Rente wegen voller Erwerbsminderung

Seit dem Jahr 2001 gibt es bei den Rentenneuzugängen nur noch Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung und Renten wegen voller Erwerbsminderung. Die bis dahin gültige Unterscheidung zwischen Berufsunfähigkeitsrenten und Erwerbsunfähigkeitsrente ist weggefallen.

Die Rente wegen voller Erwerbsminderung steht einem Versicherten zu, wenn er die folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Der Versicherte kann aus gesundheitlichen Gründen eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch unter drei Stunden täglich ausüben
  • Erfüllung der Wartezeit von fünf Jahren (ggf. vorzeitige Wartezeiterfüllung)
  • 36 Monate mit Pflichtbeiträgen in den letzten 60 Kalendermonate
  • Nichtüberschreitung der gültigen Hinzuverdienstgrenze

Freiwillig Versicherte können nur dann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten, wenn sie am 31.12.1983 die Wartezeit von 60 Monaten erfüllt haben und ab 1.1.84 lückenlos jeder Monat mit einem Beitrag oder einer Anwartschaftserhaltungszeit belegt ist.



Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung hat der Versicherte auch, wenn er bereits vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit voll erwerbsgemindert war und seitdem ununterbrochen voll erwerbsgemindert ist und wenn die Wartezeit von 20 Jahren erfüllt ist.


Seit 2001 werden Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nur noch auf Zeit geleistet. Die Befristung erfolgt für längstens drei Jahre nach Rentenbeginn. Sie kann wiederholt werden. Renten werden unbefristet geleistet, wenn unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit behoben werden kann. Bei Inanspruchnahme einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vor Vollendung des 63. Lebensjahres muss der Versicherte Rentenabschläge hinnehmen. Für jeden Kalendermonat, für den die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vor Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen wird, beträgt der Rentenabschlag 0,3 %. Beginnt die Rente bereits vor Vollendung des 60. Lebensjahres, ist ein Rentenabschlag in Höhe von 10,8 % hinzunehmen.


Durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz wird die Altersgrenze für den abschlagfreien Rentenbeginn, die heute beim vollendeten 63. Lebensjahr liegt, schrittweise, beginnend im Jahr 2012, auf das 65. Lebensjahr angehoben. Der Abschlag beträgt weiterhin maximal 10,8 %.