R+V-Ratgeber Ausbildung + Berufseinstieg

Ausbildung + Berufseinstieg

Bewerbung

Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch

Abbildung: Ein Vertrag wird unterschrieben
Wenn Sie nicht schon in einer Stellenanzeige zur Abgabe Ihrer Gehaltsvorstellungen aufgefordert werden, kommt spätestens im Vorstellungsgespräch der Moment der Wahrheit: Sie müssen Ihre Gehaltsforderung nennen. Ganz wichtig ist, sich im Vorfeld schon auf die Frage nach den Gehaltsvorstellungen vorzubereiten.

Die Vorbereitung

Wenn Sie in das Vorstellungsgespräch gehen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, wie viel Geld Sie fordern möchten und wie Sie Ihre Gehaltsforderung begründen können. Wichtige Anhaltspunkte für eine fundierte Gehaltsforderung sind die eigene Qualifikation und die branchenüblichen Vergütungen.

Welche Bezahlung branchenüblich ist können Sie z. B. über Verwandte, Freunde oder Bekannte herausfinden, die aus eigener Erfahrung berichten können. Andere Quellen sind Gehaltsvergleiche im Internet, Berufsverbände oder Gewerkschaften. Auch ein Blick in bestehende Tarifverträge kann weiterhelfen. Informieren Sie sich außerdem gut über das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben. Je nach Standort, Branche, Größe und wirtschaftlicher Situation des Unternehmens können sich große Gehaltsunterschiede für vergleichbare Positionen ergeben. Vielleicht legt das Unternehmen die Einstiegsgehälter für Berufseinsteiger sogar offen, z. B. im Karrierebereich der Internetseite. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie sich unbedingt an diesem Rahmen orientieren, sonst führt eine überzogene Gehaltsforderung zum sofortigen Aus.

Die eigenen Qualifikationen spielen bei der Höhe des Gehalts ebenfalls eine große Rolle. Erfahrung, sei es durch Berufserfahrung oder Praktika im Unternehmen oder bei einem Mitbewerber, kann ein vergleichsweise höheres Gehalt rechtfertigen. Das gleiche gilt für besondere, für den Beruf wichtige Sprachkenntnisse oder andere Zusatzqualifikation, die Sie von anderen Bewerbern abheben oder die für die angestrebte Position besonders wichtig sind.

Das Gespräch

Wenn im Verlauf des Gesprächs die Frage nach dem Gehalt gestellt wird, bewahren Sie Ruhe und nennen Sie laut und deutlich Ihre Gehaltsforderung. Achten Sie dabei darauf, direkten Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner zu halten. Wenn Sie gut vorbereitet sind, können Sie die Höhe Ihrer Gehaltsvorstellungen anhand der eigenen Qualifikationen und mit Ihrem Wissen über das Unternehmen auch gut begründen. Wenn Sie bei Ihrer Gehaltsforderung Bezug auf das Unternehmen nehmen können, zeigt dies außerdem, dass Sie sich intensiv mit der Firma beschäftigt haben.

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, die Frage nach dem Gehalt zurückzugeben, indem Sie sich erkundigen, wie viel das Unternehmen Berufseinsteigern in dieser Position grundsätzlich zahlt? Jedoch müssen Sie dann auch damit rechnen, dass Ihnen vielleicht ein Angebot gemacht wird, das unter Ihren Gehaltsvorstellungen liegt.

Möglicherweise versucht man auch zu testen, wie Sie sich in Stresssituationen verhalten, z. B. indem man auf Ihre Gehaltsvorstellung komisch oder gar nicht reagiert. Je besser Sie vorbereitet sind und je besser Sie die Gehälter im Unternehmen oder der Branche kennen, desto gelassener können Sie dann bleiben.

Was lässt sich sonst noch verhandeln?

Nicht nur die Höhe des Gehalts kann ein Bestandteil der Verhandlungen im Vorstellungsgespräch sein. Auch Punkte wie Arbeitszeit, Urlaubstage, Sozialleistungen, betriebliche Altersvorsorge, Umzugshilfen oder Weiterbildungsangebote können unter Umständen mit dem potentiellen Arbeitgeber verhandelt werden. Je nach Unternehmen sind die Verhandlungsspielräume hier aber sehr unterschiedlich. In großen Unternehmen sind viele dieser Leistungen durch Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen geregelt und oft nicht zu ändern.

Ebenso wichtig wie ein angemessenes Gehalt sind auch gute Perspektiven. Denn mehr Geld wiegt mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten oft nicht auf. Erst recht nicht, wenn diese auf längere Sicht zur Unzufriedenheit führen. Wenn sich also die Möglichkeit bietet, im Vorstellungsgespräch auch Weiterentwicklungsmaßnahmen und -perspektiven zu besprechen, dann sollten Sie diese Chance ergreifen. Denn große Gehaltsunterschiede ergeben sich nicht bei den Einstiegsgehältern, sondern meist erst nach ein paar Jahren, wenn Sie Zeit hatten, Ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen und sich vielleicht sogar unentbehrlich machen konnten.

Weitere Informationen zu diesem Thema

J. Ollenik, aktualisiert Juli 2009
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Letzte Änderung: 13.10.2009
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