Augen und Ohren gespitzt - das R+V-Pressecenter

Pressemitteilung

Neue EU-Anforderungen läuten Paradigmenwechsel in der Tierproduktion ein

Die Landwirtschaft in Deutschland unterliegt einem steten Wandel. Die Zahl der Höfe ist von 510.000 im Jahr 1992 auf 372.000 in 2004 zurückgegangen. Damit einher geht ein Trend zu größeren und stärker spezialisierten Betrieben. 2004 wurden in einem deutschen Milchviehbetrieb durchschnittlich 38 Milchkühe und in einem Schweinezuchtbetrieb 73 Zuchtsauen gehalten. Verändert hat sich dadurch auch das Berufsbild der Landwirte. Sie sind heute Unternehmer, die ein komplexes Gebilde von Chancen und Risiken sowie Kosten und Erträge managen müssen. Das zeigte die Tagung des AgrarKompetenzZentrums der R+V Versicherung/Vereinigte Tierversicherung (VTV), die im Februar 2006 in Wiesbaden stattfand. Eingeladen waren mehr als 100 Vertreter aus Bauernverbänden, Zuchtorganisationen, der Tierseuchenbekämpfung sowie Banker und Berater, die sich auf die Betreuung von Landwirten spezialisiert haben.

Paradigmenwechsel bei der Tierzucht

Um eine höhere Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, hat die Europäische Union (EU) ihre Kontrollmechanismen umgestellt. Nicht mehr die Ergebniskontrolle auf den Schlachthöfen steht im Vordergrund, sondern eine ganzheitliche Kontrolle durch Zielvorgaben von der Aufzucht bis zum Verzehr. Die Folgen für die Landwirte stellte der Epidemiologe Prof. Dr. Thomas Blaha von der Tierärztlichen Hochschule Hannover dar: Sie müssen sich häufigeren Kontrollen stellen, verstärkt eigene Aufzeichnungen führen und den Betrieb umorganisieren, um erfolgreich zu sein. Dabei sind sie von einem engmaschigen Gesetzes- und Regelwerk umgeben. Den größten Gestaltungsspielraum haben die Züchter noch bei der Tierproduktion. Doch nicht alle deutschen Landwirte nutzen diese Freiheiten so gut wie die Landwirte in einigen Nachbarländern.

Dänemark als Vorbild

Dänische Schweinezüchter haben sich ganz auf die Erfordernisse der EU eingelassen und gehören mittlerweile zu den erfolgreichsten der Welt. Ein Schweineleben in Liegenestern und Buchten – davon können deutsche Schweine häufig nur träumen. Dabei haben dänische Landwirte im Durchschnitt deutlich gesündere Tiere und benötigen so weniger Medikamente.

Banker bewerten Landwirte nach Ihren Managementfähigkeiten

Dennoch: Die neuen EU-Anforderungen haben auch in der deutschen Landwirtschaft zu einer regelrechten Aufbruchstimmung geführt. Ein wichtiger Indikator hierfür ist das Investitionsverhalten. Während beispielsweise die VR Bank eG Niebüll in Schleswig-Holstein im gewerblichen Sektor eine spürbare Investitionszurückhaltung verzeichnete, nahmen im gleichen Zeitraum die Ausgaben für Investitionsgüter in der Landwirtschaft um 17 Prozent zu. Damit sind Landwirte eine attraktive Kundengruppe für Banken. Allerdings schauen sich Banker die Höfe, die Kreditnehmer und deren Risiken genau an. "Erfolgreiche Unternehmer", so Steffen Rothe, seit vielen Jahren Agrarkundenbetreuer bei der VR Bank eG Niebüll, "kennen ihre Zahlen genau. Sie arbeiten effizienter, rationalisieren bevor sie expandieren und haben eine Strategie zur Entwicklung ihres Betriebes." Den Landwirten, die über diese Fähigkeiten verfügen, gehört in Deutschland die Zukunft, so die Haupterkenntnis der Tagung.

Unterstützung beim Risikomanagement durch VTV

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer auch darüber, dass die R+V Versicherung/Vereinigte Tierversicherung (VTV) als Marktführer den Landwirten beim Risikomanagementprozess wertvolle Hilfestellung leistet. R+V-Produkte wie die Ertragsschadenversicherung werden zunehmend von verantwortlichen Landwirten zur Risikominimierung eingesetzt. So sind heute schon 35 Prozent aller Milchkühe und 20-25 Prozent aller Zuchtsauen in Deutschland durch R+V-Policen abgesichert.
zum Seitenanfang