Das Wort
Mobbing leitet sich aus dem englischen "
to mob" (angereifen, anpöbeln) ab. Bereits das verdeutlicht, dass Mobbing über die alltäglichen Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz hinausgeht. So versteht man unter Mobbing systematisches und gezielt unkollegiales Verhalten. Dazu gehören offene Anfeindungen ebenso wie Intrigen oder versteckte Schikanen gegen Kollegen.
Mobbing ist keine Modeerscheinung
Wie viele Menschen genau von
Mobbing betroffen sind ist nicht bekannt. Das liegt unter anderem daran, dass es vermutlich eine hohe Zahl von "still leidenden" Arbeitnehmern gibt. Die Schätzungen von Arbeitsexperten und Psychologen gehen davon aus, dass rund 1 bis 1,5 Millionen Menschen in Deutschland täglich Opfer von
Mobbing am Arbeitsplatz sind. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (
DGB) verweist darauf, dass das Thema "keineswegs neu" ist und schon immer ein Problem in der Arbeitswelt gewesen sei. Mit der zunehmenden Verschärfung von Leistungsdruck und Konkurrenz in den Unternehmen sei das Thema aber wieder besonders aktuell geworden, so der
DGB.
Formen des Mobbing
Im Berufsalltag tritt Mobbing in sehr vielfältigen Formen auf. Dazu gehören unter anderem:
- Drohungen
- Beleidigungen
- Permanente Kritik
- Gerüchte streuen
- Bloßstellen und lächerlich machen
- Eingriff in den persönlichen Besitz
- Sabotage der Arbeitsleistungen
- Sexuelle Übergriffe
Der
DGB hat auf seiner Webseite eine
Liste Link zu: Deutscher Gewerkschaftbund, www.dgb.de mit 45 Mobbing-Handlungen zusammengestellt, die sich auf die Forschungen des anerkannten Mobbing-Experten Professor Heinz Leymann beziehen.
Folgen für die Opfer
Mobbing hat weit reichende negative Folgen für die Opfer. Psychische oder körperliche Erkrankungen können genauso daraus resultieren wie der Verlust des sozialen Umfelds oder des Arbeitsplatzes.
Von
Mobbing-Opfern am häufigsten genannte Folgen sind:
- Demotivation
- starkes Misstrauen
- Nervosität
- sozialer Rückzug
- Ohnmachtsgefühle
- Leistungs- und Denkblockaden
- Selbstzweifel
- Angstzustände
- Konzentrationsschwächen
Statistiken zufolge erkrankt knapp die Hälfte der
Mobbing-Opfer auch körperlich an den Folgen des Psychostresses. Die psychischen Belastungen können die Betroffenen in Depressionen stürzen, zur Arbeitsunfähigkeit führen und schlimmstenfalls in Selbstmordgedanken enden.
Schnell Handeln
Angesichts der gravierenden Folgen raten Experten Betroffenen vor allem eines - schnell Handeln und professionelle Hilfe dabei in Anspruch nehmen. Je früher Konflikte geklärt werden, desto weniger besteht die Gefahr, dass diese eine Eigendynamik entwickeln und sich zum Mobbing entwickeln. Wer Anzeichen für ein Mobbing-Verhalten gegen sich spürt, sollte die beteiligten Kollegen oder Vorgesetzten umgehend direkt darauf ansprechen.
Schritte dokumentieren
Dabei raten Experten, die unternommenen Schritte, Vorkommnisse und Fakten schriftlich festhalten. Experten verweisen einstimmig darauf, dass der größte aber leider auch häufigste Fehler von Mobbing-Opfern ist, sich viel zu spät um Hilfe und eine Lösung der Probleme zu bemühen. Dieses "Aussitzen von Problemen" funktioniert in der Regel nicht und verschärft die Lage in den meisten Fällen sogar noch.
Hilfsangebote nutzen
Beim Mobbing am Arbeitsplatz ist der Betriebsrat einer der ersten Ansprechpartner. Darüber hinaus gibt es inzwischen eine Vielzahl von Hilfs- und Beratungsangeboten. So haben Betroffene die Möglichkeit am Telefon erste Ratschläge einzuholen, sich von Psychologen betreuen zu lassen oder Selbsthilfegruppen zu finden. Auch (arbeits-)rechtliche Fragen können zumindest im Grundsatz schon einmal geklärt werden. Viele Krankenkassen bieten zudem spezielle Betreuungsangebote zum Thema Mobbing für ihre Mitglieder an.
Übersicht über Informations- und Beratungsangebote:
"
No Mobbing" ist ein Projekt des Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (
KDA).
Der
Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing e.V. will "Leistung und Gesundheit fördern, Arbeitsklima verbessern, Konflikten begegnen und Mobbing verhindern". Dabei bietet der Verein Unternehmen Hilfe bei Schlichtung und Vermittlung an.
Der Verein Mobbing-Net bietet Hilfe und Beratung von Mobbing-Opfern, unterstützt aber auch Unternehmen bei der Bekämpfung von Mobbing am Arbeitsplatz.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund bietet auf seinem Internet-Portal www.dgb.de unter der Rubrik Themen, Mobbing umfangreiche Hintergrundinformationen für Betroffene.
Mobbing-Zentrale ist ein Verein der bei seinem Kampf gegen Mobbing nach eigenen Angaben auf ein Netzwerk von rund 500 Helfern zurückgreifen kann.
Einen umfassenden Überblick über Beratungsangebote mit regionaler Gliederung bietet die Fairness Stiftung auf ihrer Webseite in ihrer "Infothek" unter dem Navigationspunkt "Beratungsstellen".
Weitere Artikel zum Thema
J. Ollenik, November 2007
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