R+V-Ratgeber Ausbildung + Berufseinstieg

Ausbildung + Berufseinstieg

Bewerbung

Richtig vorbereitet in das Vorstellungsgespräch gehen

Mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch haben Sie bereits einen ersten Erfolg erzielt. Ihre Bewerbung hat den potentiellen Arbeitgeber neugierig gemacht, sodass er Sie näher kennenlernen möchte. Wenn der Termin für Ihr Vorstellungsgespräch feststeht, beginnt die nächste Phase der Bewerbung. Genau wie bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsmappe zahlt sich auch bei einem Bewerbungsgespräch eine intensive Vorbereitung im Vorfeld aus.

Tipps für die Vorbereitung

Bevor Sie mit der Vorbereitung beginnen, dürfen Sie auf keinen Fall versäumen, den Termin für das Bewerbungsgespräch zu bestätigen. Ob Sie dies per Telefon oder schriftlich tun, bleibt Ihnen überlassen, wichtig ist jedoch, dass Sie die Bestätigung noch am selben Tag erledigen.

Für die Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs ist es hilfreich, möglichst viele Informationen und Wissenswertes über das Unternehmen zu sammeln. Informationen finden Sie zum Beispiel in der Presse, in Geschäftsberichten sowie auf der Webseite der Firma. Außerdem können Sie auf die Informationen zurückgreifen, die Sie bereits für Ihre Bewerbung gesammelt haben.

Notieren Sie sich alle Fragen, die Ihnen im Zusammenhang mit dem Unternehmen, der Position und dem Arbeitsumfeld einfallen. Wenn Sie diese Fragen dann im Vorstellungsgespräch stellen, wirkt sich das positiv aus, denn so signalisieren Sie, dass Sie sich mit dem Unternehmen und der Aufgabe auseinandergesetzt haben.

Wenn Sie nicht schon in der Bewerbung Ihre Gehaltsvorstellungen angegeben haben, dann überlegen Sie bei der Vorbereitung des Gesprächs, wie viel Gehalt Sie fordern wollen. Um mit der Gehaltsforderung nicht völlig daneben zu liegen, sollten Sie sich im Vorfeld informieren, welche Gehälter in Ihrer Branche und mit Ihrer Berufserfahrung üblich sind. Merken Sie sich Ihre Gehaltsvorstellung sowohl als Jahresgehalt als auch als Monatsgehalt.

Bereiten Sie sich auch auf die gängigen Fragen in einem Vorstellungsgespräch vor. Man wird Ihnen bestimmt Rückfragen zu Ihrer Ausbildung und Ihrem bisherigen Werdegang stellen. Deshalb ist es hilfreich, wenn Sie zu den einzelnen Stationen in Ihrem Lebenslauf weitere Angaben machen können. Bereiten Sie sich auch darauf vor, dass Ihnen nicht nur nette Fragen gestellt werden. Mit Stressfragen wird man unter Umständen gezielt versuchen, Sie aus der Ruhe zu bringen. Überlegen Sie im Vorfeld, wie Sie mit solchen Fragen umgehen.

