Wiesbaden, 13. März. In einem für die Versicherungswirtschaft schwierigen Geschäftsjahr verzeichnete die R+V Versicherungsgruppe einen Beitragszuwachs von 4,9 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Damit lag sie klar über dem Markt. Die verwalteten Kapitalanlagen der R+V Gruppe stiegen 2001 um acht Prozent auf 33,4 Milliarden Euro.
"Angesichts der schwierigen Umfeldsituation können wir mit den Geschäftsergebnissen des Jahres 2001 hoch zufrieden sein", kommentierte
Dr. Jürgen Förterer, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung, den Geschäftsverlauf. "Zwar litt auch die R+V Versicherung unter der negativen Entwicklung an den Kapitalmärkten, dank eines ausgewogenen
Portfolio-Mix erzielten die R+V-Gesellschaften jedoch ein insgesamt zufrieden stellendes Ergebnis. In den wesentlichen Sparten haben wir im vergangenen Jahr unsere Position erneut behauptet und zum Teil Marktanteile hinzugewonnen. Die Terroranschläge in den USA am 11. September 2001 schlugen bei uns mit etwa 25 Millionen
US-Dollar zu Buche." Im Jahr 2002, so
Dr. Förterer, erwarte die R+V Versicherung insbesondere in der Lebensversicherung Wachstumsimpulse durch die 2002 beginnende Riester-Förderung und die neuen gesetzlichen Bestimmungen zur betrieblichen Altersversorgung.
In der Personenversicherung dominierten Renten- und Risikotarife
Die anhaltende politische Diskussion um die gesetzliche Rentenversicherung hat die Privatvorsorge in den Mittelpunkt gerückt. Das schlug sich auch in den Neugeschäftszahlen der
R+V Lebensversicherungen nieder. Der gesamte Neuzugangsbeitrag erhöhte sich in 2001 stark um 12,4 Prozent auf 632 Millionen Euro. Wachstumsmotor waren dabei die Verträge mit laufendem Beitrag (+33,4 Prozent auf 339 Millionen Euro) und hier besonders die Renten- und Risikoversicherungen, während die Einmalbeiträge ein Minus von fünf Prozent auf 293 Millionen Euro verzeichneten. Aufgrund der im Rahmen der Rentenreform deutlich eingeschränkten staatlichen Erwerbsminderungsrenten stieg das Neugeschäft bei den Berufs- und Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherungen sprunghaft an. Die gebuchten Bruttobeiträge des inländischen R+V Lebensversicherungsgeschäfts erhöhten sich um 1,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Im Bestand kletterte die Versicherungssumme um 2,8 Prozent auf 80,2 Milliarden Euro.
In der
Allgemeinen Unfallversicherung entwickelte sich die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr mit einem Beitragsplus von 4,1 Prozent besonders positiv, während die Unfallsparte insgesamt um 1,2 Prozent über dem Vorjahr lag.
Die
R+V Krankenversicherung AG erzielte mit 15,5 Prozent ihre bisher höchste Steigerung bei den Beiträgen und erreichte ein Gesamtvolumen von 75,6 Millionen Euro. Das Beitragswachstum resultierte größtenteils aus dem Neugeschäft.
Bei der
R+V Pensionsversicherung a.G. erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 2,4 Prozent auf 39,5 Millionen Euro. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge wuchs deutlich um über 20 Prozent.
Wieder Marktanteilsgewinne in der Kompositversicherung - Wachstumsträger Kraftfahrt
Die inländischen Kompositversicherer der R+V Versicherungsgruppe verzeichneten 2001 einen Beitragszuwachs von 5,3 Prozent (Branche: +2,9 Prozent) auf 2,5 Milliarden Euro. Damit konnte die R+V Versicherung erneut Marktanteile hinzugewinnen. Die
R+V Allgemeine Versicherung AG, der größte Kompositversicherer der R+V Gruppe, verzeichnete im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Beitragszuwachs von 3,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Zu der erfreulichen Steigerung trug erneut die Kraftfahrtversicherung bei, die um 5,2 Prozent auf 711 Millionen Euro zulegen konnte. Insgesamt kletterten die Beitragseinnahmen der R+V Versicherung im inländischen Kraftfahrtgeschäft überdurchschnittlich um 7,2 Prozent auf mehr als 1,1 Milliarden Euro. Hierzu trugen auch die KRAVAG-LOGISTIC
Versicherungs-AG (308 Millionen Euro) und die
KRAVAG-ALLGEMEINE Versicherungs-AG (122 Millionen Euro) bei.
