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R+V-Ratgeber Altersvorsorge (Quelle: Thinkstock)

Altersvorsorge

Gesetzliche Rente

Wieder allein: Die finanzielle Absicherung für Hinterbliebene

Der Tod eines geliebten Menschen ist ein großer Verlust. Und gerade für Frauen bedeutet er oft einen Einschnitt in zweifacher Hinsicht.
Abbildung: Frau (Quelle: Thinkstock)
Denn wenn das gemeinsam erworbene Haus plötzlich allein abzubezahlen ist oder die Kinder eine Berufstätigkeit unmöglich machen, kommen zu den emotionalen Sorgen auch finanzielle.

Dieser Artikel stellt die Hilfe des Staates vor, mit der hinterbliebene Eheleute rechnen können.

Witwen-/Witwerrente

Nach dem Tod des Ehemannes hat die hinterbliebene Ehefrau einen Anspruch auf Witwenrente. Der hinterbliebene Ehemann bekommt eine Witwerrente, für die dieselben Regelungen gelten wie für die nachfolgend beschriebene Witwenrente. Seit dem 01.01.2005 haben auch Hinterbliebene, die in einer anerkannten Lebenspartnerschaft gelebt haben, einen Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente.

Die Witwenrente wird an Witwen und Witwer gezahlt, die nicht wieder geheiratet haben, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Der verstorbene Ehemann hat zum Zeitpunkt seines Todes die fünfjährige Wartezeit in der Rentenversicherung erfüllt. Auf die allgemeine Wartezeit werden angerechnet: Beitragszeiten, Kindererziehungszeiten, Zeiten aus dem Versorgungsausgleich und dem Rentensplitting unter Ehegatten, Zeiten geringfügiger Beschäftigung mit Beitragszahlung des Arbeitgebers, Zuschläge an Entgeltpunkten für Arbeitsentgelt aus geringfügiger versicherungsfreier Beschäftigung sowie Ersatzzeiten, wie zum Beispiel Kriegsdienst oder Kriegsgefangenschaft.

    Oder
  • Der verstorbene Ehemann hatte zum Zeitpunkt seines Todes einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungs-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- oder Altersrente oder einen Anspruch auf eine Rente für Bergleute aus der Knappschaftsversicherung.
Die Höhe der Witwenrente hängt davon ab, ob die Ehefrau die so genannte große oder kleine Witwenrente erhält. Die große Witwenrente beträgt 60 % der Rente wegen voller Erwerbsminderung bzw. Altersrente des Verstorbenen und wird an die Ehefrau ausgezahlt, wenn sie

  • ein waisenrentenberechtigtes Kind, welches das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erzieht oder
  • für ein behindertes Kind sorgt oder
  • vermindert erwerbsfähig ist oder
  • das 45. Lebensjahr vollendet hat. Diese Altersgrenze wird von 2012 bis 2029 stufenweise auf das 47. Lebensjahr erhöht, wenn der Todesfall nach dem 31.12.2011 eintrat.

Erfüllt die Hinterbliebene diese Voraussetzungen nicht, erhält sie eine kleine Witwenrente. Diese beträgt 25 % der Rente wegen voller Erwerbsminderung bzw. der Altersrente des oder der verstorbenen Versicherten.

Neuregelung der Witwenrente ab 01.01.2002

Für Ehepaare, die nach dem 31.12.2001 geheiratet haben oder bei denen beide Partner nach dem 01.01.1962 geboren sind, gibt es ein neues Hinterbliebenenrecht. Ehefrauen müssen demzufolge neben den bereits genannten auch folgende Voraussetzung erfüllen, um einen Anspruch auf Witwenrente zu haben:

  • Die Ehe hat mindestens ein Jahr gedauert. Andernfalls wird von der Vermutung ausgegangen, dass die Ehe nur geschlossen wurde, um den Hinterbliebenen finanziell zu versorgen. Diese Vermutung kann widerlegt werden, etwa wenn der Partner durch einen Unfall, ein Verbrechen oder eine nach der Heirat aufgetretene Infektionskrankheit gestorben ist.

Außerdem gelten folgende Neuerungen:

  • Die große Witwenrente beträgt statt 60 % nur noch 55 %.
  • Die kleine Witwenrente wird nur 24 Monate gezahlt. Vollendet die hinterbliebene Ehefrau das 45. Lebensjahr, hat sie Anspruch auf die große Witwenrente. Diese Altersgrenze wird von 2012 bis 2029 stufenweise auf das 47. Lebensjahr erhöht, wenn der Todesfall nach dem 31.12.2011 eintrat.
  • Witwenrentenberechtigte, die Kinder erzogen haben, erhalten für jedes Kind einen Zuschlag zur Witwenrente.
  • Die Ausdehnung der Anrechnung von eigenem Einkommen.
    Hierzu zählen alle steuerpflichtigen Einkommensarten. Damit fallen auch Vermögenseinkommen sowie eigene betriebliche und private Altersleistungen unter die Einkommensanrechnung. Ausgenommen sind hingegen Einkünfte aus der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge (wie beispielsweise die Riester-Rente). Zudem nicht zum anrechenbaren Vermögen gehören u.a. Leistungen, die wegen Todes gezahlt werden.

