Wiesbaden, 21. Dezember 2005. Auch wenn es nach einer langen Silvesterparty schwer fällt: Eltern von kleinen Kindern sollten vor dem Schlafen gehen volle Aschenbecher leeren und Alkoholreste wegschütten. Denn Kleinkinder sind am Neujahrsmorgen meist als erstes wach und probieren neugierig halbvolle Sektkelche oder Zigarettenstummel. Dadurch können sie sich schwere Vergiftungen zuziehen, warnt das Infocenter der
R+V Versicherung. Vor allem Zigaretten sind gefährlich: Jeden Tag müssen 40 Kleinkinder wegen einer Nikotinvergiftung behandelt werden, so die Statistik. Damit ist Tabak die zweithäufigste Vergiftungsursache bei unter Fünfjährigen, gleich nach Medikamenten.
"Schon das Gift einer einzigen Zigarette kann für einen Einjährigen tödlich sein", warnt
Dr. Marko Ostendorf, Arzt des
R+V-Infocenters. Als Faustregel gilt: Wenn die Eltern befürchten, dass ihr Kind mehr als eine halbe Zigarette gegessen hat, sollten sie sofort die nächste Giftnotrufzentrale oder den Notarzt anrufen. Mit etwas Wasser zerstoßene Kohletabletten bieten sich als Erste-Hilfe-Maßnahme an.
Schon ein Schluck Cognac ist gefährlich
Auf Alkohol reagieren Kinder viel empfindlicher als Erwachsene. "Bereits ein halbes Schnapsglas Cognac – das entspricht 0,5 Promille Alkohol im Blut - löst bei einem Zweijährigen schwere Vergiftungserscheinungen aus", sagt
Dr. Ostendorf. Das Kind kann plötzlich bewusstlos werden oder im schlimmsten Fall an Atemlähmung sterben. Vorsicht auch vor den süßen Früchten aus Bowlen oder Rumtöpfen: Schon einige Erdbeeren können tödlich sein, warnt das
R+V-Infocenter. Hat das Kind doch einmal Alkohol erwischt, sollten ihm die Eltern Saft mit Zucker geben. Ist es nicht mehr ansprechbar, immer sofort den Notarzt anrufen. Muss sich das Kind übergeben, sollten Mutter oder Vater es dabei unterstützen. Aber: Das Kind auf keinen Fall zum Erbrechen bringen, denn es kann daran ersticken. Diese Maßnahme besser dem Arzt überlassen.
zum Seitenanfang