Häufig gestellte Fragen aus Bewerbungsgesprächen und der Experten-Rat für eine passende Antwort:
  • Was sind Ihre größten Stärken und Schwächen?
    Hier sollten Sie zeigen, dass Sie zu einer realistischen Selbsteinschätzung fähig sind. Mit Vorsicht zu genießen ist der Ratschlag zu versuchen, Schwächen in Stärken umzudeuten. Dies ist in der Regel sehr durchschaubar und oft einfach zu widerlegen. Sinnvoll ist es, beim Bewerbungsgespräch die Stärken herauszustellen, die direkt für das Berufsleben wichtig sind. Bei den Schwächen sollten solche genannt werden, die die angestrebte berufliche Tätigkeit nur am Rande berühren. Generell sollte man bei der Nennung der Schwächen auch gleich sagen, wie man damit (am besten an Hand von Beispielen) konkret umgeht.
  • Warum sollten wir uns denn jetzt gerade für Sie entscheiden?
    Diese Frage wird gerade am Ende eines Gesprächs eingesetzt, um noch mal den Druck auf den Betroffenen zu erhöhen. Auch wenn dem Interviewer bereits im Gespräch zuvor alle Vorzüge und fachlichen Kenntnisse offeriert wurden, sollten Sie auf keinen Fall beleidigt oder genervt reagieren. Wer hier kurz und knapp die Vorzüge noch einmal wiederholen kann, zeigt die nötige Souveränität und Kompetenz. Auch hier bietet es sich möglicherweise noch einmal an, die Aussagen mit kurzen Beispielen zu untermauern.
  • Wie motivieren Sie sich für die Arbeit?
    In einem Vorstellungsgespräch möchte der Fragesteller herausbekommen, wie Sie der täglichen Arbeit gegenüber eingestellt sind. Auch hier ist es sinnvoll, die eigene Motivation anhand von Beispielen zu erläutern. Hier können der Arbeitsalltag im Allgemeinen oder spezielle Aufgaben beschrieben werden. Positiv ist die Aussage, sich durch gute Arbeitsergebnisse für die neuen Aufgaben zu motivieren. Auch die Bereitschaft, Sonderaufgaben zu übernehmen, die über das eigentliche Betätigungsfeld hinausgehen, kommt in der Regel gut bei Personalverantwortlichen an.

Tipps für das Vorstellungsgespräch

  • Erscheinen Sie auf jeden Fall pünktlich zu Ihrem Vorstellungsgespräch. Planen Sie also ausreichend Zeit ein und informieren Sie sich schon vorher, über den Anfahrtsweg.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung sauber und ordentlich ist.
  • Achten Sie bei der Vorstellung unbedingt auf die Namen Ihrer Gesprächspartner.
  • Lassen Sie Ihren Gesprächspartner das Vorstellungsgespräch beginnen.
  • Sprechen Sie stets klar und deutlich. Achten Sie darauf, dass Sie weder Unentschlossenheit noch Unsicherheit signalisieren. Kontrollieren Sie Ihre Mimik und Gestik, denn auch Ihre Körperhaltung verrät viel darüber, wie Sie sich im Augenblick fühlen.
  • Nehmen Sie immer ein komplettes Exemplar Ihrer Bewerbung mit.

Übung macht den Meister - auch im Vorstellungsgespräch

Trotz aller Tipps und Hinweise für die Vorbereitung gilt die alte Weisheit "Übung macht den Meister" auch für Bewerbungsgespräche. Denn erst durch das eigene Erleben eines Vorstellungsgesprächs können Sie feststellen, wie gut Sie bei Ihrem Gesprächspartnern ankommen und ob Ihre Antworten auf die Fragen des Interviewers sitzen.
Je mehr Gespräche Sie absolvieren, desto mehr Routine werden Sie bekommen und Ihre Nervosität wird sich legen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, nach Möglichkeit zuerst die Bewerbungsgespräche zu führen, bei denen es vielleicht nicht um Ihren Traumjob geht. Versuchen Sie, die Vorstellungsgespräche für Positionen an denen Sie wirklich besonders interessiert sind, erst dann zu führen, wenn Sie bereits ein wenig Übung haben.

Sollten Sie dennoch über einen längeren Zeitraum nicht erfolgreich sein, sollten Sie versuchen, mehr über die Gründe für die Absagen herauszufinden, um so mögliche Fehler für zukünftige Vorstellungsgespräche zu vermeiden.

J. Ollenik, aktualisiert Juli 2009
zurück Seite drucken Feedback
© R+V 2010
Letzte Änderung: 13.10.2009
Impressum
Nähere Informationen zum Herausgeber finden Sie unter www.impressum.ruv.de

  • Unser Newsletter

  • 0,06 EUR pro Anruf aus dem Festnetz der Deutsche Telekom AG,
    höchstens 0,42 EUR pro Minute aus den Mobilfunknetzen. Abweichende Preise aus anderen Festnetzen sind möglich.

Im Finanzverbund der Volksbanken Raiffeisenbanken