Waisenrente für Kinder

Nach dem Tod eines Elternteils erhalten Kinder eine Halbwaisenrente. Die Vollwaisenrente wird nach dem Tod beider Elternteile gezahlt. Voraussetzung in beiden Fällen ist, dass der oder die Verstorbene die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt. Auf die allgemeine Wartezeit werden angerechnet: Beitragszeiten, Kindererziehungszeiten, Zeiten aus dem Versorgungsausgleich und dem Rentensplitting unter Ehegatten, Zeiten geringfügiger Beschäftigung mit Beitragszahlung des Arbeitgebers, Zuschläge an Entgeltpunkten für Arbeitsentgelt aus geringfügiger versicherungsfreier Beschäftigung sowie Ersatzzeiten wie zum Beispiel Kriegsdienst oder Kriegsgefangenschaft. Die Waisenrente wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt. Das Kind erhält die Unterstützung bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, wenn es:

  • eine Schul- oder Berufsausbildung absolviert,
  • ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr leistet,
  • behindert ist und das Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet.

Eine Witwen- oder Waisenrente müssen Sie bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Mehr dazu erfahren Sie auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung Link zur Internetseite der Deutschen Rentenversicherung
www.deutsche-rentenversicherung.de
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Erziehungsrente für geschiedene Ehepartner

Stirbt der geschiedene Ehemann, hat die ehemalige Ehefrau unter folgenden Voraussetzungen einen Anspruch auf die so genannte Erziehungsrente:

  • Ihre Ehe wurde nach dem 30. Juni 1977 geschieden.
  • Sie erzieht ein eigenes Kind unter 18 Jahren, das nicht das Kind des Verstorbenen sein muss.
  • Sie hat nicht wieder geheiratet.
  • Sie selbst erfüllt die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren.

Eine Erziehungsrente kann außerdem gewährt werden, wenn


  • ein Rentensplitting unter Ehegatten durchgeführt wurde und der geschiedene Ehemann gestorben ist,
  • sie ein eigenes minderjähriges Kind oder ein Kind des Verstorbenen erzieht,
  • sie nicht wieder geheiratet hat und
  • bis zum Tod des geschiedenen Ehemannes selber die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hat.

Die Formulare zum Beantragen einer Erziehungsrente finden Sie auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung. Link auf die Interentseite der Deutschen Rentenversicherung
www.deutsche-rentenversicherung.de

Einkommensanrechnung bei Renten wegen Todes

Das Einkommen des Hinterbliebenen wird ab einem bestimmten Freibetrag zu 40 % auf die Witwenrente, Waisenrente und Erziehungsrente angerechnet. Auf Waisenrenten wird das eigene Einkommen nur angerechnet, wenn die Waise über 18 Jahre alt ist. Folgende Freibeträge gelten:

Rente alte Bundesländer neue Bundesländer
Witwenrente, Erziehungsrente 742,90 EUR 679,54 EUR
Waisenrente 495,26 EUR 453,02 EUR
Für jedes waisenrentenberechtigte Kind erhöht sich der jeweilige Freibetrag 157,58 EUR 144,14 EUR

Die Einkommensanrechnung wird jährlich überprüft.

Bei Rentensplitting kein Anspruch auf Witwenrente

Durch die Neuordnung der Hinterbliebenenrente seit dem 01.01.2002 werden auf die Hinterbliebenenrente in der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich alle eigenen Einkommensarten nach dem Einkommenssteuergesetz angerechnet. Dies kann zur Folge haben, dass die Witwen-/ Witwerrente nicht gezahlt wird.
Hier hat der Gesetzgeber nun die Möglichkeit geschaffen, dass der überlebende Ehepartner sich für das Rentensplitting entscheidet. Hierbei werden die in der Ehe erworbenen Ansprüche auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gleichmäßig untereinander aufgeteilt.

Entscheidet sich ein Ehepaar für das Rentensplitting, hat im Todesfall des Ehemannes die hinterbliebene Ehefrau keinen Anspruch auf Witwenrente. Das Rentensplitting ist zulässig, wenn die Ehe nach dem 31.12.2001 geschlossen wurde oder die Ehe am 31.12.2001 bestand und beide Ehegatten nach dem 01.01.1962 geboren sind. Durch den Ausschluss der Hinterbliebenenleistung im Todesfall erfolgt bei den Hinterbliebenen keine Einkommensanrechnung.

Für den Ernstfall ausreichend versorgt?

Die staatliche Absicherung von Hinterbliebenen ist knapp bemessen. Wenn beispielsweise in einer Familie der Hauptverdiener stirbt, bleibt den Angehörigen trotz Witwen- oder Waisenrente meist nicht genug Einkommen, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Eine zusätzliche private Absicherung hilft, finanzielle Sorgen nach einem Todesfall zu vermeiden. Eine Risikolebensversicherung bietet für Hinterbliebene ein sicheres Finanzpolster, mit dem sie die laufenden Kosten tragen oder Verbindlichkeiten wie z. B. Hypothekendarlehen ablösen können. Damit die Versicherung im Todesfall nicht der Erbschaftssteuer unterliegt, kann sie "über Kreuz" abgeschlossen werden. Das bedeutet: Bei der Police des Ehemannes (versicherte Person) ist die Ehefrau nicht nur die Begünstigte, sondern gleichzeitig die Versicherungsnehmerin. Stirbt der Ehemann, erhält die Ehefrau Versicherungsleistungen aus ihrem eigenen Vertrag und nicht dem Erbe ihres Mannes. Deshalb wird die Risikolebensversicherung nicht der Erbschaftssteuer unterworfen. Dasselbe "Über-Kreuz-Prinzip" gilt auch beim Abschluss einer Police für die Ehefrau als versicherte Person. Dann ist der Ehemann Begünstigter und Versicherungsnehmer.

Unser Ansprechpartner vor Ort unterstützt Sie gerne bei einer individuellen Versorgungsanalyse.
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Mehr Freiraum fürs Leben

Damit Frauen ihre finanzielle Zukunft besser einschätzen und beurteilen können, bietet die R+V auf der Internetseite www.freiraum-fuers-leben.de Link zu: Freiraum fürs Leben
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S. Nies, aktualisiert Februar 2014
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