Im Sachgeschäft konnte der Prämienverfall in der
Gewerbe-Industrieversicherung gestoppt und ein leichter Beitragszuwachs verzeichnet werden. Auch die
Technischen Versicherungen haben die durch kostenlose Risikoeinschlüsse in Multiriskpolicen verursachten Beitragsrückgänge der vergangenen Jahre überwunden und mit einem Beitragsplus von 9,3 Prozent wieder zu ihrer früheren Wachstumsstärke zurückgefunden. Wie schon 2000 entwickelte sich die
Kreditversicherung mit einem Beitragsplus von 15,1 Prozent wiederum überdurchschnittlich. Trotz eines zunehmenden Wettbewerbs konnten in allen Segmenten Beitragssteigerungen erzielt werden.
Die
R+V Rechtsschutzversicherung AG konnte ihren Marktanteil im Geschäftsjahr 2001 halten. Das gegenüber den vergangenen Jahren niedrigere Beitragswachstum von unter einem Prozent ergab sich aus einem geringeren Neugeschäft und einer gesunkenen Durchschnittsprämie im Bestand.
Die Beitragseinnahmen der
Vereinigte Tierversicherung Gesellschaft a.G. (
VTV) verzeichneten im Geschäftsjahr 2001 einen Rekordzuwachs bei den Beiträgen von 61,2 Prozent auf 48,3 Millionen Euro. Durch das Auftreten der Rinderseuche
BSE und der Maul- und Klauenseuche zum Jahresbeginn 2001 erlebte insbesondere die Ertragsschadenversicherung für Rinder eine massive Nachfrage.
Fremdgeschäft in der Rückversicherung weiter ausgebaut
Die Beitragseinnahmen der von der R+V Versicherung
AG betriebenen Rückversicherung erhöhten sich 2001 stark um 18,3 Prozent auf über eine Milliarde Euro. Zum Hauptwachstumsträger entwickelt sich hier immer mehr das außerhalb der R+V Gruppe gezeichnete Fremdgeschäft. Demgegenüber ging der Anteil des Gruppengeschäfts infolge einer wiederum erhöhten Selbstbehaltquote im Erstversicherungsbereich erneut zurück.
Zum Jahresende beschäftigte die R+V Versicherungsgruppe 11.664 Mitarbeiter, 315 weniger als im Vorjahr. Der Beschäftigtenrückgang, der den Innen- und Außendienst betraf, erfolgte durch natürliche Fluktuation sowie Vorruhestands- und Altersteilzeitregelungen. Gründe für die geringere Mitarbeiterzahl waren vor allem die weitere Optimierung der Verwaltung und die Neustrukturierung des Vertriebs.
|
Gesellschaften
|
2001 in Mio. EUR
|
2000 in Mio. EUR
|
Veränderung in %
|
|
Gesamt
|
6.523,1
|
6.219,0
|
+4,9
|
|
davon: Erstversicherungsgeschäft Inland
|
5.568,5
|
5.390,0
|
+3,3
|
|
davon: Lebensversicherung
|
2.906,7
|
2.867,0
|
+1,4
|
|
Private Krankenversicherung
|
75,6
|
65,5
|
+15,5
|
|
Kraftfahrtversicherung
|
1.140,6
|
1.064,4
|
+7,2
|
|
Allgemeine Haftpflichtversicherung
|
266,2
|
266,6
|
-0,2
|
|
Allgemeine Unfallversicherung
|
350,3
|
346,4
|
+1,2
|
|
Wohngebäudeversicherung
|
125,9
|
123,5
|
+1,9
|
|
Hausratversicherung
|
70,7
|
70,2
|
+0,8
|
|
Rechtsschutzversicherung
|
75,8
|
75,5
|
+0,4
|
|
Kreditversicherung
|
81,7
|
71,0
|
+15,1
|
|
Tierversicherung
|
48,3
|
30,0
|
+61,2
|
zum Seitenanfang