Gegensatz zu der fachlichen Ausbildung schwer zu definieren. So gibt es weder für Höflichkeit ein Examen noch für Umgangsformen eine Abschlussnote.

Bedeutung der sozialen Kompetenz steigt

Dabei steigt die Bedeutung dieser Soft Skills für den beruflichen Erfolg. Persönliche Kompetenzen "sind heute entscheidender denn je", resümiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in einer repräsentativen Studie. Demnach erwarten Unternehmen neben Fachwissen und Analyse- und Entscheidungsfähigkeit "von heutigen Hochschulabsolventen Leistungswille, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten, Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit".

Soft Skills bereits bei der Entscheidung gefragt

Diese Soft Skills sind bereits bei der Auswahl möglicher Mitarbeiter entscheidend. So wird in den gerade für höhere Positionen inzwischen üblichen Assessment-Centern gerade auch die soziale Kompetenz überprüft. Hier werden Situationen simuliert, die den Personalentscheidern einen Hinweis geben, wie die einzelnen Soft Skills ausgebildet sind. Bewerber sollten sich daher schon im Vorfeld eines Bewerbungsgespräches oder eines Termins im Assessment-Center überlegen, welche sozialen Kompetenzen gerade in dem angestrebten Beruf gefragt sind.

Analyse- und Entscheidungsfähigkeit Grundvoraussetzung

Der DIHK-Studie zufolge legen Unternehmen das größte Gewicht unter den fachlichen und methodischen Kompetenzen auf die Analyse- und Entscheidungsfähigkeit. Für mehr als drei Viertel der Entscheidungsträger ist fundiertes fachliches Wissen sehr wichtig, dicht gefolgt von der Lernkompetenz. Ebenfalls wichtig werden praktische Erfahrungen etwa durch Berufspraktika oder Ferienjobs eingeschätzt.

Einsatz zeigen und Verantwortung übernehmen

Ganz oben auf der Kriterienliste bei den sozialen Kompetenzen stehen der Studie zufolge Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Darauf folgen Team-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Immer noch wichtig waren Kritikfähigkeit und Führungskompetenz. Bei den Persönlichkeitsmerkmalen schätzen die Chefs Erfolgsorientierung, Leistungswille und die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten, wie auch Belastbarkeit und Entscheidungsfreude. Diese Merkmale werden von mehr als 80 Prozent als äußerst wichtig eingestuft.

Machereigenschaften gefragt

Eine auf Experteninterviews basierende Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group unterstreicht diese Kenntnisse. Demnach werden viele kommunikative und soziale Kompetenzen "als Grundvoraussetzungen" betrachtet. Wer sich für Höheres profilieren wolle, müsse Macher-Eigenschaften wie Ergebnisorientierung und unternehmerisches Denken vorweisen, heißt es in der Boston-Consulting-Studie.

DIHK sieht große Defizite bei persönlichen und sozialen Kompetenzen

"Erschreckend" bezeichnet der DIHK, "wie groß offenbar die Defizite bei den persönlichen und sozialen Kompetenzen sind." Der Verband verweist hier auf einen großen Handlungsbedarf. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bestätigt diese Einschätzung. So wollen viele Unternehmen die Soft Skills ihrer Mitarbeiter mit Fort- und Weiterbildungen verbessern. Einer BIBB-Untersuchung zufolge sehen über die Hälfte der Unternehmen bei Weiterbildungsmaßnahmen Bedarf an Zusatzqualifikationen wie etwa Projekt- oder Teamfähigkeit.

Eigene Soft Skills besser einschätzen

Um sich selber besser einzuschätzen werden von Personalberatungen interaktive Selbsttests angeboten. In so genannten Job-Checks, Self Assessments oder Interactive-Tests werden meist auf Basis arbeitspsychologischer Methoden Fähigkeiten und Interessen sowie die daraus Chancen für die berufliche Zukunft ermittelt. Experten zufolge kann eine solche Investition durchaus lohnend sein. Denn wer sein Profil und damit seine Stärken und Schwächen kennt, kann sich besser in Bewerbungsgesprächen oder im täglichen Berufsleben verkaufen.

J. Ollenik, März 2007
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