Wiesbaden, 07. März 2003. Die R+V Versicherung hat das schwierige Jahr 2002 gut gemeistert und konnte erneut Marktanteile in allen wesentlichen Sparten hinzugewinnen. Die Beitragseinnahmen der R+V Gruppe wuchsen überdurchschnittlich um 5,5 Prozent auf 6,88 Milliarden Euro. Damit entwickelte sich das Unternehmen auch 2002 besser als die Branche, die um vier Prozent wuchs. Die Kapitalanlagen stiegen um 7,8 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro.
Insgesamt kann das Jahr als zufrieden stellend bezeichnet werden, doch war es von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Sowohl die R+V Personenversicherer als auch die Schaden-/Unfallversicherer mussten widrige äußere Rahmenbedingungen bewältigen. Der Schaden-/Unfallbereich war charakterisiert durch marktüberdurchschnittliches Wachstum, dem im Ergebnis jedoch erhebliche Schadenaufwendungen gegenüber standen. Die Personenversicherer begegneten der seit drei Jahren andauernden Kapitalmarktkrise mit einer weiterhin besonnenen Anlagestrategie. Gleichzeitig stellten sie wichtige Weichen in der betrieblichen Altersvorsorge (
bAV) und forcierten die private Altersvorsorge.
Private Vorsorge: Neugeschäft mit hohen Zuwachsraten
Mit rund 560.000 neu abgeschlossenen Verträgen, die ein Beitragsvolumen von knapp 700 Millionen Euro (plus 10,7 Prozent) aufweisen, ist das gute Vorjahresergebnis der
R+V Lebensversicherungen noch einmal übertroffen worden. "Viele Kunden besinnen sich durch die Talfahrt der Aktienkurse immer stärker auf die Qualitäten der privaten Lebens- und Rentenversicherungen, um für ihr Alter vorzusorgen", begründete
Dr. Jürgen Förterer, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung
AG, das sehr gute Neugeschäft des vergangenen Jahres. Insgesamt stiegen die gebuchten Bruttobeiträge aller R+V Lebensversicherer um sechs Prozent auf 3,08 Milliarden Euro.
Als richtig erwiesen hat sich die seit vielen Jahren ausgewogene Kapitalanlagestrategie. So konnte R+V auch 2002 die Belastungen durch die weiterhin rückläufigen Aktienkurse begrenzen: Die Nettoverzinsung der R+V Lebensversicherung
AG betrug 4,2 Prozent und die Gesellschaft verfügt weiterhin über nennenswerte Reserven. Somit sind die Leistungsansprüche der Kunden in vollem Umfang gesichert. Die laufende Verzinsung der Guthaben beträgt 5,0 Prozent ab 1. April 2003 (Branche: 4,7 Prozent). Damit zählt die R+V nach wie vor zu den attraktiven Anbietern in der Branche.
Betriebliche Altersvorsorge: R+V bietet alle fünf Durchführungswege
Im Wachstumsmarkt der betrieblichen Altersvorsorge ist die R+V Versicherung durch die Neugründung der
R+V Pensionsfonds AG eine der wenigen Gesellschaften, die alle fünf Durchführungswege anbietet. Insgesamt ist das Neugeschäft der
R+V Lebensversicherung AG in diesem Bereich sprunghaft angestiegen: in der Vertragsanzahl um rund die Hälfte, im laufenden Neugeschäft um rund ein Drittel.
Einen kräftigen Schub erhielt das
bAV-Geschäft der
R+V Pensionsversicherung a.G. durch die verstärkte gesetzliche Förderung und die Öffnung der R+V-Pensionskasse für Arbeitgeber außerhalb des FinanzVerbundes. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich um 7,2 Prozent auf 42,4 Millionen Euro. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge vervierfachte sich im Vergleich zum Vorjahr.
Private Krankenversicherung boomt im Neugeschäft
Die öffentliche Diskussion um weitere Einsparungen bei den gesetzlichen Krankenkassen machte Alternativen immer attraktiver: Viele Kunden entschieden sich für Angebote der
R+V Krankenversicherung. Überaus erfolgreich war zudem der Markteintritt in Süddeutschland. Die Beitragseinnahmen der R+V Krankenversicherung
AG sind mit insgesamt 15,8 Prozent (Vorjahr: plus 15,5 Prozent) erneut stark gestiegen. Das Neugeschäft wuchs sogar um 54,3 Prozent.
Neue Produkte und Sanierungsmaßnahmen stärken Kompositgeschäft
Im Schaden-/Unfallbereich war 2002 ein Ausnahmejahr: Dem ausgezeichneten Beitragswachstum von 5,4 Prozent (Branche: 2,6 Prozent) auf 2,67 Milliarden Euro standen große Schäden im Firmen- und im Privatkundenbereich gegenüber. Hagel, Sturm, Starkregen, das Hochwasser an Elbe und Donau sowie Großschäden im gewerblichen Bereich trieben die Schadenaufwendungen um 26 Prozent nach oben. "In dieser Situation hat uns geholfen, dass wir frühzeitig begonnen haben, das Firmen- und Gewerbekundengeschäft zu sanieren", erläuterte
Dr. Förterer.
