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R+V-Ratgeber Altersvorsorge (Quelle: Thinkstock)

Altersvorsorge

Versorgungslücke

Kassensturz: Reicht Ihr Geld für die Zeit nach dem Berufsleben?

Abbildung: Prüfender Griff in die Hosentasche
Nach dem Berufsleben haben Sie es verdient, das Leben noch einmal richtig sorgenfrei zu genießen und sich ganz Ihren Interessen zu widmen. Am besten wird Ihnen dies mit einer stabilen finanziellen Basis gelingen. Denn die Verwirklichung von Träumen kostet zwar nicht immer, aber sehr oft Geld. Und diese zukünftigen Ausgaben müssen durch Ihre zukünftigen Einnahmen gedeckt werden.

Wie viel Geld Ihnen im Ruhestand zum Leben zur Verfügung steht, stellen Sie durch einen vorgezogenen Kassensturz fest. So wissen Sie schon heute, ob Ihre besten Jahre den Namen verdienen oder ob Sie Ihre Altersvorsorge optimieren sollten.

Die zukünftigen Ausgaben bestimmen

Natürlich können Sie nicht auf den Cent genau errechnen, wie viel Geld Sie nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben ausgeben werden. Aber anhand Ihres aktuellen Konsums und Ihrer Lebensplanung lassen sich die zukünftigen Ausgaben recht gut ermitteln. Sie bestehen aus folgenden zwei Kostenpaketen:
  • Fixkosten sind jene Kosten, die regelmäßig und meist in gleicher oder ähnlicher Höhe anfallen. Um sich darüber einen Überblick zu verschaffen, nehmen Sie sich am besten die Kontoauszüge eines Jahres zur Hand und erfassen alle Ausgaben, die monatlich, viertel-, halbjährlich oder jährlich abgebucht werden. Dazu dürften zum Beispiel gehören:
    • Wohn- und Nebenkosten,
    • Strom,
    • Gebühren für Telefon und Fernsehen,
    • Kreditverpflichtungen,
    • Versicherungen wie etwa Kfz- oder Privathaftpflichtversicherung.


    Planen Sie für die Zukunft eine Änderung des Lebensstils, sollten Sie die damit verbundenen Kostenänderungen ebenfalls berücksichtigen. Ein Umzug zum Beispiel würde sich auf die Höhe der Miete auswirken. Außerdem werden im Ruhestand weitere Versicherungen wichtig, etwa für die Vermögensübertragung oder den Fall der Pflegebedürftigkeit.

    Welche Vorsorgemaßnahmen und Versicherungen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr von Nutzen werden, können Sie in dem Artikel "Erreichtes sichern und die Altersvorsorge optimieren" nachlesen. Steht Ihr Ausstieg aus dem Berufsleben kurz bevor oder liegt er bereits hinter Ihnen? Dann erfahren Sie in dem Artikel "Die Früchte sorgenfrei genießen", welche Möglichkeiten Sie haben, mit privater Vorsorge Ihr Einkommen lebenslang zu sichern und sich und Ihre Familie für alle Eventualitäten abzusichern.
  • Variable Kosten fallen in unterschiedlicher Höhe und nur mehr oder weniger regelmäßig an. Um ihre Höhe festzustellen, bietet es sich an, einen Monat lang aufzuschreiben, wie viel Geld Sie für was ausgeben. Zu diesen monatlichen variablen Kosten kommen dann noch Ausgaben zu besonderen Gelegenheiten hinzu, wie zum Beispiel für Weihnachtsgeschenke. Die folgende Liste zeigt typische variable Kosten:
    • Nahrungsmittel und Getränke,
    • Kleidung,
    • Auto und Verkehr,
    • Freizeitaktivitäten und
    • Reisen.


    Auch bei den variablen Kosten sollten Sie Veränderungen Ihrer zukünftigen Konsumgewohnheiten bedenken. Laut Statistischem Bundesamt geben Ruheständler überdurchschnittlich viel Geld für Pauschalreisen sowie für Blumen und Garten aus.

