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Pressemitteilung des R+V-Infocenters

Gefährliche Blütenpracht für Kinder

R+V-Infocenter: Vergiftungen durch Pflanzen im eigenen Garten vermeiden
Abbildung: Giftige Pflanzen für Balkon und Garten
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Wiesbaden, 1. März 2004. Frühlingszeit ist Pflanzzeit - viele Hobbygärtner suchen jetzt die schönsten Büsche und Stauden für ihren Garten aus. Doch Eltern von kleinen Kindern rät das Infocenter der R+V Versicherung, beim Pflanzenkauf genau hinzuschauen: Einige gängige Gartenpflanzen haben hochgiftige Blätter, Blüten oder Früchte. Nicht selten stecken Kinder diese beim Spielen in den Mund. Mehr als 20.000 Anrufe von besorgten Eltern verzeichnen die deutschen Giftnotruf-Zentralen dazu jedes Jahr.

Besonders gefährdet sind Kleinkinder unter sechs Jahren. Aus Neugier probieren sie die bunten Beeren. Da ihr Geschmackssinn noch nicht voll ausgeprägt ist, lassen sie sich auch von bitterem Geschmack nicht abschrecken. "Bei kleinen Kindern reichen schon geringe Mengen, um Übelkeit und Schwindel hervorzurufen", warnt Mechthild Herbort, Gärtnerin und Umweltingenieurin des R+V-Infocenters. Sie rät Eltern deshalb, beim Pflanzenkauf vorsichtig zu sein und bereits gesetzte giftige Pflanzen entweder zu entfernen oder vor dem Zugriff ihrer Kinder zu schützen - beispielsweise durch Abschneiden erreichbarer Zweige oder durch einen Zaun.

Vor allem farbenfrohe Sträucher und Bäume wie Engelstrompete, Goldregen, Seidelbast und Wandelröschen sind riskant. Ihre Blätter, Blüten und Früchte sind besonders giftig und können schon innerhalb kurzer Zeit zu starken Vergiftungserscheinungen führen. Ebenfalls gefährlich: einzelne Teile von Eibe, Rizinus, Efeu und Kirschlorbeer sowie die ganze Pflanze bei Oleander und Pfaffenhütchen.

Auch bei anderen Gartenpflanzen muss man aufpassen: Herbstzeitlose, Fingerhut und Maiglöckchen sind vielen als gefährlich bekannt. "Aber kaum jemand weiß, dass der blaue Eisenhut und die Feuerbohne ebenfalls Gifte enthalten - und das sind ganz gängige Gartenstauden", erklärt die R+V-Expertin.

Was tun bei einer Vergiftung

Die häufigsten Symptome nach dem Verzehr von giftigen Pflanzen sind Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und Schwindel. In Extremfällen sind Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle oder Kreislaufversagen möglich. Bei Verdacht auf eine Vergiftung rät das R+V-Infocenter:
  • Sofort den Notarzt alarmieren oder eine Giftnotruf-Zentrale anrufen.
  • Möglichst genau die Symptome der Vergiftung schildern und die vermutete Ursache angeben.
  • Keine Hilfsmaßnahmen ohne ärztliche Rücksprache durchführen.
  • Die Reste der Pflanzenteile oder Beeren aus dem Mund des Kindes entfernen und gründlich mit Wasser ausspülen.
  • Viel trinken lassen, bis der Arzt eintrifft. Am besten sind verdünnte Fruchtsäfte oder Wasser. Auf keinen Fall Milch geben, denn durch sie werden fettlösliche Gifte leichter aufgenommen.
  • Dem Arzt die ganze Pflanze zeigen, von der das Kind gegessen hat. So kann er feststellen, um welches Gift es sich handelt, und gezielte Notfallmaßnahmen ergreifen.

Telefonnummern der Giftnotruf-Zentralen

Ort Telefonnummer
Berlin  (030) 1 92 40 
Bonn  (02 28) 1 92 40 
Erfurt  (03 61) 73 07 30 
Freiburg  (07 61) 1 92 40 
Göttingen  (05 51) 1 92 40 
Homburg/Saar  (0 68 41) 1 92 40 
Mainz  (0 61 31) 1 92 40 
München  (0 89) 1 92 40 
Nürnberg  (09 11) 3 98 24 51 
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