Die
R+V Allgemeine Versicherung AG, der größte Kompositversicherer der Gruppe, verzeichnete im selbst abgeschlossenen Geschäft einen Beitragszuwachs von 3,3 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Sehr erfolgreich entwickelte sich der Vertrieb der neu eingeführten Bündelpolicen für Banken und Firmenkunden und seit 2003 auch für Privatkunden.
Die größte Sparte im Kompositbereich, die
Kraftfahrtversicherung, entwickelte sich im letzten Jahr zufrieden stellend. Konsolidierung und Sanierung des gewerblichen Kfz-Segmentes standen 2002 im Mittelpunkt. Die Beitragseinnahmen der Kraftfahrtversicherungen der R+V Allgemeine Versicherung
AG, der KRAVAG-LOGISTIC Versicherungs-AG und der KRAVAG-ALLGEMEINE Versicherungs-AG wuchsen um 6,6 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro.
In der
Allgemeinen Haftpflichtversicherung stiegen die Beiträge um 4,1 Prozent auf 277,2 Millionen Euro. Hauptwachstumsträger waren die Vermögensschadenhaftpflicht und das Firmenkundengeschäft. Das
Kreditversicherungsgeschäft stieg um 3,2 Prozent auf 127,3 Millionen Euro. In der Einzelsparte Kredit- und Kautionsversicherung verzeichnete R+V mit 13,1 Prozent erneut eine zweistellige Zuwachsrate.
Für die Unfallversicherung war das Jahr 2002 das erfolgreichste in ihrer Geschichte. Das Neugeschäft überstieg erstmals die 50-Millionen-Euro-Grenze. Großen Anteil an diesem Ergebnis hatte die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr: Das Neugeschäft wuchs um 43,5 Prozent auf 39,6 Millionen Euro. Die Beitragseinnahmen der
Allgemeinen Unfallversicherung erhöhten sich insgesamt um 2,8 Prozent auf 369,1 Millionen Euro.
Rückversicherung: Finanzstarke Töchter können Risiken selbst tragen
In der Rückversicherung blieb das Beitragsvolumen des außerhalb der R+V Gruppe gezeichneten Fremdgeschäftes nahezu konstant. Dennoch sind die Beitragseinnahmen der R+V Versicherung
AG um 6,9 Prozent auf 958 Millionen Euro zurückgegangen. Hintergrund: Die R+V Tochtergesellschaften haben weniger Rückversicherungsschutz bei der Mutter gekauft.
Ausblick 2003: R+V rechnet wieder mit Wachstum über Branchendurchschnitt
Für das Jahr 2003 erwartet die R+V Versicherung einen normalen Geschäftsverlauf trotz weiterhin ungünstiger Rahmenbedingungen. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr wiederum marktüberdurchschnittlich wachsen werden", so
Dr. Förterer. Entscheidende Wachstumsimpulse erwartet Dr. Förterer aus dem Vorsorgegeschäft der R+V Lebensversicherungen, hier speziell aus der betrieblichen Altersvorsorge.
Beitragsentwicklung R+V Versicherung 2002 (vorläufig)
|
Gesellschaft
|
2002 in Mio. EUR
|
2001 in Mio. EUR
|
Veränderung in %
|
|
Gesamt R+V Gruppe (In- und Ausland)
|
6.883,20
|
6.523,10
|
5,5
|
|
Erstversicherungsgeschäft Inland, selbst abgeschlossenes Geschäft
|
5.880,20
|
5.555,70
|
5,8
|
|
davon: Lebensversicherung¹
|
3.080,70
|
2.906,70
|
6
|
|
Pensionsversicherung
|
42,4
|
39,5
|
7,2
|
|
Private Krankenversicherung
|
87,6
|
75,6
|
15,8
|
|
Schaden-/Unfallversicherung
|
2.670,90
|
2.533,80
|
5,4
|
|
Gesellschaft
|
2002 in Mio. EUR
|
2001 in Mio. EUR
|
Veränderung in %
|
|
Allgemeine Unfallversicherung²
|
369,1
|
359,1
|
2,8
|
|
Kraftfahrtversicherung
|
1.207,10
|
1.131,90
|
6,6
|
|
Allgemeine Haftpflichtversicherung
|
277,2
|
266,2
|
4,1
|
|
Verbundene Wohngebäudeversicherung
|
128,3
|
125,9
|
1,9
|
|
Hausratversicherung
|
71,1
|
70,7
|
0,5
|
|
Kreditversicherung
|
127,3
|
123,2
|
3,2
|
|
Rechtsschutzversicherung
|
76
|
75,8
|
0,2
|
|
Tierversicherung
|
46,4
|
48,3
|
-3,9
|
|
Mitarbeiterzahl (absolut)
|
11.642
|
11.664
|
0
|
¹ 2001: R+V Lebensversicherung
AG, R+V Lebensversicherung
a.G., R+V Luxembourg Lebensversicherung
S.A., KRAVAG-LEBEN Versicherungs-
AG
² inklusive Insassen-Unfall
zum Seitenanfang