Wiesbaden, 27. Juni 2005. "Sind die süß!" Kinder sind kaum zu bremsen, wenn sie im Urlaub streunende Hunde oder Katzen sehen. Doch gerade die zutraulichen Vierbeiner können Tollwut übertragen. Darauf macht das Infocenter der
R+V Versicherung aufmerksam. Was viele nicht wissen: Um sich mit der tödlichen Viruserkrankung anzustecken, müssen die Tiere nicht einmal zubeißen. "Es reicht aus, wenn der Speichel infizierter Tiere in eine kleine Wunde gelangt – ein Kratzer an der Hand genügt", warnt
Dr. Marko Ostendorf, Arzt des
R+V-Infocenters.
In Deutschland sind die meisten Haustiere gegen Tollwut geimpft. In Urlaubsgebieten wie Asien, Südamerika und einigen Ländern am östlichen Mittelmeer tragen viele Hunde und Katzen das Virus in sich. Die Krankheit wird durch Tierbisse auf Menschen übertragen. Urlauber können sich aber auch anstecken, wenn sie infizierten Speichel in eine Wunde oder an Mund, Nase oder Augen bekommen. Tollwütige Tiere fallen auf durch vermehrten Speichelfluss – den bekannten Schaum vor dem Mund – und starke Unruhe, verbunden mit Angriffslust. Besonders gefährlich: Schon bevor diese Symptome auftreten, können infizierte Tiere die Krankheit weitergeben. Viele werden zunächst besonders zutraulich und laden deshalb zum Streicheln ein. Das
R+V-Infocenter rät deshalb, besonders Kinder vor zahmen, frei laufenden Hunden und Katzen zu warnen.
Tollwutgefahr nicht unterschätzen
Wer ein möglicherweise tollwütiges Tier berührt hat, muss schnell handeln. Denn wenn die Krankheit beim Menschen ausbricht, endet sie fast immer tödlich. "Wer gebissen wurde oder Speichel in eine Wunde bekommen hat, sollte alles sofort mit Seifenlösung oder klarem Wasser auswaschen und anschließend desinfizieren", empfiehlt
R+V-Experte
Dr. Ostendorf. "Danach muss man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen." Die nachträgliche Impfung kann die Krankheit nur verhindern, wenn sie noch nicht ausgebrochen ist – und das ist manchmal schon nach wenigen Tagen der Fall. Nicht in allen Urlaubsgebieten sind die modernen, gut verträglichen Impfstoffe immer verfügbar. Urlauber sollten sich deshalb im Vorfeld beim Arzt, im Tropeninstitut oder einem Zentrum für Reisemedizin über eine Tollwut-Schutzimpfung informieren oder sich im Reiseland an die Deutsche Botschaft wenden, die einen Vertragsarzt nennen kann.
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