R+V-Ratgeber Ausbildung + Berufseinstieg

Ausbildung + Berufseinstieg

Bewerbung

Bewerbungsstrategien für Hochschulabsolventen

Abbildung: Schachfiguren
Viele Hochschulabsolventen beginnen erst mit der Jobsuche, wenn sie ihr Examen in der Tasche haben. Dann werden Stellenanzeigen durchforstet und Bewerbungen losgeschickt. Vermutlich führt dieser Weg auch irgendwann zum Erfolg, aber wer beruflich etwas erreichen will und möglichst zügig von der Universität ins Berufsleben starten möchte, der sollte seine nähere berufliche Zukunft planen und sich mit der richtigen Strategie auf die Bewerbungsphase vorbereiten.

Ziele festlegen: "Was will ich?"

Auch wenn es zunächst nicht sehr aufregend klingt, das Wichtigste ist, sich über die eigenen Ziele Klarheit zu verschaffen. Nehmen Sie sich also Zeit, um zu analysieren, was Ihnen beim ersten Job am wichtigsten ist. Überlegen Sie sich beispielsweise, ob Sie lieber in einem großen Unternehmen oder lieber in einer kleinen Firma arbeiten wollen. Ist es Ihnen wichtiger bald Führungsverantwortung zu übernehmen oder möchten Sie sich eher zu einem Experten in einem bestimmten Fachgebiet entwickeln? Sind sie bereit, mehr Freizeit für den Beruf zu opfern? Wie viel wollen Sie verdienen? Wie mobil sind Sie?

Je mehr dieser Fragen Sie für sich beantworten können, desto leichter wird es Ihnen fallen, einen passenden Arbeitgeber auszuwählen. Außerdem sollten Sie festlegen, welche von diesen Wünschen und Zielen die höchste Priorität für Sie haben, auf was Sie verzichten könnten und welche Kompromisse Sie vielleicht eingehen würden.

Tipp: Sollten Sie einmal beim Festlegen Ihrer Ziele und Wünsche nicht weiterkommen, überlegen Sie einfach, was Sie auf keinen Fall möchten. Auch dies bringt Sie Ihrem Bild vom gewünschten Beruf ein Stück näher.

Selbstanalyse: "Wer bin ich und was kann ich?"

Überlegen Sie im nächsten Schritt, was Sie einem Arbeitgeber zu bieten haben. Einen ersten Anhaltspunkt Ihrer Fähigkeiten bieten selbstverständlich Ihre Leistungen und Schwerpunkte im Studium. Ihre Noten sind ein erstes Indiz dafür, wo Ihre Stärken und Schwächen sowie Wissensschwerpunkte liegen.

Diese Erkenntnis alleine sollte Ihnen aber nicht genügen. Auch ein späterer Arbeitgeber möchte wissen, was Sie über Ihre Fachkenntnisse hinaus zu bieten haben. Überlegen Sie daher auch, was Sie sich in den letzten Jahren noch angeeignet haben. Welche Fertigkeiten, Kenntnisse oder Erfahrungen haben Sie in den letzten Jahren gesammelt? Überlegen Sie, was Ihnen dabei besonders leicht und besonders schwer gefallen ist. Auslandsaufenthalte, z. B. Auslandssemester, Au Pair-Tätigkeit oder ein freiwilliges soziales Jahr zeigen, dass Sie flexibel sind und bereit, sich in neue Situationen einzufinden. Auch Ihr Privatleben kann weitere Anhaltspunkte für Ihre Stärken und Schwächen geben. Sind sie zum Beispiel das größte Organisationstalent in Ihrem Freundeskreis oder der begabteste Tüftler, engagieren Sie sich für ein Projekt oder einen Verein?

Grundsätzlich ist es ratsam, für Ihre Selbsteinschätzung auch die Meinung von Familie und Freunden einzuholen. Fragen Sie also auch Ihr Umfeld, was man an Ihnen schätzt und wo andere Ihre Schwächen sehen. Dies kann helfen, Ihr eigenes Selbstbild zu verbessern. Vielleicht finden Sie so noch mehr verborgene Talente.

Bei Ihrer Selbsteinschätzung sollten Sie auf jeden Fall die heute üblichen Schlüsselqualifikationen wie Eigeninitiative, Engagement, Leistungsbereitschaft, Kommunikationsvermögen, Führungs- und Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Sprachkenntnisse und EDV-Wissen betrachten und Ihre Fähigkeiten bewerten.

Chancen prüfen: "Was ist möglich?"

Versuchen Sie möglichst viele Informationen über die Arbeitsmarktsituation in Ihrem Wunschberuf bzw. -branche zu sammeln. Gleichen Sie auch die Anforderungen in Ihrem Wunschberuf mit Ihrem persönlichen Profil ab. Fehlen Ihnen noch wichtige Fähigkeiten oder Qualifikationen? Wenn Sie bei den vorangegangenen Fragen sorgfältig gearbeitet haben, fällt es Ihnen bestimmt nicht schwer, eventuelle Defizite zu erkennen.

Bei der Recherche zu den Chancen und Möglichkeiten am Arbeitsmarkt können Sie über die Arbeitsagentur vor Ort wichtige Informationen einholen. Auch die Fachhochschule oder Universität kann Sie durch die Studienberatung und andere Informationsveranstaltungen hierbei unterstützen. Ebenso lohnt es sich, das Geschehen in der Tagespresse zu verfolgen.

Praxistipp: Der Karriereordner

Die Bestandsaufnahme Ihrer persönlichen Fähigkeiten und Ziele erfordert Zeit und Arbeit. Damit Sie nicht schon bei der Vorbereitung entnervt aufgeben müssen, empfiehlt es sich, schon während des Studiums einen Karriereordner anzulegen, in dem Sie systematisch alle relevanten Unterlagen sammeln, die Ihnen für die Bewerbungsphase nützlich sein könnten.

Folgende Inhalte sollte Ihr Karriereordner enthalten:
  • Leistungsnachweise (z. B. Schul- und Ausbildungszeugnisse, Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Praktikumszeugnisse, Urkunden, Referate, Veröffentlichungen
  • Bestandsaufnahme der persönlichen Stärken
  • Persönliche Ziele
  • Rechercheergebnisse zum Arbeitsmarkt (interessante Stellenanzeigen, Unternehmensbroschüren, Kontakte)
J. Ollenik, aktualisiert Juli 2009
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Letzte Änderung: 12.10.2009
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