    Haben Sie alle fixen und variablen Kosten zusammen gerechnet, kennen Sie die Höhe Ihrer heutigen Ausgaben. Das ist die Basis, um die zukünftigen Ausgaben zu bestimmen. Dafür ist es notwendig, die Inflationsrate (auch: Teuerungsrate) zu berücksichtigen. Jährlich steigen die Preise im Durchschnitt um 2 %. Geben Sie heute zum Beispiel 1.000 EUR pro Monat aus, werden es in zehn Jahren ca. 1.200 EUR sein. Wenn Sie ganz einfach berechnen wollen, wie hoch Ihre Ausgaben in Zukunft sein werden, können Sie den R+V-Versorgungslückenrechner nutzen.

Die zukünftigen Einnahmen bestimmen

Neben den voraussichtlichen zukünftigen Ausgaben gilt es, die Einnahmen zu bestimmen. Folgende Einkunftsarten kommen im Ruhestand vor allem in Frage:
  • Die gesetzliche Rente stellt Sie vor zwei Fragen: Wann kann sie bezogen werden und in welcher Höhe? Die Übersicht "Altersrentenbezug bis 1946" (PDF 148,1 KB)Informationen zum Dateiformat beantwortet Ihnen die erste Frage, falls Sie vor 1947 geboren sind. Für Jahrgänge ab 1947 erhöht sich das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67. Welche Auswirkungen diese neue Rente mit 67 hat, zeigt die Tabelle "Altersrentenbezug ab 1947" (PDF 183,3 KB)Informationen zum Dateiformat.

    Auch über die Höhe Ihres Rentenanspruchs kann er Auskunft erteilen. Ab dem 27. Lebensjahr bekommen Arbeitnehmer, die fünf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, regelmäßig eine Renteninformation zugeschickt. Wenn Sie diese außer der Reihe anfordern möchten, finden Sie hier eine Liste mit Adressen der Rentenversicherungsträger. Link auf die Internetseite der Deutschen Rentenversicherung
    www.deutsche-rentenversicherung.de
    Sie können aber auch bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (die frühere Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, BfA) eine so genannte Rentenauskunft mit Versicherungsverlauf Link auf die Internetseite der Deutschen rentenversicherung
    www.deutsche-rentenversicherung.de
    online anfordern.

    Bei der Rente gilt übrigens wie beim Arbeitslohn: brutto nicht gleich netto. Vom Bruttobetrag müssen Sie noch Ihren Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung (aktuell rund 7 % zusammen) und die Einkommensteuer.

  • Zusätzliche Verdienste, etwa in Form von Honoraren für Vorträge, können Sie nach Erreichen des regulären Rentenalters unbegrenzt einnehmen. Die Höhe der Rente verringert sich dadurch nicht. Gehen Sie früher in Rente, etwa als langjährig Versicherter, dürfen Sie 400 EUR brutto monatlich hinzuverdienen. Übersteigen Sie diese Grenze, wird Ihre Rente gekürzt.

  • Einkünfte aus betrieblicher Altersvorsorge sowie privater Vorsorge (etwa aus einer privaten Rentenversicherung oder aus Kapitalanlagen) und sonstige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Auch diese Einnahmen müssen Sie wie die gesetzliche Rente unter Umständen versteuern.
Tipp: Unsicherheiten bei der gesetzlichen Rente privat abfangen!
Bei der Schätzung der Einnahmen und Ausgaben sollten Sie nicht zu optimistisch sein. Vor allem die gesetzliche Rente ist alles andere als sicher. Ob Sie das vom Rentenversicherungsträger versprochene Niveau tatsächlich erreichen, muss leider bezweifelt werden. Selbst die Bundesregierung empfiehlt, dass die Deutschen zunehmend auf private Vorsorge setzen, um im Alter Ihre Lebensqualität zu halten.

Gerne steht Ihnen unser Ansprechpartner vor Ort für Ihre persönliche Zukunftsvorsorge zur Verfügung.
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S. Nies, aktualisiert Februar 2011
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