Wiesbaden, 3. August 2005. Eine weiße Leinenhose zur hellblauen Baumwoll-Bluse – bei heißen Temperaturen soll Kleidung vor allem eins sein: angenehm zu tragen. Doch so bequem die sommerliche Garderobe auch ist, vor aggressiver Sonnenstrahlung schützt sie nur bedingt: Ein dünnes weißes Baumwoll-
T-Shirt hat in der Regel einen Lichtschutzfaktor von fünf bis zehn. Für Hellhäutige bedeutet das bereits nach etwa einer halben Stunde Sonnenbrandgefahr. Dunkle Kunstfaser-Kleidung erreicht hingegen oft einen Lichtschutzfaktor von 20 und mehr. Wer es lieber luftig mag, sollte daher bunte
T-Shirts hellen vorziehen und die Haut zusätzlich schützen. "Vor allem zwischen 11 und 15 Uhr empfiehlt es sich, auch unter leichter Sommerkleidung Sonnencreme aufzutragen oder sich vorzugsweise im Schatten aufzuhalten", rät
Dr. Marko Ostendorf, Arzt des
R+V-Infocenters.
Generell gilt: Je dicker, dichter und dunkler ein Stoff ist, desto besser hält er
UV-Strahlen ab. Einen Anhaltspunkt für die Schutzwirkung liefert ein einfacher Test: Stoff spannen, gegen das Licht halten und schauen, wie viel Sonne durchscheint. Polyester beispielsweise lässt weniger Strahlen durch als Seide, Wolle oder Nylon. Die typischen Sommerstoffe Baumwolle, Leinen und Viskose bieten den geringsten Schutz. Waschen erhöht allerdings den Lichtschutzfaktor vieler Textilien, weil sich der Stoff dabei dauerhaft zusammenzieht. Vorsicht am Strand: Werden
T-Shirt oder Hose nass, dringen mehr Sonnenstrahlen durch.
Wer auf Nummer sicher gehen will, trägt an heißen Tagen am besten spezielle
UV-Schutz-Kleidung. Sie ist meistens aus behandelter Baumwolle und mit einem Lichtschutzfaktor gekennzeichnet. Erhältlich ist sie beispielsweise in Sportgeschäften, Apotheken sowie bei speziellen Versandhäusern vor allem im Internet. Faktor 30 heißt bei diesen Produkten, dass sie nur rund vier Prozent der
UV-Strahlen durchlassen. Für kleine Kinder und den Urlaub am Meer oder im Gebirge empfiehlt
R+V-Experte
Dr. Ostendorf jedoch sogar einen Lichtschutzfaktor über 40. Auch Sportler sollten auf einen ausreichenden
UV-Schutz achten.