Wiesbaden, 29. Juni 2011. Ab in den Urlaub: Mehr als die Hälfte der Deutschen
nehmen dafür das eigene Auto oder leihen sich vor Ort einen Mietwagen.
Doch Vorsicht: Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind im Ausland
fast überall strenger als in Deutschland - und die Strafen oft deutlich
höher. "Autofahrer sollten wissen, dass sie in einigen Ländern 500 Euro
oder mehr bezahlen müssen, wenn sie zu schnell fahren", sagt Karl Walter,
Kfz-Experte beim Infocenter der R+V Versicherung. Hinzu kommt: Wenn die
Bußgelder nicht direkt vor Ort fällig sind, werden sie jetzt nach dem Urlaub
in Deutschland vollstreckt - aufgrund einer neuen EU-Verordnung vom
Oktober vergangenen Jahres.
Viele Autofahrer sind sich nicht bewusst, dass sich die Verkehrsregeln in den
europäischen Ländern zum Teil erheblich unterscheiden. Und immer wieder gibt
es Änderungen. Beispiel Spanien: Im März hatte das beliebte Urlaubsland das
Tempolimit auf Autobahnen von 120 km/h auf 110 km/h gesenkt, zum 1. Juli wird
es wieder auf 120 km/h erhöht. Doch noch immer gilt für Spanien-Urlauber: Fuß
vom Gas. Denn ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h müssen
Raser mit Bußgeldern von 600 Euro und mehr rechnen.
In anderen Ländern gibt es zudem unterschiedliche Tempolimits je nach Tageszeit
oder Witterungsverhältnissen: Auf einigen österreichischen Autobahnen müssen
Autofahrer nachts langsamer fahren, in Italien oder Frankreich gelten besondere
Beschränkungen bei Nässe und Regen. Auch Fahranfänger müssen sich auf spezielle
Regelungen einstellen. "Die Strafen sind fällig, selbst wenn die Autofahrer
eine bestimmte Regel nicht kannten", so R+V-Experte Walter. Er rät deshalb, sich
vor dem Sommerurlaub über die aktuellen Verkehrsregeln zu informieren.
Deutschland unterstützt die Vollstreckung ab 70 Euro
Bei Bußgeldern von 70 Euro oder mehr unterstützen die deutschen Behörden die
Vollstreckung. "Der Betrag gilt inklusive Verfahrenskosten. Dadurch ist er schnell
erreicht - selbst bei kleinen Verkehrsverstößen", erklärt Karl Walter.
Weitere Hinweise des R+V-Infocenters:
- Aktuelle Informationen über die Verkehrsregeln der jeweiligen Länder bekommen Autofahrer beispielsweise bei den Konsulaten, Fremdenverkehrsämtern oder Automobilclubs. Alte Reiseführer sind in puncto Bußgeldern oft überholt.
- Warnwesten sollten zur Standardausrüstung gehören. In sehr vielen Ländern sind sie bereits Pflicht.
- Drastische Strafen drohen Autofahrern bei Alkohol am Steuer. In Italien kann das Auto enteignet und zwangsversteigert werden, und in Spanien wird eine alkoholisierte Autofahrt unter Umständen mit Gefängnis bestraft.
- Telefonieren am Steuer wird in Europa sehr unterschiedlich gehandhabt. Während es in Schweden erlaubt ist, sind in Italien sogar Headsets verboten.
Bußgelder im europäischen Ausland
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Land
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20 km/h zu schnell
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über 50 km/h zu schnell
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rote Ampel überfahren
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Handy am Steuer
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Belgien
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ab 100 €
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ab 300 €
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ab 150 €
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ab 100 €
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Dänemark
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65 € - 270 €
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ab 295 €
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135 € - 200 €
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65 €
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Finnland
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ab 70 €
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14 TS*
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ab 10 TS*
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bis 115 €
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Frankreich
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ab 135 €
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1.500 €
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ab 135 €
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ab 35 €
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Griechenland
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ab 50 €
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ab 175 €
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ab 350 €
|
100 €
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Großbritannien
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ab 75 €
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bis 2900 €
|
ab 70 €
|
ab 75 €
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Irland
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ab 80 €
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ab 80 €
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ab 80 €
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ab 60 €
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Italien
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ab 160 €*
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ab 500 €
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ab 160 €**
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ab 150 €
|
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Kroatien
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ab 65 €
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ab 400 €
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ab 270 €
|
ab 65 €
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Niederlande
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ab 115 €
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ab 510 €
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180 €
|
180 €
|
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Norwegen
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ab 465 €
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ab 1500 €
|
670 €
|
165 €
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Österreich
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ab 20 €
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bis 2180 €
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ab 70 €
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ab 50 €
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Polen
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ab 25 €
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ab 100 €
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ab 75 €
|
ab 50 €
|
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Portugal
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ab 60 €
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ab 300 €
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ab 120 €
|
ab 120 €
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Schweden
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ab 270 €
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ab 450 €
|
ab 310 €
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kein Verbot
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Schweiz
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ab 140 €
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ab 690 €
|
190 €
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75 €
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Serbien
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ab 45 €
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bis 140 €
|
ab 140 €
|
45 €
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Spanien
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ab 100 €
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ab 600 €
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ab 200 €
|
ab 200 €
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Tschechien
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ab 60 €
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ab 200 €
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ab 100 €
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ab 60 €
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Türkei
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ab 40 €
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ab 60 €
|
ab 40 €
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k. A.
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*TS = Tagessatz (Strafberechnung nach Monatsverdienst, in Finnland: maximal 120 TS)
** = Mindestbußen tagsüber, nachts (22-7 Uhr) um ein Drittel höhere Bußgelder
Quelle: ADAC, Stand März 2011
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