Wiesbaden, 2. Februar 2012. Bei den aktuell eisigen Temperaturen sollten
Eltern kleine Kinder nicht allein im Auto lassen - auch nicht für kurze Besorgungen.
"Kinder kühlen deutlich schneller aus als Erwachsene, weil sie kleiner
sind und eine dünnere Fettschicht unter der Haut haben. Schon nach
kurzer Zeit können sie Schäden davontragen, weil wichtige Körperfunktionen
gestört werden - etwa an den inneren Organen", sagt Dr. Marko Ostendorf,
Arzt beim Infocenter der R+V Versicherung. Zusätzlich müssen die Eltern mit
einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen.
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Bei Minusgraden draußen sinkt auch die Temperatur im Wageninneren auf niedrige
Werte. Besonders schnell geht das, wenn das Auto nur eine kurze Strecke
zurückgelegt hat und noch nicht richtig aufgewärmt ist. Säuglinge und Kleinkinder
verlieren dann innerhalb kurzer Zeit viel Körperwärme - vor allem wenn sie im
Kindersitz festgeschnallt sind und sich nicht bewegen können. Hinzu kommt: Im
Auto sind die Kleinen oft nicht so dick eingepackt wie draußen, weil während der
Fahrt die Heizung läuft.
"Für Menschen ist eine gleichbleibende Körpertemperatur lebensnotwendig - nur
dann sind die wichtigsten Körperfunktionen gewährleistet", erklärt R+V-Experte
Dr. Ostendorf. Kritisch wird es, wenn das Kind nur noch wimmern kann, apathisch
ist oder sogar das Bewusstsein verliert. Im schlimmsten Fall droht ein tödlicher
Herzstillstand.
Wenn Passanten ein Kleinkind allein im Auto bemerken, sollten sie zunächst
nach einer Begleitperson Ausschau halten. Ist diese nicht zu finden, rät das R+VInfocenter,
die Polizei oder den Rettungsdienst zu informieren. "In einem Fall im
vergangenen Winter haben Polizeibeamte in Hessen dann eine Seitenscheibe
eingeschlagen und einen zweijährigen Jungen aus dem Auto befreit. Er hatte über
eine Stunde in der Kälte ausgeharrt", so Dr. Marko Ostendorf. Gegen die Mutter
wurde Strafanzeige erstattet.
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