Wiesbaden, 3. Februar 2005. "Was machst du denn hier? Hat dein Sohn nicht Windpocken?" Diese ängstliche Frage besorgter Kollegen hört mancher, dessen Kind gerade an dem ansteckenden Virus leidet. Solche Sorgen sind durchaus berechtigt, warnt das Infocenter der
R+V Versicherung in Wiesbaden. Denn Eltern können die Krankheiten ihrer Sprösslinge auch auf andere Erwachsene übertragen - in manchen Fällen bereits, bevor sich bei ihnen selbst die ersten Symptome zeigen. Gut zu wissen: Wer Masern, Windpocken oder Röteln schon hatte oder dagegen geimpft ist, kann andere damit in der Regel nicht mehr infizieren. Gegen Scharlach gibt es allerdings keinen sicheren Immunschutz.
"Bei Windpocken, Masern und Röteln ist eine Ansteckung möglich, bevor die ersten Symptome auftreten und diese können sich je nach Krankheit bis zu einer Woche später zeigen", sagt
Dr. Marko Ostendorf, Arzt des
R+V-Infocenters. Das heißt: Ein Vater, der sich bei seinem Sohn mit Röteln angesteckt hat, kann die Krankheit an seine Kollegen weitergeben, auch wenn die typischen roten Flecken bei ihm erst einige Tage später auftauchen.
Bei den von Viren ausgelösten Masern, Röteln und Windpocken besteht in der Regel lebenslange Immunität bei allen, die die Krankheit in ihrer Kindheit schon hatten oder geimpft wurden. Das bedeutet auch: Sie können die Erreger nicht auf andere übertragen. "Wer sich nicht sicher ist, ob er Kollegen und Freunde anstecken könnte, sollte seinen Betriebs- oder Hausarzt um Rat fragen", rät Experte
Dr. Ostendorf. In kritischen Fällen kann der Arzt einen Bluttest durchführen, der Aufschluss darüber gibt, ob der Betroffene genug Antikörper gegen eine bestimmte Kinderkrankheit besitzt.
Besonders tückisch sind allerdings Scharlacherreger: Gegen sie gibt es keinen sicheren Immunschutz. Erwachsene können die Scharlach-Bakterien sogar weitergeben, wenn bei ihnen selbst keine Symptome auftreten. Für die Eltern erkrankter Kinder heißt das: Bei Ansteckungsverdacht sollten sie zum Arzt gehen und überprüfen lassen, ob eine vorbeugende Behandlung sinnvoll ist.
Kinderkrankheiten sind für Erwachsene großes Gesundheitsrisiko
Fest steht: Für Erwachsene stellen einige der Kinderkrankheiten ein großes Gesundheitsrisiko dar. So können Masern eine Gehirnentzündung auslösen, Mumps bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen. Schwangere sollten sich besonders vor Röteln und Windpocken schützen, denn sie können zu Missbildungen beim Ungeborenen führen.
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